Organizer kommen durch Handys unter Druck

28. Juni 2004, 16:03
4 Postings

Reine Organizer suchen mit der Entwicklung von SmartPhones ihren Platz im Markt

"Der Markt bewegt sich ganz eindeutig in Richtung SmartPhones, das zeigen uns alle Untersuchungen", sagt Todd Bradley, CEO des Organizerherstellers PalmOne. Denn die als SmartPhone bezeichneten Handys können inzwischen praktisch alles, was ein PDA, ein Personal Digital Assistant, auch kann: Kalender führen, Adressen verwalten, E-Mails schreiben, im Internet browsen, Schnappschüsse machen. Und sie können telefonieren - womit SmartPhones zu den wirklichen Alleskönnern unter den Kleincomputern werden.

SmartPhones

Mit dem Zire, dem ersten Organizer um rund 100 Euro, habe Palm viele Erstbenutzer für diese Technologie gewonnen, "diese Kunden haben sich nicht zwischen Palm oder HP entschieden, sie haben sich zwischen Papier oder einem elektronischen Gerät entschieden", sagt Bradley. Aber jetzt ist es eben ein wachsendes Angebot von SmartPhones, gegen das Palm Aufholbedarf hat.

Einen großen Schritt habe Palm durch den Kauf von Handspring und dessen Treo getan, ein PDA, der ein SmartPhone ist. "Das hat uns zweieinhalb Jahre Erfahrung gebracht", sagt Bradley. Und die Familie der Treos soll starken Zuwachs bekommen: "Zwei Drittel unseres Entwicklungsaufwands geht in SmartPhones".

GPRS und UMTS

Diese Relation sieht Bradley über kurz oder lang auch für die gesamte Produktpalette. Besonderer Fokus der Entwicklung sind dabei High-Speed-Netzwerke (GPRS und UMTS) und effizienter E-Mail-Gebrauch, eine der Hauptfunktionen für SmartPhones. "Mit der Zeit werden sich die Leute zunehmend für Konvergenzprodukte entscheiden", also Geräte, die sowohl Organizer als auch Handy sind, sagt Bradley.

In Europa würde der Markt für den Treo jetzt größer werden: Denn eben lief ein exklusives Verkaufsabkommen mit Orange ab, was PalmOne freie Hand für Partnerschaften mit einer größeren Anzahl von Betreibern gibt . Es ist dies auf den meist subventionierten Handymärkten ein Schlüssel zum Überleben.

"Wir sind nicht mit dem Palm-OS verheiratet"

Das Palm-Betriebssystem selbst ist für Bradley kein Dogma. Erst vor kurzem wurde PalmSource als eigene Firma etabliert, die das Palm-Betriebssystem entwickelt und an Hardwarehersteller verkauft (neben PalmOne auch Sony und Samsung). PalmOne sei jedoch frei, andere Betriebssysteme wie Symbian oder Microsoft zu verwenden. "Wir sind nicht mit dem Palm-OS verheiratet", sagt Bradley. "Unser Fokus heißt: den Nutzen für Kunden zu verbessern."(DER STANDARD, Printausgabe vom 20./21.3.2004)

Link

Palm

  • Todd Bradley, CEO des Organizerherstellers PalmOne.
    foto: standard/spu

    Todd Bradley, CEO des Organizerherstellers PalmOne.

Share if you care.