Novell will sich für einen Desktop entscheiden

5. April 2004, 13:57
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Gemeinsame Entwicklungsplattform soll Standards für KundInnen schaffen – GNOME und KDE sollen aber vorerst beide weiter angeboten werden

Im Rahmen der Novell-Entwicklungskonferenz Brainshare verkündete Novell EMEA-Chef Richard Seibt, dass sich die Firma für eine Entwicklungsplattform entscheiden würde, diese werde entweder GTK oder QT heißen, so Seibt im Gespräch mit dem WebStandard. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, diese würde auch schwierig werden, werde aber von den KundInnen des Unternehmens verlangt.

Brainshare

Dass KDE und Gnome zwar vorerst weiter unterstützt werden sollen, eine ewige Weiterführung von Zweigleisigkeiten aber aus kaufmännischer Sicht nur begrenzt sinnvoll ist, betonte auch SUSE-Entwickler Chris Schläger. Entsprechend werde es im Mai ein "großes Zusammensetzen" der unterschiedlichen EntwicklerInnengruppen innerhalb von Novell geben, bei der die nötigen Entscheidungen getroffen werden sollen.

Alte Plaungen

Die bisher veröffentlichten Produkte und auch das kommende SUSE Linux 9.1 seien noch aufgrund der alten Roadmaps entworfen worden, zwar sei der GNOME-Desktop in der neuen SUSE-Version bereits mit Unterstützung der Ximian-EntwicklerInnen entstanden, die große Zusammenführung werde aber erst in den nächsten Monaten geschehen.

Ein Desktop

Wie eweek berichtet hat Firmenchef Jack Messman auch angekündigt, dass die Firma das Beste aus beiden Welten zusammenführen wolle und eine gemeinsame Linux-Desktop-Plattform schaffen wolle. Unklar bleibt vorerst aber noch auf Basis welcher Widget Library dies passieren soll, während heise berichtet, dass es sich dabei gerüchteweise um QT handeln soll, betonten die Novell-EntwicklerInnen gegenüber dem WebStandard vorerst, dass noch keine Entscheidung gefallen sein soll.

Überlegungen

Gegen QT spricht auch, dass praktisch alle Desktop Linux-Vorträge auf der Brainshare von Ximian- (und somit Gnome/GTK-) Entwicklern gehalten werden, während SUSE eher den Server-Bereich zu beliefern scheint. Auch wird Mono sehr stark als zentrale Technologie gepusht – wie berichtet wurde ja auch die File Sharing-Software iFolder vollkommen neu in der .net-Technologie entwickelt - für QT sind vorerst aber noch keine Mono-Bindings erhältlich, konkrete Pläne dafür gebe es laut Chris Schläger momentan auch noch nicht. Zusätzlich würde sich damit Novell auch eine Abhängigkeit von einem Drittanbieter einfangen, die Firma Trolltech verlangt für kommerzielle Entwicklungen auf Basis von QT Lizenzzahlungen. (apo aus Salt Lake City)

  • Artikelbild
    grafik: novell
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