Frauen im Handel: Kein Bedarf an "Sonntagreden"

22. April 2004, 20:46
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GPA: Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten betrifft hauptsächlich Frauen - Leistungen zu wenig honoriert

Wien - "Viele Menschen reden der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten immer wieder das Wort, ohne darüber nachzudenken, welche Auswirkungen eine solche auf die Betroffenen hat - mehrheitlich betroffen davon sind nun mal Frauen", so der Vorsitzende des Wirtschaftsbereiches Handel in der GPA, Felix Hinterwirth. Anlässlich des Internationalen Frauentages sollte man sich daher in Erinnerung rufen, dass die hervorragende Versorgungssituation der KonsumentInnen hauptsächlich durch die Arbeit von Frauen im Handel gesichert ist.

Mehr öffentliche Beachtung gefordert

70 Prozent der Beschäftigten im Handel sind Frauen, sie sind die wichtigste Schnittstelle zu den KonsumentInnen. "Diese Leistungen verdienen mehr öffentliche Beachtung, vor allem müssen die sozialen Rahmenbedingungen für Frauen im Handel endlich verbessert werden. Die politischen Ankündigungen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen im krassen Widerspruch zur Gesetzgebung und damit zur vorherrschenden Realität", so Hinterwirth weiter. "Bei der Erweiterung der Öffnungszeiten wurden die Interessen der Frauen im Handel vom Gesetzgeber schlichtweg ignoriert".

Unfreiwillige Teilzeitarbeit

Felicitas Seebach, Frauenbeauftragte für den Handel in der GPA, fordert gezielte Frauenförderung und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Immer mehr Frauen leisten im Handel unfreiwillig Teilzeitarbeit. Die Einkommen dieser Frauen sind zunehmend nicht mehr Existenz sichernd. Auch bei der Besetzung von Leitungsfunktionen werden Frauen zu wenig berücksichtigt. Die Leistungen der Frauen im Handel sollten nicht nur am Internationalen Frauentag gewürdigt und anerkannt werden, hier besteht für PolitikerInnen und ArbeitgeberInnen dringender Handlungsbedarf. "Sonntagsreden und Wahlversprechen zur Verbesserung der Lebenssituation berufstätiger Frauen sind hier kein Lösungsansatz", ist sich Frauenbeauftragte Seebach sicher. (red)

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