"Beagle 2": Ein Monolog im Dunklen

27. September 2004, 21:59
67 Postings

Spekulationen über Verlust: Mars-Lander zerschellte an "Objekten"

Leicester/Wien - Die Ursachenforschung zum Verlust des europäischen Mars-Landegeräts "Beagle 2" wird immer abenteuerlicher. Sie konzentriert sich nun auf Elemente, die mit dem Gerät selbst nichts zu tun haben: Demnach könnte es an mysteriösen "Objekten" zerschellt sein.

Die Spekulation stützt sich auf zwei Fotos in schlechter Auflösung: Eines zeigt vier kleine Punkte auf dunklem Untergrund, das andere den Landeroboter im Anflug auf den Mars, plus zwei Punkte. Es soll sich dabei entweder um die Überreste des Landers handeln, oder aber um irgendwelche "Objekte, die von der Kenntnis des Landegebiets abweichen". An ihnen könnte "Beagle" zerschellt sein.

Monolog im Dunklen

Die Auswertung sei, "wie die gesamte Ursachenforschung, ein Monolog im Dunklen", betonte der Erbauer von "Beagle 2", Colin Pillinger, am Dienstag gegenüber dem STANDARD: "Wir wissen es nicht." Ungeachtet der Tatsache, dass der Lander seit seiner Trennung von der Sonde "Mars Express" Ende Dezember kein Signal von sich gegeben hat, forderte er bei einer Konferenz der Royal Society in London die Finanzierung neuer Marslanderoboter.

Nach einer anderen Theorie könnte die Mars-Atmosphäre dünner gewesen sei als berechnet: Die Sonde sei deshalb zu schnell auf den Mars gestürzt und zerschellt. Die Annahme wird durch die Daten des Nasa-Landers "Spirit" gestützt: Auch er traf auf eine dünnere Atmosphäre, konnte aber aufgrund seiner Bremsraketen sanft landen. Eine eigene Kommission der Europäischen Raumfahrtbehörde in Paris soll nun den Hitzeschild und die Fallschirme von "Beagle 2" untersuchen. (east/DER STANDARD, Printausgabe, 10.3.2004)

Share if you care.