"Desaster für Bildung unseres Kontinents"

10. September 2004, 14:58

Standard: Wogegen protestieren Englands Studenten?
Mandy Telford: Die Einführung von Top-up-fees (Gebühren zur Mitfinanzierung besserer Unis, Anm.) wäre katastrophal. Die Unis sind permanent unterfinanziert und brauchen unbedingt mehr Geld. Gebäude müssen repariert und Vortragende angemessen bezahlt werden. Diese werden wahrscheinlich Ende dieses Monats streiken. Der Status quo ist alles andere als ideal.

STANDARD: Wohin bewegt sich Europas Hochschulsystem?
Telford: Wir bewegen uns in Richtung des US-amerikanischen Systems mit unbeschränkten Gebühren. Dort wählt eine hohe Prozentzahl der Studenten ihre Kurse und Institutionen aufgrund der Kosten ihres Abschlusses und der für sie verfügbaren Unterstützung. Ein Desaster für die Zukunft der Bildung auf unserem Kontinent. Wäre ich optimistisch, würde ich sagen, dass wir in England die Top-up-fees mit Unterstützung der allgemeinen Öffentlichkeit und der Labour-Partei verhindern könnten. Dies ist aber momentan so unsicher, dass ich keine allzu großen Erwartungen habe.

STANDARD: Welche konkreten Konzepte habt ihr?
Telford: Wir sind prinzipiell gegen die Einführung jeglicher Gebühren. Zudem fordern wir eine angebrachte Subvention für Studenten, von der sie leben können, ohne gezwungen zu sein zu arbeiten oder ihr Studium mit einer riesigen Summe an Schulden abzuschließen.

Mandy Telford, Präsidentin der National Union of Students (NUS), sprach mit Louise Beltzung über Europas Bildungspolitik und die Proteste der britischen Studenten.
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