Von "echtem Lifting" keine Spur

2. April 2004, 17:04
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Französische Studie weist minimalen Anti-Falten-Effekt von "Lifting-Cremes" nach

Paris - Beim Kauf von Lifting-Cremes gehen Millionen Frauen der Werbung auf den Leim - und erreichen so gut wie keinen Effekt im Kampf gegen die Falten. Das geht aus einer breit angelegten Studie mit wissenschaftlichen Messungen und subjektiven Einschätzungen von 215 Test-Nutzerinnen hervor, die am Mittwoch von der Pariser Verbraucherzeitschrift "Que choisir" veröffentlicht wurde. "Die Lifting-Effekte existieren nur in der Sprache der Spezialisten der Marketing-Abteilungen", urteilte das Magazin.

Mit dem bloßen Auge nicht feststellbar

Die meisten Cremes hatten demnach eine ganze Anzahl mehr oder weniger messbarer Wirkungen, etwa auf die Festigkeit und Feuchtigkeit der Haut - sie konnten aber die Tiefe von Falten und Fältchen durch die Bank um allenfalls vier Prozent verringern. "Protient lift jour" von Roc kam als bestes Produkt auf zehn Prozent und gilt damit noch als "effizient". Selbst dieser Effekt ist aber laut "Que choisir" nur mit Spezialgeräten erkennbar, "selbstverständlich aber nicht mit dem bloßen Auge".

Testreihe

Die 215 Frauen zwischen 37 und 70 Jahren testeten elf Cremes, die speziell mit einem Anti-Falten-Effekt warben. Veränderungen wurden vier Wochen lang mit 3-D-Abbildungen und speziellen Geräten zur Feuchtigkeitsmessung festgehalten. Dabei konnten kleinere Einebnungen von Falten nachgewiesen werden, in keinem Falle aber ein echtes Lifting. Deutliche Unterschiede zwischen den Cremes gab es im Geruch, bei der Wirkung auf Mattigkeit oder Brillanz des Teints. Den meisten Cremes wurde bescheinigt, dass sie die Haut weicher machen und die Hautfeuchtigkeit erhöhen.

Achtung bei Phenoxyethanol

In krassem Gegensatz zu den geringen Wirkungen stehen die oftmals hohen Preise: "Fluide lift jour" von Clarins mit einem Liter-Preis von 1.020 Euro landete qualitativ nur im Mittelfeld, recht gut schnitt "Gel lift modelant" von Evian ab, das mit einem Literpreis von 252 Euro am unteren Ende der Preisskala liegt und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aufwies. "Que choisir" wies darauf hin, dass ProduzentInnen von Kosmetika im Gegensatz zu Arzneimittelherstellern keinen Nachweis für die Wirksamkeit liefern müssen. Trotz mehrfacher Mahnungen enthielten die meisten Cremes den Konservierungsstoff Phenoxyethanol, der bei Schwangeren für das ungeborene Kind schädlich sein kann. (APA)

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    Von einem Lifting-Effekt bestimmter Cremes kann keine Rede sein.
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