"Im Gegensatz zu Linux stürzt unser Pinguin ja gelegentlich ab"

4. Juli 2004, 18:20
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Die Edelweiss medienwerkstatt entwickelte das Hitspiel "Yetisports" – Geschäftsführer und Programmierer im Webstandard E-Mail-Interview

Ein neues Online-Game erfreute in den vergangenen Wochen viele Menschen, die ihre (Arbeits-)Zeit hauptsächlich vor dem Bildschirm verbringen. Moorhühner sind längst out, der neue Kult am PC sind Yetis und Pinguine (Der Webstandard berichtete).

War schon "Yetisports Part1" ein großer Erfolg, wurde Yetisports Part 2 – nun wirft ein Killerwal mit seiner Schwanzflosse Pinguine auf eine Zielscheibe – von den Fans noch besser aufgenommen.

Die Edelweiss medienwerkstatt ist das österreichische Unternehmen, dass hinter dem Erfolgsgame steht. Im Webstandard E-Mail-Interview sprechen der Geschäftsführer der Edelweiss medienwerkstatt Stephan Mahrhofer und der Programmierer des Spiels Chris Hilgert über das Geheimnis des Erfolges von Yetisports, den Teil drei des Spieles und den Yeti-Song, der an "traditionelle Volksweisen aus dem Himmalya genauso wie an Elemente der Kinderlieder am Südpol" erinnern könnte.

WebStandard: Yetisports 1 wurde seit der Veröffentlichung am 22. Jänner bereits über 100 Millionen Mal gespielt. Was hat Yetisports 1, das andere Spiele nicht haben?

Hilgert: Die Bedienung ist narrensicher. Die Idee ist krass. Und es ist der Schwung drin.

WebStandard: Was sagt Ihrer Meinung nach die Tatsache, dass ein Spiel, bei dem fast nur ein Knopf gedrückt werden muss, so erfolgreich ist, über die Benützer von Computern aus?

Hilgert: Daß viele User Games möchten, die kein Studium von Manuals erfordern und auch Fun machen, wenn mal nur eine Minute Zeit ist.

Mahrhofer: Wie Christian bereits erwähnt hat: Es muss einfach sein, spannend und grafisch etwas hergeben.

WebStandard: Laut Ihrer Homepage steht ein Teil drei des Spieles kurz bevor. Um was wird es diesmal gehen?

Hilgert: Ein ziemlich haariger Schneemensch verhilft einem flugunfähigen Vogel zu ungeahnt dramatischen, sportlich stets wertvollen Flugübungen.

Mahrhofer: Wir setzen die erfolgreiche Story fort. Nach Weitwerfen bzw. Ziel-Werfen bleiben noch viele Disziplinen offen.

WebStandard: Sie fordern die User dazu auf Vorschläge für die Versionen vier bis zehn an Sie zu senden. Welche Tiere sind hier die Favoriten der Spielefreunde?

Mahrhofer: Die Liste liest sich wie eine Fauna- Enzyklopädie, wobei jeder Kontinent so seine Favoriten hat. Das reicht vom Känguruh, über das Lama bis zum Elch.

Hilgert: Definitiv ausschließen können wir nur das Moorhuhn.

WebStandard: Gab es Beschwerden von Tierschützern oder etwa Linux-Anhängern, deren Maskottchen hier verprügelt wird?

Hilgert: Nein. Im Gegensatz zu Linux stürzt unser Pinguin ja gelegentlich ab.

Mahrhofer: Beschwerden nicht. Es wurden uns allerdings schon verrückte Ideen für eine reale Umsetzung mit unseren Protagonisten vorgeschlagen. Diese lehnen wir jedoch ab. Yetisports ist ein digitales Spiel, nicht für den "realen" Einsatz gedacht.

WebStandard: Sie kündigen einen eigenen Yeti-Song an. Um welche musikalische Stilrichtung wird es sich dabei handeln?

Hilgert: Es wird sich um traditionelle Volksweisen aus dem Himmalya genauso wie Elemente der Kinderlieder am Südpol handeln.... *g*

WebStandard: Das altbekannte "Moorhuhn" entwickelte in Sachen Merchandising ein Eigenleben und war bald von der Krawatte bis zu den Socken überall zu finden. Darf man eine ähnliche Invasion der Yetis erwarten?

Hilgert: Wir planen im Sommer eine eigene Yetisports - Eiswürferl-Kreation.

Mahrhofer: Eine Invasion sollte man sich nicht erwarten. Wir wollen mit Yetisports vor allem ein neues Geschäftsmodell im Onlinebereich zeigen, das eine Verwertungskette beinhaltet. Und wir wollen qualitativ neue Maßstäbe auch im Merchandising setzen.

WebStandard: In Postings im Webstandard wurde der Verdacht geäußert, dass verschiedene Versionen von Yeti Sports 1 existieren. So ist es Teils erheblich einfacher eine höhere Punktanzahl zu erreichen. Ist das wahr?

Mahrhofer: Es tauchten jede Menge 'modifizierte' Versionen auf. Das Original zählt.

Hilgert: Es macht ja auch keinen Spaß, auf diesen Seiten mit dem gleichen Trick einmal 300, 3000 oder 30000 Punkte zu erzielen. Eine Version eignet sich sogar als Bildschirmschoner -> ein Klick und unser Pinguin päppelt ca. 48 x um den Äquator. Das dauert ca. 4,5 Stunden.

Mahrhofer: Tatsache ist, dass sich die Community sehr intensiv mit unserem Spiel beschäftigt.

WebStandard: Wie sieht in Ihrer Fantasie der typische Yeti-Spieler aus?

Hilgert: Geschwollener Zeigefinger von vielen Mausklicks.

Mahrhofer: Der typische Yeti-Spieler? Alter 6-99, männlich/weiblich und einer gewissen Portion Zynismus nicht abgeneigt.

WebStandard: Kann "Part 2 - Orca Slap" bisher an den Erfolg des ersten Teils anschließen?

Mahrhofer: Orca Slap hat von den Zugriffen und Downloads Part 1 bereits überholt. Noch bessere grafische Umsetzung sowie perfekt getimte Sounds laden zum wiederholten Spielen ein.

Hilgert: Der Yeti ist wirklich super. Es macht auch sehr viel Spaß mit ihm und den Pinguinen zu arbeiten.

WebStandard: Zum ersten Teil gibt es nun bereits ein Handy-Game. Was ist noch geplant?

Mahrhofer: Wir wollen aufzeigen, dass auch hinter kostenlosen Onlinegames interessante und gewinnbringende Verwertungsmöglichkeiten bzw. Geschäftsmodelle stehen können. Hier sind wir kreativ und visionär am Arbeiten und Umsetzen.(kk)

  • Yeti haut den Pinguin - das österreichische Unternehmen Edelweiss medienwerkstatt ist dafür "verantwortlich".
    bild: edelweiss mediawerkstatt

    Yeti haut den Pinguin - das österreichische Unternehmen Edelweiss medienwerkstatt ist dafür "verantwortlich".

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