Stammt aus dem Jahr 1922 und wurde mit 1. Juli 2000 ersatzlos abgeschafft

2. April 2004, 21:49
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Das Hausbesorger-Gesetz, dass aus dem Jahr 1922 stammte, wurde mit 1. Juli 2000 ersatzlos abgeschafft: Es hatte die Anwesenheit eines Hausbesorgers und seine Entlohnung per betreutem Quadratmeter (einschließlich Gehsteig) vorgeschrieben.

Die kostenlose Dienstwohnung hatten die Hausparteien über die Betriebskosten finanziert. Das System wurde vor allem wegen sehr rigider Zuschläge von vielen als teuer und veraltet betrachtet. Die Regierung erhoffte sich durch die Abschaffung eine Senkung der Betriebskosten. Diese ist in vielen Wohnhausanlagen tatsächlich eingetroffen, doch nicht immer im erwünschten Umfang.

In Verträge, die vor der Abschaffung des Gesetzes geschlossen worden sind, wird nicht eingegriffen. Die Zahl der Wiener Hausbesorger nahm dennoch von Juli 2000 bis Ende 2003 um 24,4 Prozent von 18.588 auf 14.043 ab. Von diesem Schwund sind vor allem allein erziehende Frauen betroffen, was die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönliche Dienste empört. Sie fordert Ersatz. (lev, DER STANDARD Printausgabe 12.3.2004)

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