Wien wird kein San Francisco

21. September 2004, 10:01
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Bürgermeister Häupl lehnte Homosexuellen-Ehe aus "rein formalen Gründen" ab - Grüne: "Hat zu wenig Schneid"

Wien - Michael Häupl habe am Mittwoch die Chance verspielt, "bahnbrechend vorzupreschen", bedauert Maria Vassilakou: "In einer mündlichen Anfrage wollten wir vom Bürgermeister wissen, ob er nicht dem Vorbild seines Kollegen in San Francisco folgen möchte, und den Wiener Lesben und Schwulen die Möglichkeit geben möchte, wie in San Francisco ihre Lebenspartnerschaften auf Landesebene eintragen zu lassen", schildert die Grün-Stadträtin.

Doch Häupl, so Vassilakou, habe "zu wenig Schneid" gezeigt: Er sagte Nein. Und zwar aus "rein formellen Gründen", so die Anfragebeantwortung der Magistratsdirektion. Auch Integrationsstadträtin Renate Brauner ist ablehnend: "Ein Wiener Stadtbeamter muss sich an die Bundesgesetze halten. Das Eherecht ist ein solches", heißt es im Büro Brauner. Zudem hätte die von den Grünen schon seit längerem geforderte "Wiener Ehe" für gleichgeschlechtliche Paare keine konkreten Verbesserungen zur Folge: "Das wäre l'art pur l'art." (red/bri/DER STANDARD, Printausgabe, 3.3.2003)

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