Vom Nachwuchs künstlicher Intelligenzen an den Unis Moderne Musik in Salzburg und Architektur in Mexiko. Österreichs Uni-Nachwuchs präsentiert seine neuesten Kunstgriffe. Was Kunst ist und

10. September 2004, 14:57

Wien/Salzburg/Linz - Bar Bot, ein von zwei Studierenden der Kunstuniversität Linz entwickelter Roboter, tourt derzeit durch Europa und schnorrt Bierdosen. Studierende der Universität für angewandte Kunst gestalten Stiegl-Etiketten, bauen Gemeindezentren in Mexiko und gestalten die Bühne des Life-Balls. Auch sonst mangelt es nicht an Originalität an den österreichischen Kunstunis.

Abgefahrener Mozart

"Am Mozarteum geht es nicht nur um Mozart, hier wird auch abgefahrene Musik gemacht", betont Manuel Deroo, Vorsitzender der Hochschülerschaft (Fachschaftsliste) des Mozarteums in Salzburg. Im Juni veranstaltet er Konzerte moderner Musik von Kompositionsstudenten "in einer Art Minifestival".

Reinhard Kannonier, Rektor der Kunstuni Linz, empfiehlt ein Projekt ganz anderer Art: DOM (Design Organisation Media), eine internationale Konferenz, die im März stattfindet. Das "Forschungslabor an der Schnittstelle zwischen Design und Medien" setzt sich dieses Jahr mit Populismus in der Architektur auseinander.

"LichtKlangSprachRaum" nennt sich ein weiteres Projekt der Linzer Kunstuni. Studierende der Bildhauerei bespielen ab Ende März ein Haus, das in absehbarer Zeit niedergerissen wird.

Österreichische Kunststudenten können sich auch im internationalen Vergleich sehen sehen lassen: "Wir haben nur eine selbst gebastelte Fischaugkamera, die die Farben verzerrt." Die drei Architekturstudenten der Angewandten Wien, Christoph Treberspurg, Lukas Galehr und Martin Zangerl, überzeugten die Jury des World Mobility Forums 2004 in Stuttgart. Im Wettbewerb "Der mobile Mensch im erweiterten Europa (. . .)" siegten sie mit ihrem Kurzfilm "identities". In der kritischen Auseinandersetzung mit Mobilität legen die Studenten die Lupe auf Wien, Bratislava und Sopron. "Wir haben an einem Tag alle drei Städte gefilmt. Das ist für mich Mobilität", meint Lukas. Aus den Filmaufnahmen werden Gebäude zu einer neuen Stadt zusammengefügt. So verschmelzen die drei Großstädte zu einer neuen homogenen und dennoch vielschichtigen Identität. Obwohl Bratislava nur etwa 60 km von Wien entfernt liegt, geht "die Stadt völlig unter in der Aufmerksamkeit, wie ein weißer Fleck im Kopf", meint Martin. "So viel zum Thema Osterweiterung."

Gekünstelte Wirtschaft

"Wir sind dazu da, in die Zukunft zu denken und ein Ort des Experimentes zu sein", lobt Angewandten-Rektor Gerald Bast seine Studenten. Trotzdem müsse die Uni den Kontakt zur Wirtschaft pflegen, "um die Studenten auf die Restriktionen der wirtschaftlichen Realität vorzubereiten". Deroo relativiert: "Die Uni sollte allerdings nie vergessen: Je mehr Studierende in der Öffentlichkeit präsent sind, desto besser steht die Uni da." (irini, zap, lou, michi)

ob sie wirtschaftlich sein soll, darüber wird weiterhin leidenschaftlich debattiert.
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