Dem DAX fehlt der Wind in den Segeln

1. April 2004, 11:17
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Das Risiko von Rückschlägen ist noch nicht gebannt

Im vergangenen Monat war das deutsche Marktgeschehen in erster Linie von gähnender Langeweile geprägt. Substanzielle Terraingewinne blieben aus, andererseits kam es auch zu keinen grösseren Rückschlägen.

Langsam drängt jedoch der Aufwärtstrend zu einer Entscheidung, ansonsten ist mit einer weiteren Eintrübung der Aussichten zu rechnen.

Im Rahmen einer 38-Prozent-Korrektur hat der DAX erstmals seit längerem den inneren Trendkanal bei cirka 4040 Punkten nach unten verlassen. Dieses Ereignis erfolgte allerdings ohne nennenswerte Dynamik.

Untere Begrenzungslinie gibt Halt

Vorerst kann die untere Begrenzungslinie des äußeren Trendkanals Halt geben. Diese liegt derzeit bei 3936.5 Punkten und steigt täglich um 7.19 Punkte. Außerdem hat die wichtige Unterstützung bei 3980 Punkten auf Schlusskursbasis gerade noch gehalten.

Wird sie gebrochen, muss allerdings ein Rückschlag bis zum nächsten, wichtigen Kursniveau bei 3780 einkalkuliert werden. Nachfolgende Unterstützungen befinden sich bei 3680 und vor allem bei 3570 Punkten. Nach oben hin ist das Potenzial derzeit durch den Widerstand bei 4175 Punkten begrenzt.

Dieser blieb jedoch zuletzt für den Index ausser Reichweite, denn schon bei 4150 kam es zu einer Umkehr. Erst wenn diese Hürden ausgeräumt werden, kann sich der Himmel über dem DAX wieder aufhellen. In diesem Fall geht es in Richtung 4400 bis 4500 Punkte.

Indikatoren reflektieren aktuelle Schwächephase

Die Indikatoren reflektieren die aktuelle Schwächephase. Ebenso wie der MACD weist auch das Directional Movement System ein Verkaufssignal auf, übrigens das am stärksten ausgeprägte seit der grossen Korrektur vom September des Vorjahres.

Darüber hinaus zeigt der ADX an, dass die Stärke des Aufwärtstrends vollständig abgebaut ist. Der RSI hat das überkaufte Niveau längst hinter sich gelassen. Auch die Stochastik nähert sich schon dem überverkauften Bereich und hat bereits zur Drehung angesetzt.

Solange der Aufwärtstrend intakt ist, kann man beim DAX investiert bleiben. Zur Absicherung der Position ist es empfehlenswert, das Stop-Loss bei 3780 Punkten beizubehalten. Kurzfristig orientierte Anleger können das Stop-Loss auch auf 3940 Punkte nachziehen und nach Rückschlägen wieder einsteigen. (Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations Service Chartanalyst

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