Rad: Ex-Profi Manzano packt aus: "Fast im Sarg zurückgekehrt"

6. April 2004, 23:28
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Spanier beschuldigt Kelme des regelmäßigen Dopings - Nationaler Verband reicht Klage gegen Manzano ein

Madrid - Das Thema Doping im Radsport schlägt weiter hohe Wellen. Während in Frankreich in der Cofidis-Affäre ermittelt und in Italien Trauerarbeit für den verstorbenen Drogen-Konsumenten Marco Pantani geleistet wird, sorgen in Spanien die Anschuldigungen des Ex-Profis Jesus Manzano für Aufsehen. Verbotene Eigenblut-Transfusionen und Medikamenten-Missbrauch seien nach den Bekenntnissen des 25-jährigen ehemaligen Kelme-Profis in seinem Team bei der vergangenen Tour de France und bei weiteren Rennen an der Tagesordnung gewesen.

Kelme-Teamchef: "Alles Lüge"

Nach einer Blutgabe in Valencia sei er "fast im Sarg zurückgekehrt", sagte der neue Doping-Kronzeuge in einem Exklusiv-Beitrag der spanischen Sportzeitung "As". Die Reihe der Zweifler an den Manzano-Äußerungen ist aber lang. Kelme-Teamchef Vicente Belda erklärte am Donnerstag in der spanischen Presse: "Alles Lüge". Tour-Chef Jean-Marie Leblanc, der erwägt, dem Zweitliga-Team um den Vize-Weltmeister Alejandro Valverde für die kommende Frankreich-Rundfahrt eine Wildcard zu geben, meinte: "Ich finde diese Welle an Anschuldigungen zweifelhaft. Ich nehme die Aussagen mit Vorsicht zur Kenntnis." Der Königliche Spanische Radsportverband kündigte eine Klage gegen Manzano vor einem Zivilgericht an, um "die Ehre" des Radsports zu verteidigen.

Racheakt

Manzano, der trotz zahlreicher Doping-Kontrollen noch nie positiv getestet wurde, räumte offen ein, aus "Rache" gegen sein Ex-Team zu handeln. Kelme hatte Manzano rausgeschmissen, nachdem der Profi im Teamhotel während der Vuelta im September beim Sex erwischt worden war. Laut Manzano hätten die Kelme-Fahrer bei der Tour 2003 regelmäßig mit Eigenblut-Transfusionen manipuliert. Dabei wird der Anteil der Sauerstoff tragenden roten Blutkörperchen erhöht, um die Leistung zu steigern. Die Methode ist noch nicht nachweisbar. Vor Zeitfahren hätte Manzano das aufputschende Coffein, und Actovegin, ein auf der IOC-Verbotsliste stehendes Präparat gegen orthopädische Beschwerden, injiziert.

Blut-Transfusionen mit schlimmen Folgen

Vor der ersten Bergetappe in Frankreich habe der spanische Profi eine Infusion mit einem Produkt bekommen, das ihn letztlich zur Aufgabe zwang: "Ich bin ohnmächtig geworden und im Krankenwagen wieder aufgewacht." Nach der Tour sei er nach einer erneuten Transfusion sogar in Lebensgefahr geraten. "Vor großen Rundfahrten wurde uns ein Liter abgenommen, der in zwei Packungen abgefüllt wurde." Das Blut sei in Plastik-Behältern ohne Namens-Kennzeichnung - und oft auch nicht fachgerecht - gelagert worden. Jeder Fahrer habe 3.000 Euro für die Lagerung der Konserven bezahlen müssen, sagte Manzano. (APA/dpa)

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    Jesus Maria Manzano erhebt schwere Vorwürfe gegen sein ehemaliges Team.

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