Deutschlandweite Razzia bei Internet-Anbietern rechtsextremer Musik

1. April 2004, 13:15
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Ermittlungen gegen 342 Beschuldigte gegen Volksverhetzung

Mit einer deutschlandweiten Razzia ist die Polizei gegen Anbieter von rechtsextremer Musik im Internet vorgegangen. In den frühen Morgenstunden fanden 333 Durchsuchungen bei Verdächtigen statt, die in einer Internet-Tauschbörse Musiktitel mit volksverhetzenden Inhalten zum Herunterladen angeboten haben sollen, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt demnach gegen insgesamt 342 Beschuldigte wegen Volksverhetzung. Sie sollen Musik deutscher Skinhead-Bands mit "menschenverachtenden, rassistischen und zum Teil nationalsozialistischen Inhalten" zur Verfügung gestellt haben.

"Kein Bagatelldelikt"

BKA-Präsident Jörg Ziercke hob die Bedeutung der Ermittlungen gegen Anbieter rechtsextremer Musik hervor. Volksverhetzung sei "kein Bagatelldelikt", erklärte Ziercke. Skinhead-Musikgruppen transportierten politische Feindbilder und seien "die Wegbereiter für die Ausbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts". Gezielt würden junge Leute angesprochen und "in den Dunstkreis des Antisemitismus und der Fremdenfeindlichkeit" gezogen.(Apa)

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BKA

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