Analysten: Verkauf über Börse wahrscheinlich

27. April 2004, 13:23
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Aber Verkauf an strategischen Investor nicht ausgeschlossen - Analysten sehen Engagement im Oman sehr positiv

Wien - Einen Verkauf der börsenotierten Telekom Austria (TA) über die Börse im Zuge der geplanten weiteren Privatisierung halten auch die heimischen Analysten derzeit für wahrscheinlicher als einen Verkauf an einen strategischen Investor wie etwa die Swisscom. "Die Signale deuten auf einen Börsegang", sagte RCB-Analystin Claudia Vince-Bsteh am Mittwoch. Andere Möglichkeiten seien aber nicht ausgeschlossen. Ein Verkauf über die Börse sei im Moment wahrscheinlicher, meint auch Erste Bank-Analyst Konrad Sveceny.

Ein Secondary Public Offering (SPO) könne laut Vorgaben ab dem 1. Juni 2004 - möglicherweise in mehreren Tranchen - erfolgen, erläuterte Sveceny, der nicht davon ausgeht, dass die ÖIAG als 47,2-prozentiger Eigentümer der TA "allzu viel Zeit verstreichen lässt". Die Kapitalmärkte seien insgesamt besser als noch vor einem Jahr, auch der geplante Aktienrückkauf könne den Boden für einen solchen Verkauf "aufarbeiten". Ein Verkauf an einen strategischen Investor könne aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden, entscheidend sei hier aber die Preisfrage.

Öffentliche Ausschreibung

Sollte die TA an einen strategischen Investor verkauft werden, müsste jedenfalls eine öffentliche Ausschreibung erfolgen, meint Vince-Bsteh. Ob es neben der Swisscom generell noch andere Interessenten gebe, sei indes offen. Die Rahmenbedingungen für einen Verkauf der TA über die Börse seien grundsätzlich "nicht schlecht".

Die von der TA verfolgte Expansion in den Oman sehen die Analysten positiv. "Warum nicht, wenn sich was anbietet", meinte Vince-Bsteh, zumal es sich dabei um "kein Riesen-Investment" handle und die Kaufkraft dort gut sei. Ein Einstieg im Oman sei "sehr attraktiv", die Kosten nicht hoch, ein derartiges Investment wäre mit "höchstens 25 Mio. Euro" limitiert, die möglicherweise auch nicht auf einmal, sondern etwa auf zwei Jahre verteilt zu bezahlen seien, meint auch Sveceny. Auf Grund der geringen Handy-Penetration seien im Oman "attraktive Erträge" zu erwarten, das Land sei politisch sehr stabil.

Zu favorisieren sei weiterhin auch ein Einstieg bei der bulgarischen Mobiltel, wenn die TA nicht zu viel bezahlen müsse, meint Sveceny. Ein Kaufpreis von rund einer Milliarde Euro wäre aber "vertretbar". Die Umstände für eine Südosteuropa-Expansion seien hingegen derzeit auf Grund der politisch instabilen Situation, die sich zuletzt noch verschlechtert habe, "nicht günstig".(APA)

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