
Gerade der Anschlag von Madrid spricht nach allem, was wir vorläufig wissen, dafür, dass er mit der Politik der Härte, der Politik der USA und ihrem Krieg gegen den Irak zu tun hatte, in dem Spanien an der Seite der USA gestanden ist. Und es spricht vorläufig manches dafür, dass er ohne diese Festlegung der spanischen Politik – übrigens auch gegen eine deutliche Mehrheit in der spanischen Bevölkerung – vermutlich unterblieben wäre. Bloße Spekulation? Ja. Aber durch Erfahrung gestützt.
Bisher weitestgehend verschont
Lassen Sie mich’s so skizzieren: Österreich ist bisher weitestgehend von islamistischen Gewalttaten verschont geblieben. Auch in Österreich ist allerdings mittlerweile der Islam die Religion, mit den zweitmeisten Anhängern. Natürlich könnten darunter auch radikale sein. Aber in Österreich ist der Islam seit den Zeiten der Habsburgermonarchie als Religion staatlich anerkannt. Und die Führer der islamischen Religionsgemeinschaft sind in die staatliche Kultusverwaltung mit einbezogen. Durch diesen offiziellen Status gibt es regelmäßige Kontakte und auch die Finanzierung des Religionsunterrichts. Die ständige Beziehung zwischen Staat und Religionsführern und die Tatsache der Gleichberechtigung der Angehörigen der islamischen Religionsgemeinschaft mit den Anhängern der anderen anerkannten Religionsgemeinschaften hat eine Wirkung. Und von der profitiert Österreich. Die regelmäßige und gute Beziehung trägt zum Frieden bei.
Immer klar gemacht
Dasselbe gilt für Österreichs Erfahrungen im Umgang mit kurdischen Organisationen, die für eine politische Lösung des Kurdenproblems eintreten. Sie sind seit Jahren hier vertreten und es gibt regelmäßige Kontakte zwischen ihnen und staatlichen Stellen bis hin zur Polizei. Österreich hat immer klar gemacht, dass es Gewalt gegen andere Konfliktparteien nicht akzeptieren und streng verfolgen würde, dass es aber politisches Engagement akzeptiert und schützt. Das hat geholfen, gewalttätige Auseinandersetzungen hier zu ersparen, die es anderswo gegeben hat.
Kommunikative Intelligenz gefragt
Ist es also Härte, um die es geht? Es ist Klarheit und Verständigung. Klarheit, dass Gewalt als Mittel der Politik nicht akzeptiert wird. Und es ist Verständigung mit den Gruppen, die für politische Lösungen eintreten. Letztlich ist es kommunikative Intelligenz: Wer etwas zu verlieren hat, ist als Partner – auch gegen radikale Anhänger von gewaltsamen Lösungen – zu gewinnen. Dort liegt Europas Chance. Härte allein genügt nicht.
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Hätten wir einen 9/11 erlebt ohne einen George W. Bush???. Hätten wir mit einem Al Gore einen 9/11 erlebt??? Das ist alles Spekulation, zugegeben. Aber dennoch bleibt die Frage interessant, ob nicht vielleicht gerade jene, die sich jetzt als die tapferen Krieger gegen die Feinde des Westens gebaren viel mit den Ursachen dieser Misere zu tun haben. Außerdem glaube ich, dass einer der Hauptgründe, warum Österreich bisher verschont geblieben ist nicht zuletzt unsere Neutralität ist (neben der relativen Bedeutungslosigkeit Österreichs im Weltmaßstab). Das sollten sich jene, die eifrig an der Abschaffung derselben arbeiten vielleicht auch einmal vor Augen halten.
was im Moment gerade in den Schulen (!!!) beim islamischen Religionsunterricht bereits für Propaganda existiert. Politiker und Schreiberlinge kommen und gehen, den Fundamentalismus muß in letzter Instanz sowieso das gewöhnliche Wählervolk ausbaden.
daß wenn man nur einen bruchteil der kosten was in den irak und afghanistan-krieg verpulvert wurde dazu verwendet hätte armut in den nahen osten zu bekämpfen und frieden zu stiften dann hätte wahrscheinlich 11/9 oder anschlag in madrid nie stattgefunden.
aber anstatt probleme an den wurzel zu packen bekämpft man lieber die symptome.
die islamische Religion is schuld
Als ob Christen u. ander Religionen nicht morden und foltern würden.
Unterschied:
Die brauchen die Bomben nicht selber herumtragen u. zünden (muslemische Fanatiker) sondern legen Bombenteppiche (christliche Fanatiker aus USA) o. beschießen aus Helikoptern (jüdische Fanatiker).
Natürlich haben die reicheren Fanatiker auch die bessere Marketingabteilung
...soweit ich weiß haben sind die urheber der anschläge in madrid marrokanischer abstammung...marroko ist nun luftlinie wohl 2 bis 3000 km entfernt von baghdad...
daher sehe ich hier keinen möglichen zusammenhang den krieg im irak als ursache zu sehen...vielmehr als willkommener auslöser...aber wenn das so ist kann man sich seinen auslöser ja quasi selber aussuchen...das ziel haben die terroristen aufgrund von falschen reaktionen seitens der neuen spanischen regierung ja bereits erreicht
... mit verständigungsbereiten Menschen betrifft. Aber bei von Hass verblendeten Terroristen greift diese Politik nicht. Österreich wurde hier nicht deshalb bisher weitgehend verschont, weil es mit seinen Minderheiten fair umgeht (was ja wohl auch nur relativ zu sehen ist), sondern weil es in der direkten Konfrontation mit den Terroristen Kopf und Schwanz einzieht. Und so haben die Terroristen andere Prioritäten. Aber - wenn alle so agieren, haben wir diesen Vorteil auch nicht mehr.
Die Politik der Bush-Regierung ist übrigens nicht "hart", sondern dumm. Und kein Beweis dafür, dass man es nicht besser machen könnte.
@ Schwanz einziehen: Lieber am Leben und lieber nicht in irgend einen Krieg mit zweifelhaften Zielen eingezogen, als mit augestrecktem Schwanz verendet (bin kein Feminist und gehöre zur Beidl-Partie, trotzdem).
@ Frieden: Na, ich glaub' es hat auch damit zu tun, dass Kreisky zeigte wo sich Israel unfair verhält.
hat Österreich in den vergangenen 15 jahren immer nur den Kopf eingezogen (wie ich mal diese von Einem beschriebene Haltung der Konfliktvermeidung nenne). Aber sich nicht durch Dialog-Angebote oder ernstzunehmende außenpolitische Initiativen in Konflikten profiliert.
Die Initiativen kommen inzwischen sogar von der Schweiz (Genfer Nahost-Initiative), weiterhin von den Skandinaviern und sogar von Irland. Aus Österreich kommt nix mehr. gar nichts.
(wie auch, bei dieser Außenministerin bzw. diesem Außenministerium?)
Einem tut sich etwas schwer mit der Zuordnung von Ursache und Wirkung: Auslöser für Al-Kaida Attentate ist nicht die Irak oder Afghanistan Politik der Allianz. 9/11 war d a v o r und einige gerade noch vereitelte Attentate zb in Deutschland (Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Augsburg,...) beweisen, das Kopf-in-den-Sand stecken nicht vor Terror schützt. Die Ursache des Terrors ist die Angst der islamischen Imane vor der modernen Welt und ihren Werten, vor Fortschritt, Frauenrechten, Hedonismus und Individualismus. Wenn wir an unseren Werten festhalten wollen, werden wir sie verteidigen müssen. Mit geheimdienstlichen und auch militärischen Mitteln.
11/9 war ein Weg um aufzuzeigen wo der Feind wohnt. Die Islamische Welt muss die USA mehr als nur hassen um sowas zu tun.
Was jeden Tag in Israel passiert und was man sich alles erlauben kann wenn die USA hinter einem steht ist mehr als unmenschlich.
Als Kollonialmacht darf man sich scheinbar alles erlauben (und auch wir sind schon von den USA abhängig)
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