IPI besorgt wegen Angriffs auf haitianischen Journalisten

2. April 2004, 14:34
posten

"Gefährliche Zeit" für Medien im Inselstaat

Das Internationale Presse Institut (IPI) hat sich besorgt über den Angriff auf einen haitianischen Journalisten gezeigt und die Behörden des Landes zum Schutz seiner Berufskollegen aufgerufen. Der Radiojournalist Elysee Sincere sei am 13. März von bewaffneten Männern in seinem Wohnort Petit Goave angeschossen worden, schreibt das IPI am Montag in einer Aussendung in Wien. Der Vorfall sei "nur der jüngste in einer Reihe von Angriffen auf Medien, weil verschiedene Gruppen in Haiti um die Macht kämpfen".

Der Angriff auf Sincere dürfte von Angehörigen der in der Demokratischen Konvergenz (CD) zusammengeschlossenen Oppositionsgruppen ausgeführt worden seien, nachdem sich der Journalist über die Abwesenheit von Polizeikräften in Petit Goave beklagt hatte. Die Polizei galt als wichtigste Stütze des Ende Februar gestürzten haitianischen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide. Laut IPI wurden bereits Ende Februar zwei Radiostationen in der zweitgrößten Stadt des Inselstaates in der Karibik, Cap-Haitien, von Rebellen zerstört.

"Gefährliche Zeit"

IPI-Direktor Johann Fritz sprach von einer "gefährlichen Zeit" für die Medien in Haiti. Die Medienvertreter müssten ihrer Tätigkeit ohne Einschüchterung und Angriffen nachgehen können "und die Machthaber müssen handeln, damit das passiert". Ansonsten werde "eine wichtige unabhängige Stimme in Haiti verloren gehen". Es gebe unter den politischen Parteien Haitis "eine starke Tendenz, die Medien als ihr persönliches Eigentum anzusehen". Diese Gruppen müssten akzeptieren, "dass dies nicht der Fall ist und auch die Medien müssen härter arbeiten, um diesem Eindruck entgegenzutreten".

Das International Press Institute (IPI) ist ein globales Netzwerk von Tageszeitungen, Magazinen, Radio- und TV-Stationen sowie Nachrichtenagenturen. Die seit über zehn Jahren in Wien ansässige Organisation versteht sich als "Watchdog" für die Pressefreiheit. Heute hat sie Mitglieder in über 115 Staaten. (APA)

Share if you care.