Streit um Parmalats Nöm-Paket

6. April 2004, 13:41
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Sowohl die RZB als auch Parmalat Italia beanspruchen das Aktienpaket für sich

Wien/Mailand - Um das 25-prozentige Aktienpaket, das der skandalgeschüttelte italienische Milchriese Parmalat am niederösterreichischen Molkereikonzern Nöm hält, ist ein heftiger Streit entbrannt.

Sowohl die Raiffeisen-Zentralbank (RZB; bei ihr steht die italienische Parmalat mit rund 50 Mio. Euro in der Kreide) als auch Parmalat Italia beanspruchen das Aktienpaket an der Badener Nöm für sich. Die Mehrheit des Unternehmens gehört der Raiffeisen Holding.

Schon im Jänner wurden die Aktien, die in einem Depot der RZB verwahrt sind, per österreichischen Gerichtsbeschluss eingefroren, weswegen zurzeit keine der beiden Streitparteien darüber verfügen kann.

Reger werdender Briefverkehr

Nun stellt Parmalat-Sanierer Enrico Bondi in immer reger werdendem Briefverkehr "zivilrechtliche Ansprüche auf das Paket", bestätigte der in der Causa Parmalat Austria ermittelnde Wiener Staatsanwalt, Erich Müller, dem STANDARD.

Bondis Begründung für die Rückforderung: Die RZB habe der Parmalat SpA einen Kredit gewährt, das Nöm-Paket gehöre aber der Tochter Parmalat Austria.

Die RZB, die keine Sicherheiten für den Parmalat-Kredit hat, hält dagegen. Sie geht davon aus, dass "Parmalat Austria nur Treuhänder für die Parmalat SpA war. Wir haben jetzt ein Pfandrecht auf das Nöm-Paket", so ein Banker. Ein Prozess um das Milchpaket sei aber "derzeit noch nicht Thema". (DER STANDARD Printausgabe, 25.03.2004 gra)

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