Leitl: Steuerreform hellt Wirtschaftsstimmung deutlich auf

7. April 2004, 14:05
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Nur noch 13 Prozent sehen Abwanderungsgefahr aus Österreich - Investitionsneigung spürbar gestiegen

Wien - Das Steuerreform-Paket 2004/2005 hat bei Österreichs investierenden Betrieben einen deutliche Verbesserung der Stimmungslage bewirkt. Deutlich mehr Unternehmer sehen die derzeitige Wirtschaftslage als zumindest zufrieden stellend, kritische Einschätzungen sind deutlich geringer geworden.

Verheißungsvoller Ausblick

Auch der Ausblick auf die nächsten Monate ist verheißungsvoll: Ein Drittel der Firmen geht nach Angaben der Wirtschaftskammer von einer weiteren Besserung der Konjunkturlage aus, vor einem halben Jahr war es nur ein Fünftel.

Die Gefahr, dass in ihrem Unternehmen Investitionen aus Österreich hinaus verlagert werden, sehen nach Fixierung der Steuerreformen nur noch 13 Prozent, vor einem halben Jahren waren es noch 66 Prozent gewesen, wie WKÖ-Präsident Christoph Leitl am Dienstagabend bei einem Hintergrundgespräch sagte.

Umgekehrt sehen unter den vom market-Institut Befragten jetzt 86 Prozent keine Gefahr von Verlagerungen ins Ausland mehr, davor hatten dies lediglich 29 Prozent verneint.

26 bzw. 29 Prozent erwarten, dass auf Grund der Senkung von Unternehmenssteuern in Österreich "bestimmt" bzw. "wahrscheinlich" mehr investiert wird. 43 Prozent glauben, dass eher nicht mehr investiert wird. 12 bzw. 32 Prozent sind jetzt der Meinung, dass wegen der Steuerentlastungen ausländische Unternehmen "bestimmt" bzw. "wahrscheinlich" mehr in Österreich investieren werden. 55 Prozent glauben dies nicht.

Hälfte der Ersparnis werden investiert

Ein Abschätzen jenes Anteils der Steuerersparnis, der wieder investiert wird, fällt den Betrieben zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch schwer, ergab die Umfrage. Aus heutiger Sicht werde knapp die Hälfte der Ersparnis wieder in das Unternehmen investiert werden.

Mehrheitlich (56 Prozent) sollen damit vor allem neue Investitionen finanziert werden, gefolgt von einer Erhöhung des Eigenkapitalanteils (38 Prozent) und der Anstellung neuer Mitarbeiter (von 25 Prozent genannt). Immerhin 17 Prozent der Befragten erklärten, sie würden auf Grund der Steuersenkungen von geplanten Einsparungen oder Kürzungen Abstand nehmen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Wirtschaftsstandort Österreich

Weiterhin grundsätzlich positiv beurteilen die heimischen investiven Unternehmen den Wirtschaftsstandort Österreich, lautet das Resümee des jüngsten Monitoring unter Spitzenmanagern.

Als erfreulich wertet die WKÖ, dass eine Attraktivierung des Standorts wahrgenommen wird: Ein Drittel der Unternehmer beurteilt die Veränderungen des vergangenen Jahres positiv, nur ein Drittel negativ. Auch im Vergleich zu westeuropäischen Ländern und den EU-Beitrittsländern hebe sich diese Entwicklung positiv ab. (APA)

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