Digital via Antenne, Sat, Kabel

14. September 2004, 11:00
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Was wir in nicht zu ferner Zukunft sehen, hängt davon ab, wie wir sehen

Digital via Antenne

Terrestrisches Digitalfernsehen beginnt im April als Pilotversuch in Graz mit ORF 1 und 2 sowie ATV+ und Zusatzdiensten auf einem Kanal. 150 Testhaushalte erhalten Decoder gratis, sie sollen aber auch in den Handel kommen. Preisniveau laut Rundfunk-und Telekomregulierung: ab 100 Euro für TV-Empfang, ab 250 Euro mit Zusatzdiensten.

Das digitale Signal in Graz soll auch nach Ablauf des Tests im Juli gleich weiter strahlen. Bis 2010 werden die gewohnten analogen TV-Signale abgeschaltet und jeder Haushalt braucht einen solchen Decoder. Der Fahrplan bis dahin: 2006 sollen schon 60 Prozent der Bevölkerung mit digitalen Signalen versorgt werden. Probleme unter den Landeshaupstädten machen wegen Mangel an zusätzlichen Frequenzen vor allem Wien und St. Pölten. Ab 2007 werden analoge Frequenzen schrittweise von Westen her abgeschaltet.

Dann ist auch auf den bisher von ORF 1 und 2 analog genutzten Kanälen Platz für je vier weitere Programme. Zusatzvorteil: mobiler TV-Empfang.

Digital via Sat

Derzeit ein Boommarkt - schon weil man im Handel ziemlich lange nach analogen Empfängern suchen muss, wenn man sich für eine Schüssel entschieden hat.

Hier - wie im Kabel - ist der Platzgewinn durch digitale Übertragung noch größer als beim TV über Antenne: Wo auf einem Satellitentransponder bisher ein Programm lief, kommen digital an die neun unter.

Wie beim terrestrischen Digital-TV sind interaktive Angebote wie Bestellung oder Abstimmungen durchaus per Fernbedienung möglich - aber nur wenn das Gerät auch mit einer Telefonleitung gekoppelt ist. Das gilt auch für Filme auf Abruf. Die kompletten Programmpakete von Premiere sind - natürlich gegen entsprechende Abogebühren oder mit besonderem Geschick beim Hacken - über Digitalsatellit zu haben.

Auch Hochgeschwindigkeitsinternet bietet etwa Satellitenbetreiber Astra an. Wenn auch nur in eine Richtung - beim Download vom Satelliten. Die Verbindung zum Sender läuft auch hier über Telekomleitungen.

Den ORF freut der digitale Satellitenboom nicht: Je mehr Haushalte so empfangen, desto mehr potenzielles Publikum haben die günstigen Werbefenster deutscher Privatsender, die bisher allein über Kabel zu sehen waren.

Digital via Kabel

Will bisher in Österreich nicht so recht abheben, obwohl diese Variante Vorteile hat, will der Seher zum Mitspieler werden: Der Rückkanal zum Sender läuft auf derselben Verbindung wie der sein Programm verteilt.

Laut Fessel-Erhebung im Auftrag des ORF nützen nur eher bescheidene zwei Prozent aller Fernsehhaushalte digitales Kabelfernsehen mit mehr Programmen und Zusatzdiensten. Der größte Kabelanbieter UPC Telekabel meldete zuletzt im September 2003 in Wien, Graz und Klagenfurt zusammen rund 24.000 digitale Haushalte. Bis Jahresende dürften die Zahl auf 30.000 gestiegen sein, schätzen Branchenkenner.

Bei der Telekabel kostet das so genannte digitale Basispaket mit 57 Fernsehprogrammen, 47 Musikkanälen, Mail via Fernsehen und diversen interaktiven Anwendungen 23,90 Euro pro Monat. Ausbaubar auf bis zu 100 Kanäle, soviel zur digitalen Programmvielfalt. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 27./28.2.2004)

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    foto: standard/cremer

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