Happy Birthday, DAC

27. Februar 2012, 22:06
  • "Ohne Herkunft - pfui" und "Mit Herkunft - hui"
    foto: der standard

    "Ohne Herkunft - pfui" und "Mit Herkunft - hui"

Luzia Schrampf über das "Dack" vorm Wein

2002, also vor zehn Jahren, entstand die erste Serie jener Weine, auf dessen Etiketten die Buchstaben DAC prangten. "Districtus Austriae Controllatus" heißt es tatsächlich, "Dack" oder "Datz" nannte es der Volksmund. Und nur so. Dass davor noch der Name des Weinbaugebietes - Weinviertel - stand, ist den meisten lange entgangen. Doch ging es genau darum: um einen Wein, dessen Geschmack typisch für sein jeweiliges Entstehungsgebiet ist. Das markierte einen Schwenk in der Vermarktung österreichischer Weine: weg von der Betonung der Rebsorten, hin zu jener der Herkunft wie in den klassischen, europäischen Weinbauländern.

Kurz, wir trinken Margaux, Rioja oder Piemonteser, aber Shiraz aus Australien und Chardonnay aus Kalifornien oder von woher auch immer.Doch wie hierzulande Usus, werden Veränderungen grundsätzlich nicht freudig begrüßt, egal, ob sie nur gut gemeint, schlicht notwendig oder vielleicht sogar sinnvoll sind. "Ist alles so verwirrend", hieß es, spätestens als Mittelburgenland mit Blaufränkisch oder Kremstal, Kamptal und Traisental mit zwei Sorten (Veltliner und Riesling) auf den Plan traten. 

DAC-Gebiete

Die Bandbreite der Irrungen war groß: von sinnlosen Etikettenbeschriftungen, die sich eins zu eins in Weinkarten wiederfanden, bis zum hartnäckigen Glauben, dass DAC ausschließlich für Veltliner stand. Mittlerweile sollte die Sinnhaftigkeit dieses Schwenks gesickert sein: Die EU-Strategie im Lebensmittelbereich basiert auf der Unterscheidung "Ohne Herkunft - pfui" und "Mit Herkunft - hui".In der Zwischenzeit gibt es übrigens dero acht DAC-Gebiete: Zu den Genannten kamen Leithaberg entlang desselben und Eisenberg, ehemals Südburgenland. Das jüngste heißt Neusiedlersee DAC, ist seit 1. Februar beschlossen, womit das Burgenland seine "Dack-ifizierung" abgeschlossen hat.

Hier sind die DAC-Weine aus Zweigelt, der mit Abstand beliebtesten roten Sorte, oder Cuvées, die zu mindestens 60 Prozent aus Zweigelt bestehen (Rest andere heimische Rote). Das ist insofern sinnvoll, als Zweigelt genau dort, rund um den Neusiedlersee - bis hinauf ins pannonisch beeinflusste, aber nicht zum Neusiedlersee DAC gehörende Carnuntum - bestens gedeiht und schmackhafte, saftige Rotweine entstehen, die uns weiterhin erfreuen mögen. DAC hin oder her. (Der Standard/rondo/24/02/2012)

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3 Postings
Wo bleiben eigentlich die Steirer ?

Mich freut die Kategorisierung, keine Frage.

Argerlich finde ich nur, wenn immer noch auf bestimmten Karten ein Name, ev. eine (nichtssagende) Katastralgemeinde und gross DAC steht. Weiss ich, wo das ominöse Dorf ist ?- Der/die KellnerIn übrigens üblicherweise auch nicht ... !

Und Weine aus der Gegend Dürnkrut/Jedenspeigen schmecken typischerweise anders, als etwa aus Poysdorf oder Schrattenberg.

Aber zurück zu meiner Eingangsfrage - weiss jemand, wie sich die Sache in der Steiermark entwickelt ?

T.L.

Die Steiermark beweist, daß sie Tazz nich braucht.

Ich bin auch dafür, daß auf den Flaschen statt DAC eine Geschmacksbeschreibung steht. Frau Schrampf machte das in der Vergangenheit hervorragend.

Steirischer Reliefpanther der Glasflasche genügt!
Wer braucht schon DAC???

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