Emissionshandel und Klimaschutz - Die wichtigsten Begriffe

24. Mai 2005, 18:04
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Von Treibhausgase über Kyoto-Protokoll bis Nationaler Allokationsplan

Wien/Berlin - Die Debatte um Emissionshandel und Klimaschutz dreht sich immer wieder um zentrale Begriffe. Hier eine Erläuterung:

Treibhausgase: Die wichtigsten sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas aus der Landwirtschaft, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) aus der chemischen Industrie und Ozon. Sie lassen Sonnenstrahlen nahezu ungehindert passieren, blockieren aber die Wärmeabstrahlung der Erde zurück ins Weltall. Ganz ohne Treibhausgase wäre es deshalb auf der Erde 20 bis 30 Grad Celsius kälter. Vom Menschen erzeugte Treibhausgase sind dagegen ein großes Klimaproblem, wobei Kohlendioxid die wichtigste Rolle spielt.

Kyoto-Protokoll: Es wurde 1997 beschlossen. Die Industrieländer haben darin zugesagt, bis 2012 ihre Treibhausgas-Emissionen um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Österreich hat sich zu einer Verminderung von 13 Prozent verpflichtet. Durch einen weiteren Anstieg der Emissionen ab 1997 muss Österreich nun eine Verminderung von 22 Prozent erreichen. Zur Reduzierung von Treibhausgasen wird der Handel mit Emissionszertifikaten erlaubt. Das Kyoto-Protokoll ist noch nicht in Kraft, weil es weder die USA noch Russland ratifiziert haben.

Emissionen: Laut "Brockhaus Naturwissenschaft und Technik" fällt darunter das Ablassen oder Ausströmen fester, flüssiger oder gasförmiger Stoffe aus Anlagen oder technischen Abläufen, die die Luft, das Wasser oder andere Umweltbereiche verunreinigen. Emissionen im Sinne der "Technischen Anleitung Luft" sind demnach die von einer technischen Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen sowie Geräusche, Erschütterungen, Licht-, Wärme- und radioaktive Strahlen. Emissionen führen in der Umwelt zu IMMISSIONEN.

Emissionshandel: Der Handel mit Verschmutzungsrechten (Zertifikaten) ist im Kyoto-Protokoll vorgesehen. Mit ihm wird angestrebt, die Umweltverschmutzung dort zu verhindern, wo dies am kostengünstigsten ist. Wer sauber produziert, kann Zertifikate verkaufen. Wer stärker verschmutzt, muss zukaufen. Der Handel richtet sich wie an der Börse nach Angebot und Nachfrage. Er soll vor allem die energieintensiven Unternehmen - Elektrizitäts- und Kohlewirtschaft, Chemie-, Zement- und Stahlindustrie - zu Investitionen in moderne Werke anregen.

Verschmutzungsrechte- auch Emissionsrechte oder Emissionszertifikate: Nach Schätzungen wird sich der Preis der Zertifikate zwischen 10 und 30 Euro pro Tonne CO2 bewegen. Das hängt auch davon ab, wie reichlich die Zertifikate ausgegeben werden. Für die erste Handelsperiode bis 2007 werden die Zertifikate vom Umweltministerium gratis verteilt.

Nationaler Allokationsplan: Bis zum 31. März muss Österreich der EU einen "Nationalen Allokationsplan" vorlegen, der die Zuteilung der Zertifikate auf etwa 240 Anlagen regelt, die an dem System teilnehmen. Das Umweltministerium plant, kostenlos rund 32,48 Millionen Zertifikate zuzuteilen. Dieser Wert liegt um 330.000 Tonnen über den im Ministerrat vereinbarten Eckdaten und deutlich unterhalb der von Industrie und Energiewirtschaft geforderten Zuteilung (bis zu 35,9 Mio. Tonnen). (APA/dpa)

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