Setzt der ATX seinen Höhenflug fort?

1. April 2004, 11:14
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Der Index hätte noch Potenzial, doch der Himmel über Wien verdunkelt sich zusehends

Unsere letzte Analyse ist aufgegangen. Der ATX hat das prognostizierte Kursziel bei 1800 Punkten exakt erreicht und somit ein neues All-Time-High markiert. Mit der steilen Aufwärtsbewegung konnte der Index zuletzt allerdings nicht mehr mithalten. Kommt es nun zur allseits gefürchteten Korrektur?

Der ATX bewegt sich aus Sicht der Trendlinien im luftleeren Raum. Einzig die Parallelverschiebung des seit November ausgebildeten Aufwärtstrends gibt derzeit Aufschluss über die weitere Kursentwicklung.

Begrenzte Aussagekraft

Die Aussagekraft dieser Linie ist jedoch begrenzt. Aus diesem Grund sollte man sich bezüglich des Rückschlagspotenzials eher an den Unterstützungen orientieren. So finden sich bei 1750 und bei 1710 mögliche Umkehrpunkte.

Besser abgesichert ist der Index aber nach wie vor bei 1690 und bei 1650 Punkten, wo zusätzlich zu den Unterstützungen auch die Fibonacci-Retracements liegen. Auf dem Niveau von 1650 befindet sich derzeit außerdem die Trendlinie des zuvor erwähnten Aufwärtstrends.

Neues Aufwärtspotenzial über 1800

Noch hat sich der ATX allerdings nicht für das Abwärtsszenario entschieden. Eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung wäre daher nach dem Überwinden des Widerstandsniveaus von 1800 Punkten durchaus möglich.

Dies wird ab 1813 indiziert. Auf die nächste Marke trifft der Index in diesem Fall bei 1850 Punkten. Danach könnten sich im Bereich 1930 bis 1960 Widerstände herausbilden.

Gefahr einer Korrektur

Die Markttechnik unterstreicht einmal mehr die Gefahr einer Korrektur. Der MACD ist nach wie vor short. RSI und Stochastik sind erstmals seit Jahresbeginn aus dem überkauften Bereich ausgetreten. Ein schlechtes Omen sind aber vor allem die Divergenzen, welche mehrere Indikatoren zum Kursverlauf ausgebildet haben.

Da das übergeordnete Bild nach wie vor positiv ist, kann man beim ATX noch investiert bleiben. Das Stop-Loss sollte auf 1690 oder 1650 Punkte belassen werden. Angesichts der zunehmenden Risiken erscheint kurzfristig betrachtet auch eine Gewinnmitnahme oder ein knappes Stop-Loss überlegenswert.

In diesem Fall sollten Rückschläge bzw. ein Bruch des Widerstands zu einem Neueinstieg genutzt werden. (Wolfgang Weinmann)

Diese und weitere Analysen finden Sie auf der Homepage von Chartanalyst unter www.chartanalyst.at

Wolfgang Weinmann ist Herausgeber des Börseninformations Service Chartanalyst

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