Ein kräftiges Prost auf Columbus

25. Oktober 2006, 17:02
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Der größte Bierbrauer in Privatbesitz ist die Salzburger Stiegl-Brauerei - ein Familienunternehmen mit langer Tradition.

Wien - Begonnen hat die Geschichte des Salzburger Traditionsbetriebes 1492 in einer Gaststätte, dem "Hauß bey dem Stieglein" (daher der Name). Für den gastronomischen Eigenbedarf wurde hier eine neue Sorte Bier gebraut. Über die Jahrhunderte hinweg gelang es dem kleinen Betrieb, sich mit dem "Getränk für die gewöhnlichen Leute" einen Namen zu machen, zu wachsen und zu überleben.

1887 übernahm Franz Huemer, einer von fünf Gesellschaftern, die Führung des Unternehmens. Drei Jahre später setzte er seinen Neffen Heinrich Kiener als Brauereiverwalter ein und begründete damit die Huemer-Kiener-Dynastie, die heute in vierter Generation die Firma führt. 1900 war man bereits die größte Braustätte im Salzburger Land.

Gebraut wurde damals wie heute nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516. Heute leitet Eigentümer Heinrich Dieter Kiener das Unternehmen. 881.000 Hektoliter Bier verlassen jährlich den Familienbetrieb. 2003 erwirtschaftete die Stiegl-Unternehmensgruppe mit über 600 Mitarbeitern einen Getränkeumsatz (Stiegl-Biere, alkoholfreie Getränke, Importbiere) von 99,3 Millionen Euro (2002: 91,3 Mio.). Dies bedeutet eine Steigerung von 8,8 Prozent. Eigentümer Kiener ist zufrieden: "Das ist ein Zeichen für unsere Weiterentwicklung." Vor Mitbewerber Heineken hat er keine Angst. "Die Konkurrenz in Österreich war immer schon groß. Ich setzte da voll auf unsere Stärke."

Die Eigenmarke "Columbus", die an die Gemeinsamkeit des Entdeckungsreisenden mit dem Gründungsjahr erinnerte, gibt es seit zehn Jahren nicht mehr. "Es war nicht klar, warum wir die Marke führen. Darum haben wir das wieder aufgegeben", erklärt Kiener. (Barbara Forstner, Der Standard, Printausgabe, 01.03.2004)

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Stiegl

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    foto: montage/derstandard.at
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