Zahl der in Österreich selbst gebrannten Musik-CDs ging zurück

6. April 2004, 10:18
17 Postings

Boom der Musik-DVD hält an - Heimische Musik mit Umsatzanstieg

Die österreichische Musikwirtschaft hat auch im Jahr 2003 einen Umsatzrückgang verzeichnet – dieser fiel allerdings deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. Insgesamt konstatiert der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) auch "positive Entwicklungen", wie auf APA-Anfrage mitgeteilt wurde. Die aktuellen Daten für das Vorjahr zeigen: Die Musik-DVD boomt ungebrochen, österreichische Musik verkaufte sich 2003 besonders gut, und die Zahl der gebrannten Musik-CDRs ging zurück.

Umsetzung

251,1 Millionen Euro wurden im Jahr 2003 mit Tonträgern umgesetzt: Gegenüber 2002 (260,5 Millionen Euro) ein Minus von 3,6 Prozent. In den Jahren zuvor hatte sich der Rückgang dagegen noch bei 9,8 Prozent (2001) und 7,9 Prozent (2002) bewegt. Im internationalen Vergleich liegt Österreich laut IFPI über dem Branchenschnitt, für den weltweiten Musikmarkt werde ein Rückgang von rund sieben Prozent erwartet. Doch auch international orte man "erste Anzeichen einer Markterholung".

Problematik

Nach wie vor sieht die Branche das "selber Brennen" von Musik auf CD als ein "Hauptproblem", wird von IFPI-Seite betont. Im Jahr 2003 hielt sich aber die Zahl der gebrannten Musik-CDs (18,8 Millionen) und der gekauften Original-CDs (18,6 Millionen) die Waage. Damit hat sich die Zahl der gebrannten Silberlinge gegenüber 2002, als noch 24 Millionen registriert wurden, deutlich verringert, die Kauf-Musik-CDs blieben praktisch stabil. Interessantes Detail im "Brennverhalten" der Österreicher: Musik macht 40,2 Prozent der gebrannten Inhalte aus (2002: 43,3 Prozent), was somit einen leichten Rückgang darstellt. Fotos dagegen wurden mit 13,9 Prozent eifriger gebrannt als 2002 (9,5 Prozent).

Aufschwung

Unbestritten auf dem Vormarsch ist die Musik-DVD. Mit ihr wurden 2003 bereits 12,8 Millionen Euro umgesetzt (2002: 6,3 Mio. Euro). Erstmals hat sie damit auch die CD-Single überholt (9,3 Mio. Euro). Am Gesamtumsatzkuchen hält die DVD nun 5,1 Prozent, die CD-Single 3,7 Prozent und die "normale" CD nach wie vor das größte Stück mit 90,2 Prozent. Mit je 0,5 Prozent halten sich übrigens weiter die Musik-Kassette sowie das gute, alte Vinyl. Das profitiert nach wie vor vom Kultfaktor und hält sich laut IFPI wacker in seiner "Nische" mit stabilen bis steigenden Umsätzen.

Musikwahl

Als besonders erfreulichen Trend bezeichnet die IFPI die starken Zuwächse beim Verkauf österreichischer Musikproduktionen. Sicher auch ein Verdienst von Ex-"Starmaniac" Christina Stürmer, deren Album "Freier Fall" das erfolgreichste des Jahres war. Unter den besten 25 Singles fanden sich 2003 acht österreichische Titel, im Top-25-Ranking der Alben sieben heimische Produktionen. 15 Prozent des Gesamtmarktes wurden denn auch im Jahr 2003 von Popmusik "made in Austria" bestritten, in den Vorjahren waren es stets um die elf Prozent gewesen. Der Anteil der internationalen Pop-Musik fiel im Vorjahr mit 77 Prozent erstmals seit 1995 unter die 80 Prozent-Marke. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.