Ein Preis für soziale Verantwortung

2. April 2004, 21:49
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Tischrunde siegt mit der Forderung nach neuem Berufsbild

Für die Sozial- und Marktforscherin Margarete Havel ist der ideale Hausbetreuer von morgen weder der alte Hausmeister noch der anonyme Angestellte einer Firma, sondern ein Langzeitarbeitsloser, der über diese Tätigkeit wieder in den Arbeitsprozess hineinfindet. Havel betreut das vom Wirtschafts- und Arbeitsministerium sowie dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt "Equal", das dieses Modell bereits mit Wiener Wohnen und der Buwog zu verwirklichen versucht. Als Sprecherin des Tisches mit dem Vorschlag "Hausbesorger neu als zukunftsfähiges Berufsbild für serviceorientierte Hausbetreuung" ging sie nach den traditionellen Tischdiskussionen beim Wohnsymposium als klare Siegerin der Abstimmung hervor.

soziale Verantwortung im Bewusstsein der Bewohner

Havel möchte neben einem möglichst niedrigen Preis und der Qualität der Hausbetreuung auch die soziale Verantwortung ins Bewusstsein der Bewohner einführen. Würden diese etwas mehr bezahlen, wenn damit Menschen am Rande der Gesellschaft, ohne Job und von Wohnungsverlust bedroht, reintegriert werden könnten?, fragt Havel. "Können wir das Konzept von "Fair Jobs" Verwaltern und Mietern verkaufen?" Denn mit dem Preisdumping privater Reinigungsfirmen kann ihr Projekt, das gemeinsam mit der Volkshilfe Wien betrieben wird, nicht mithalten. Havel fordert dafür auch neue gesetzliche Rahmenbedingungen: keine Rückkehr zum Hausbesorger alt, sondern ein innovatives Berufsbild, in das ihre Schützlinge hineinpassen. (ef, DER STANDARD Printausgabe 12.3.2004)

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