Massenvergewaltigungen an der Tagesordnung

2. April 2004, 16:14
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UNO-Beauftragter weist auf menschliche Tragödie im Westen des Sudans hin

Nairobi - Die Kämpfe im Westen Sudans haben sich nach Angaben der Vereinten Nationen in den vergangenen Wochen stark ausgeweitet. Arabische Milizen griffen in der Provinz Darfur immer wieder Dörfer an und vergewaltigten Frauen, sagte der UN-Beauftragte für das afrikanische Land, Mukesh Kapila, am Freitag in Nairobi. Die Situation komme "der Definition von ethnischer Säuberung sehr nahe". Damit einher gehe eine große menschliche Tragödie, vielleicht sogar die derzeit größte Katastrophe für Menschen überhaupt.

800.000 Menschen auf der Flucht

In der Provinz Darfur haben sich Rebellen gegen die Streitkräfte und deren paramilitärische Anhänger erhoben. Bei den Aufständischen handelt es sich zumeist um islamistische Afrikaner, während die Regierung in Khartum überwiegend von Arabern gestellt wird. Die Kämpfe haben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen schon mehr als 800.000 Menschen in die Flucht getrieben und hunderten das Leben gekostet.

Massenvergewaltigungen

Kapila erklärte, zahlreiche Dörfer wurden systematisch niedergebrannt und die EinwohnerInnen vertrieben. Viele Menschen seien getötet worden oder schlicht verschwunden. Vor allem Frauen seien Misshandlungen ausgesetzt, Massenvergewaltigungen seien an der Tagesordnung. Der UN-Beauftragte rief die Regierung in Khartum dazu auf, die für solche Gräueltaten verantwortlichen arabischen Milizen zu stoppen. (APA/AP)

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