Sorge um Milchpreis

1. April 2004, 16:12
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Tirol Milch: 30 Cent pro Liter ist Schmerzgrenze

Wien - "30 Cent pro Liter Milch für Bauern" sind für den Obmann der Tirol Milch, Hans Schweiger, die absolute Schmerzgrenze. Aufgrund der Agrarreform und der EU-Osterweiterung könne es jedoch sogar zu einer Unterschreitung dieses Preises kommen.

Im vergangenen Jahr zahlte Tirol Milch als drittgrößte Molkerei Österreichs einen durchschnittlichen Milchpreis von 33,5 Cent pro Liter an die Bauern.

Projekte mit Slowenien und Ungarn

Bezüglich Osterweiterung gibt es bereits konkrete Projekte mit Slowenien und Ungarn. In Slowenien wird man ab Mitte April mit Produkten vertreten sein, dort hofft man auf Chancen am Markt, da sonst kaum Fremdmarken vertreten sind. In Ungarn wird Tirol Milch ab 1. Mai gelistet. Sonst sieht man die Lage aber eher skeptisch, der Milchpreis im Osten liege bei etwa 20-22 Cent pro Liter für den Bauern und die Kaufkraft der Bevölkerung im Allgemeinen sei nicht sehr groß, so Geschäftsführer Hans Partl, der sich im Juli auf die Latella-Führung zurück zieht.

Aktionen wie die von Billa vor wenigen Wochen, wo ein Liter Milch um 54 Cent verkauft wurde, bezeichnet Partl als "Katastrophe". Das Gefühl für den Wert eines Produkts gehe so den Konsumenten verloren.

Der Umsatz der Tirol Milch ist 2003 um 2,6 Millionen auf 133,7 Millionen Euro zurückgegangen, das Betriebsergebnis konnte auf 389.000 Euro versechsfacht werden. (DER STANDARD Printausgabe, 24.3.2004, gri)

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