Küniglberg bastelt an neuen Projekten im Unterhaltungsbereich

20. April 2004, 20:43
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Böhm: Baldige Entscheidung über "Eventprogramm" als Nachfolger für "Starmania"- "Sommerkabarett" auf ORF 1 und "Lachprogramm" für ORF 2

Einen Bericht aus den ORF-Programmwerkstätten lieferte am Montag ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm dem Publikumsrat des Öffentlich-Rechtlichen. Gar zu genau wollte er sich indes nicht in die Karten schauen lassen: Für ein "Eventprogramm", das in die Fußstapfen von "Starmania" treten könnte, würden derzeit "mehrere Konzepte und Ideen" gewälzt" und auch "auf ihre Finanzierbarkeit hin" geprüft. Was man realisieren will, "wird sich in den nächsten Wochen herausstellen".

"Austropop-Show"

Auch mit der bereits in Aussicht gestellten "Austropop Show" "wollen wir uns in den nächsten Wochen noch intensiv beschäftigen", berichtete Böhm. Zu sehen sein werde sie voraussichtlich im Herbst 2004 oder Anfang nächsten Jahres. In welcher Form, etwa als Suche nach dem "ultimativem" Austropop-Song oder als Retro-Show, "wird sich zeigen".

"50 Jahre Rock'n Roll", Eurovisions-"EU-Erweiterungsshow"

Bereits fixiert ist die Show "50 Jahre Rock'n Roll" (in Koproduktion mit dem ZDF) am 17. April sowie die Eurovisions-"EU-Erweiterungsshow" (Arbeitstitel) am 30. April. Geplant ist weiters das Format "Österreich Show", in der den Beziehungen der EU-Beitrittsländer und österreichischer Regionen "in spielerischer Form" auf den Grund gegangen werden soll. Da Jubiläum "50 Jahre Fernsehen" im Jahr 2005 soll ebenfalls gebührend - und unterhaltsam - gewürdigt werden.

Sommerkabarett

Schon in wenigen Monaten soll der Programmschwerpunkt "Sommerkabarett" donnerstags um 22.00 Uhr in ORF 1 die "besten Produktionen des Jahres" aus dem Kleinkunstbereich auf den TV-Bildschirm bringen. Eine gute Lösung für das Kabarett als "schwieriges Feld" für das Fernsehen, meinte Böhm. Für ORF 2 will man "Lachprogramm" entwickeln - "in Hinblick auf volkstümlichste Unterhaltung", so Böhm, allerdings unter Berücksichtigung einer "Geschmacksgrenze". Zum Schmunzeln anregen soll künftig die Doku-Reihe "Das ganz normale Verhalten der Österreicher..." - etwa beim Auto Fahren, Urlauben, Heiraten, oder Abnehmen. Eine Ausgabe (Shopping-Situationen) war bereits auf Sendung. In "humorvoller Weise" sollen die Österreicher in ihrem Alltag gezeigt werden, und zwar aus dem Blickwinkel eines "Völkerkundlers".

Zeit der Gameshows

Auf die "Donnerstag Nacht" ist der Unterhaltungschef sichtlich stolz. Die Jugendleiste sei "eine Art Feinkostladen der Unterhaltungsabteilung". Die Fortsetzung von "Dorfers Donnerstalk" ist bereits fixiert, die zweite Staffel von "Echt fett" läuft derzeit, an einem ähnlichen Format arbeite man, berichtete Böhm. Hoch zufrieden zeigte er sich auch mit dem Start der Promi-Game-Show "Wahre Freunde", die vergangenen Freitag erstmals ausgestrahlt wurde. "Ich glaube, wir haben damit einen internationalen Trend vorweggenommen", sagte Böhm. Talk- und Quizformate unterlägen "einer gewissen Abnützung", in der TV-Unterhaltung gebe es "Zyklen", wonach nun bald wieder die Zeit der Gameshows anbrechen könnte. "Wir glauben, dass das wiederkommen wird". Die erste Ausgabe habe jedenfalls "bei allen Publikumsschichten durchwegs einen Marktanteil von rund 28 Prozent"erzielt.

Publikumsrat zur Sport-Berichterstattung

Für Debatten sorgte am Montag im Publikumsrat aber auch der Sport, konkret die Vorgänge rund um das Anti-ORF-Transparent beim Meisterschaftsspiel Herold Admira gegen SK Rapid. Einige Publikumsräte befanden, der ORF hätte mit diesem Vorfall gelassener umgehen sollen, andere lobten die Reaktion des ORF. Kritisiert wurde, dass von Seiten des ORF-Kommentators von "Terror" die Rede gewesen sei. Dies sei in der Tat eine "Entgleisung" gewesen, räumte ORF-Generaldirektorin Monika Lindner ein. Es habe aber bereits eine Entschuldigung gegeben. Generell müsse es dem ORF überlassen bleiben, was man zeige und was nicht. "Was tun, wenn ein anderes Mal etwa Transparente mit rassistischen Inhalte auftauchten?" argumentierte die ORF-Chefin. (APA)

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