British Airway protestiert wegen Staatshilfen an Alitalia

4. April 2004, 19:21
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Appell an britischeb Staatssekretär Darling

Rom - British Airways (BA) setzt die krisengeschüttelte Fluggesellschaft Alitalia unter Druck. Die britische Fluggesellschaft hat eine scharfe Offensive gestartet, um staatliche Beihilfen der Regierung Berlusconi zur Bewältigung der schweren Alitalia-Krise zu verhindern. Dies berichtet die britische Tageszeitung "Financial Times" in ihrer Mittwoch-Ausgabe. Demnach habe British Airways-Geschäftsführer Rod Eddington in einem Schreiben an den britischen Verkehrs-Staatssekretär Alistair Darling seine "große Sorge" über möglicherweise bevorstehende weitere Staatsbeihilfen für Alitalia geäußert.

Da Alitalia auf die Umsetzung des im Oktober verabschiedeten Sanierungsplans verzichtet habe, der den Abbau von 2.700 Arbeitsplätzen vorsah, sei die italienische Fluggesellschaft nur mit Staatshilfen zu retten, was jedoch gegen die europäischen Wettbewerbsregeln stoße. Die "Financial Times" unterstrich, dass British Airways im Rahmen eines tiefgreifenden Umstrukturierungsplans in den letzten Monaten 13.000 Stellen gestrichen habe.

Benachteiligt

"Es wäre unangebracht, wenn die EU-Kommission ihre Politik abschwächen und weitere Hilfen für Alitalia zulassen würde", heißt es im Schreiben. Dies würde British Airways und andere britische Fluggesellschaften in einer Phase benachteiligen, in der Alitalia, Air France und KLM ihre Partnerschaft stärken.

Die Initiative der British Airways löste eine entrüstete Reaktion des Vize-Generaldirektors der Alitalia, Glen Hauenstein, aus. "Alitalia fordert keinerlei Staatshilfen, sondern Maßnahmen zur Unterstützung des gesamten Flugverkehrs in Italien", sagte er.

"Cassa Integrazione"

Um die Krise zu bewältigen, will Alitalia bei der Regierung die so genannte "Cassa Integrazione" für rund 1.548 Arbeitnehmer beantragen, was dem Personal bei krisenbedingten Beschäftigungsausfällen bis zu 80 Prozent des Lohnes ersetzt. Ein Großteil der Kosten für diese Flexibilität wird der italienische Staat tragen, da Alitalia von der Regierung die Anerkennung des Krisenstatus forderte.

Die Produktivität will Alitalia durch stärkere Flexibilität des Personals steigern. Zudem will Alitalia bei der Regierung Steuerentlastungen ihren Kerosinbedarf beantragen. Die Fluggesellschaft hofft, dass diese Forderung nicht auf Widerstand in Brüssel stoßen wird. Geplant ist auch die Erhöhung des Pensionsalters der Piloten auf 65 Jahre. Alitalia will somit den Dienstaustritt von rund 200 Piloten vermeiden, was der Gesellschaft erhebliche finanzielle Probleme bescheren würde. Dagegen hat das Alitalia-Personal bereits mit dem Aufruf zu einem Streik reagiert.(APA)

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