Protein schützt Affen vor Aids

11. Juli 2004, 19:58
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Harvard-Wissenschaftler entschlüsseln Mechanismus

Portland - Wissenschafter der amerikanischen Universität Harvard haben herausgefunden, warum einige Affen sich nicht mit dem HI-Virus infizieren können. Sobald das Virus in die Affenzelle eindringe, treffe es auf ein Protein, das eine Vermehrung des Erregers verhindere, schrieben die Forscher im US-Wissenschaftsmagazin "Nature". Wie genau das Protein arbeite, sei jedoch noch nicht klar, sagte der Leiter der Studie, Joseph Sodroski.

Protein TRIM5-alpha

Das Forscherteam entdeckte das so genannte TRIM5-alpha bei Untersuchungen an Rhesus-Affen. Menschen verfügen über eine eigene Form von TRIM5-alpha, die aber im Einsatz gegen HIV nicht so effektiv wie die der Affen ist. Sodroski erklärte, möglicherweise könne ein Medikament entwickelt werden, das die Leistungen des Proteins beim Menschen verbessere.

"Nachdem wir nun dieses Protein entdeckt haben, ist es wahrscheinlich, dass wir es manipulieren und seine Wirkungskraft auf diese Weise erhöhen können", sagte Sodroski. "Wir hoffen, so unsere körpereigene Abwehr gegen HIV stärken zu können." Der Mechanismus könnte sogar gegen andere Viren funktionieren.

Verhindertes HI-Virus

Normalerweise dringt HIV in eine Zelle ein und bringt sie dazu, Kopien des Erregers herzustellen. Die Proteine der Affen durchbrechen dieses System offenbar, indem sie das HI-Virus daran hindern, die Ummantelung um die DNA aufzubrechen. So kann das Virus sein eigenes genetisches Material nicht in die DNA einbringen.

Die Studie könnte Forschern helfen, die Effektivität eines potenziellen Aids-Impfstoffes an Tieren zu testen, sagte Anthony Fauci, Direktor des amerikanischen Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten. Über die Proteinfamilie, zu der auch TRIM5-alpha gehört, sei noch wenig bekannt, erklärte Stephen Goff, Biochemiker an der Columbia University in New York.

Die Ergebnisse der Harvard-Studie legten nahe, dass es viele virus-resistente Proteine gebe. "Jetzt werden sie schrittweise entdeckt, und hoffentlich werden wir herausfinden, wie sie funktionieren." (APA/AP)

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