Saban und Viacom führen Gespräche über Viva-Kauf

2. April 2004, 14:30
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ProSiebenSat.1-Mitarbeiter von Führungswechsel überrascht

Die Saban Capital Group von ProSiebenSat.1-Mehrheitseigner Haim Saban und der US-Medienkonzern Viacom verhandeln nach Zeitungsinformationen über einen Einstieg bei der Viva Media AG. "Es gibt Gespräche", zitierte die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Mittwoch ein mit den Verhandlungen Vertrauten am Mittwoch.

Gespräche mit Großaktionären

Demnach sprechen die beiden Unternehmen mit Großaktionären von Viva wie Time Warner und Universal International Music. Ein Sprecher von Saban war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. "Der Vorstand beteiligt sich nicht an Spekulationen", sagte Viva-Chef Dieter Gorny der Zeitung. "Es gibt eine Verkaufsbereitschaft der wesentlichen Investoren", hieß es in dem Bericht zudem ohne konkrete Quellenzuordnung.

Sprachlos

Viele ProSiebenSat.1-Mitarbeiter sind vom Führungswechsel bei Deutschlands größtem TV-Konzern überrascht worden. "Ich bin noch immer sprachlos", sagte ein führender Betriebsrat am Mittwoch in München. Die Beschäftigten hätten trotz aller Spekulationen um einen Weggang von Konzernchef Urs Rohner die Vertragsverlängerung im vergangenen Herbst als Vertrauensbeweis gewertet.

Posch folgt Rohner nach

Am Vortag hatte Rohner verkündet, das Unternehmen Ende April zu verlassen. Nachfolger wird der Belgier Guillaume de Posch, der bereits das operative Geschäft verantwortet. Bei den Mitarbeitern habe Posch bisher einen guten Eindruck gemacht, hieß es in Betriebsratskreisen. Über seine weiteren Pläne sei aber noch wenig bekannt. Vor allem die Integration der Sender ProSieben (München) und Sat.1 (Berlin) werde eine schwierige Aufgabe bleiben. "Das wird auch Posch wohl nicht schaffen." Die Kulturen seien einfach zu unterschiedlich. (APA/Reuters/dpa)

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