Schutz vor Anlagebetrug

7. April 2004, 14:54
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Bei "Traumrenditen ohne Risiko" ist Skepsis angebracht

Wien - Anlagebetrug boomt auch in Österreich. Die Finanzmarktaufsicht hat derzeit zwei schwarze Schafe der Finanzbranche am Pranger (und auf der Website) und warnt vor Geschäften mit ihnen.

Aber auch Arbeiterkammer und Konsumentenschützer appellieren immer wieder eindringlich, keine Geldgeschäfte mit Traumrenditen via Internet abzuschließen. Denn Anlagebetrüger arbeiten derzeit vorzugsweise via Web.

Zur bevorzugten Klientel gehören Freiberufler, weil bei ihnen mehr zu Veranlagendes vermutet wird und sie als "empfänglicher" für steuerschonende Geldanlage gelten.

Tolle Erträge bei "vollkommen risikolosen" Veranlagungen

Die Versprechen sind immer dieselben, nämlich tolle Erträge bei "vollkommen risikolosen" Veranlagungen. Oft soll Geld auf ausländische Konten eingezahlt werden (bessere Verzinsung oder Steuerschonung).

Zuerst wird ein kleiner Anlageerfolg ausgewiesen, dann wird Nachschuss verlangt, dann ist das Geld weg, die freundlichen Berater sind nicht auffindbar, die angegebenen Geschäftsstellen existieren nicht.

Wenig kommt ans Licht

Rund drei Milliarden Euro Schaden dürften Finanzbetrüger in Österreich derzeit jährlich anrichten, schätzt die internationale Handelskammer. Beliebt sind derzeit auch E-Mails, die zur Hilfe bei Geldtransfers aus einem politisch unruhigen Land gegen Provision einladen.

Allerdings: Die wenigsten Fälle landen vor Gericht. Einerseits weil oft Schwarzgeld bei Betrügern veranlagt wird, andererseits weil Gerichtswege in jedem Fall langwierig und teuer sind.

Unseriöse Berater unterwegs

Es muss aber nicht immer Betrug sein, der zum Totalverlust führt. Auch unseriöse Berater sind unterwegs. Misstrauisch sollten Anleger immer sein, wenn Vertragstexte nicht verständlich oder seitenlang sind und mit dem Argument "jetzt oder nie" Druck gemacht wird.

Abstand sollten Anleger bei unerwünschten Einladungen oder Anrufen zwecks Geldanlage nehmen. Dieses "Cold Calling" ist zwar in Österreich verboten, aber noch immer eine beliebte Vorgangsweise unseriöser Finanzvermittler.

Grundsätzlich gilt: Keine Produkte kaufen, die man nicht versteht. (DER STANDARD Printausgabe, 18.03.2004 kbau)

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