7,7 Milliarden Schilling fehlen noch

2. April 2004, 13:23
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Nationalbank vermisst noch immer eine große Menge alter Banknoten - "Suttner-Tausender" noch bis Ende August 2005 umzutauschen

Wien - Mehr als zwei Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes befinden sich noch immer Schilling-Banknoten im Wert von insgesamt 560 Mio. Euro oder 7,7 Mrd. Schilling im Umlauf. 320 Mio. Euro (4,5 Mrd. S) davon entfallen auf die Banknoten der "letzten Serie" vor dem Bargeldumtausch, die bei der Nationalbank oder ihren Zweigstellen ohne zeitliche Beschränkung - "ohne Präklusionsfrist" - umgetauscht werden können, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Montag mit.

Rückstellung

Für 80 Prozent dieses Wertes hat die OeNB in ihrer Bilanz Rückstellungen gebildet, also in der Höhe von rund 250 Mio. Euro, teilte die OeNB mit.

Von früheren Serien sind noch Schilling-Banknoten im Gegenwert von 240 Mio. Euro mit "Ablaufdatum", also so genannter Präklusionsfrist, ausständig. Nach Ablauf dieses Datums - 20 Jahre nach dem Einziehungstermin - verfallen diese Banknoten, "zu Gunsten der Republik Österreich", wie OeNB-Direktor Michael Wolf, Leiter der Hauptabteilung Rechnungswesen, betont.

Verfallsdatum 2005

Nächster "Präklusionstermin" ist der 30. August 2005, wo letztmalig der 1.000-Schilling-Schein mit dem Porträt der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gewechselt werden kann. Danach ist diese Note de facto wertlos. Die Nationalbank wird davor noch in einer Informationskampagne auf das bevorstehende Verfallsdatum aufmerksam machen.

Ebenfalls noch "ausständig" sind insgesamt 3,7 Mrd. Stück Schilling- und Groschen-Münzen im Gegenwert von 4,1 Mrd. Schilling oder 300 Mio. Euro. Die meisten davon sind 10-Groschen-Münzen.

2003 kamen 40 Millionen zurück

Im vergangenen Jahr 2003 verzeichnete die Nationalbank einen Rücklauf von Schilling-Scheinen im Wert rund 40 Mio. Euro.

Die weiteren "Präklusionsfristen": Ende November 2006 endet die Umtauschfrist für den 100-S-Schein mit Angelika Kaufmann, am 31. August 2007 jene für den "Josef Ressel-500-er", ein Jahr später läuft die Frist für die 50-S-Banknote mit Ferdinand Raimund ab. Carl Ritter von Ghega auf dem 20-S-Schein kann noch bis 30. September 2009 gewechselt werden. Otto Wagner (500 Schilling) und Erwin Schrödinger (1.000 Schilling) werden von der OeNB noch bis Ende April 2018 akzeptiert. (APA)

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    Die Scheine der letzten Serie können "ohne Präklusionsfrist" umgetauscht werden, für ältere Noten rückt die Nationalbank nur innerhalb bestimmter Fristen bare Euros heraus

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