AK-Präsident fordert 90.000 neue Kinderbetreuungs-Plätze

19. April 2004, 11:29
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56.000 Frauen können aufgrund dieses Mangels nicht erwerbstätig sein

Wien - 90.000 neue Kinderbetreuungsplätze fordert die Arbeiterkammer. 25.000 Frauen mit Kindern könnten ihren Weg zurück in den Beruf finden, gäbe es mehr Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze. AK-Präsident Herbert Tumpel machte am Mittwoch in einer Pressekonferenz auf die Situation junger Frauen und Familien aufmerksam. Fast jede fünfte Frau im Haupterwerbsalter, so Tumpel, könne aus familiären Gründen nicht am Berufsleben teilhaben.

Mit anderen Worten: 56.000 Frauen sind akut vom Mangel an Kinderbetreuungsplätzen betroffen. Unzufriedenheit herrsche aber auch über die Öffnungszeiten: 15 Prozent der Eltern würden sich erweiterte Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen wünschen, sagte Tumpel. Außerdem forderte der AK-Präsident österreich-einheitliche Qualitätsstandards.

Kritik an Länderzuständigkeit

Von dem Verweis, dass Kindergärten in den Kompetenzbereich der Länder gehören, hält Tumpel nicht viel: "Es gibt ein Familienministerium", meinte er und verwies darauf, dass es schon eine Kindergartenmilliarde von Bundesseite gegeben habe. Es gebe viele Ansprechpartner, so Tumpel. Am meisten bewegen könne aber doch die Bundesregierung.

Die Investition für die 90.000 geforderten Kinderbetreuungsplätze (geschätzte einmalige Kosten: 288,5 Mio. Euro) sei ein dringender Wunsch der Frauen und nehme Rücksicht auf den zukünftigen Arbeitsmarkt, sagte Tumpel. Nach den Schätzungen der Arbeiterkammer würden die laufenden Kosten für die 90.000 geforderten Plätze 240 Mio. Euro ausmachen. Das sei knapp jene Summe, die jetzt für den erhöhten Kinderzuschlag und die Anhebung der Zuverdienstgrenze für Alleinverdiener ausgegeben werde.

Flexiblere Arbeitszeiten wünschenswert

Die Unternehmen wären gut beraten, die Kompetenz und das Wissen der Frauen besser zu nützen. Wichtig sei auch eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit und - last but not least - würden Länder mit genügend Kinderbetreuungsplätzen zeigen, dass damit die Geburtenrate steige, stellte der AK-Präsident fest. (APA)

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    Knapp drei Millionen Euro müssten investiert werden, um 90.000 neue Plätze zu schaffen.
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