27 Journalisten in Kuba seit einem Jahr hinter Gittern

9. April 2004, 15:00
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ROG fordert Freilassung von 75 kubanischen Dissidenten

"Reporter ohne Grenzen" (ROG) hat am Donnerstag in Brüssel die Freilassung von 75 kubanischen Dissidenten, darunter 27 Journalisten, gefordert, die vor einem Jahr verhaftet wurden. Im Rahmen einer Pressekonferenz appellierte Robert Menard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, laut einer Aussendung an die Abgeordneten des Europaparlaments, sich kontinuierlich für eine Freilassung der Oppositionellen einzusetzen und die "Brüsseler Erklärung" zu unterschreiben.

Petition

Mit dieser Petition will ROG die Europäische Kommission und den Europarat bewegen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, dieses Ziel zu verfolgen. Unter den Erstunterzeichnern befindet sich Daniel Cohn-Bendit (Präsident der Europäischen Grünen/FAE), die Italienerin Emma Bonino (Sekretärin des Partito radicale transnazionale), Pervenche Beres, Vizepräsidentin der europäischen Sozialisten (PSE), der Schotte Graham Watson (Vorsitzender der Liberalen und Demokratischen Partei Europas) der Portugiese Jose Ribiero e Castro (UEN), Gérard Deprez (PPE) aus Belgien und der Holländer Jules Maaten (ELDR).

"Weltweit größtes Gefängnis für Journalisten"

Vor einem Jahr habe sich Kuba in das "weltweit größte Gefängnis für Journalisten verwandelt", so ROG. Im März 2003 habe die kubanische Regierung ihren Kurs relativer Toleranz gegenüber unabhängige Medien verschärft. Sie ließ 75 in Kuba lebende Dissidenten verhaften, unter ihnen 27 unabhängige Journalisten. Sie sollen in Zusammenarbeit mit den USA die Unabhängigkeit Kubas gefährdet und der Wirtschaft des Landes geschadet haben.

Anfang April verurteilten die Gerichte die Journalisten und Dissidenten zu Haftstrafen von bis zu 27 Jahren, zu deren Verbüßung viele von ihnen in Gefängnisse verlegt wurden, die hunderte Kilometer von ihren Wohnorten entfernt liegen.

Miserable Haftbedingungen

Die Familienangehörigen der Inhaftierten verurteilen dieses Vorgehen als "zweite Strafe". Angesichts der miserablen Haftbedingungen - Ratten und Kakerlaken in den Gefängnissen, kein Zugang zu fließend Wasser, keine medizinische Versorgung und ungenießbares Essen - seien die Gefangenen auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen, um überleben zu können. Einige der Gefangenen, wie zum Beispiel Oscar Espinosa Chepe, sind laut ROG in der Haft bereits schwer erkrankt. (APA)

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