Szenen einer Ehe

16. Februar 2012, 17:17
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Rauchenaufhören ist nicht schön - Wirklich schlimm wird es dann, wenn man nicht selbst mit dem Rauchen aufhört

"Ich habe dir schon tausend Mal gesagt, dass ich in der Früh nicht deppert angesprochen werden will - schon gar nicht, wenn ich noch nicht einmal einen Schluck Kaffee gehabt habe. Ich kann dir das gerne auch schriftlich geben, glaube aber nicht, dass du es dann besser verstehst. Irgendwelche Teile dieser Aussage sind ja offensichtlich schon seit Jahren unklar oder zumindest dir nur schwer vermittelbar. Also, noch einmal: Halt deinen Mund! Ich meine es ernst."

"Man kann die Gläser und Teller nach dem Essen natürlich super im Spülbecken einweichen, damit es dann drei Tage später die Geschirrspülmaschine nicht so schwer mit der Arbeit hat, nachdem ich das Zeug aus dem stinkerten Wasser gnadenhalber hinübergehoben habe, bevor es uns wegen seelischer Grausamkeit noch wegläuft. Und frag nicht dauernd deppert nach deinen Lieblingsjeans, wenn du damit meinst, dass ich endlich die Wäsche aufhängen soll. Sag einfach, wenn dir was nicht passt, und setze mich nicht hintenherum unter Druck. Bring lieber endlich den Müll hinunter. Der Küchenkübel geht über, und das ist deine Aufgabe. Oder gelten plötzlich alle Abmachungen nicht mehr? Vielleicht hat man es mir ja bloß zu sagen vergessen, dass jetzt jeder macht, was er will."

"Lass mich in Ruhe. Ich habe dir schon hundert Mal gesagt, dass ich nach dem Büro eine Stunde meine Ruhe haben muss. Halt. Einfach. Deinen. Mund."

Rauchenaufhören ist nicht schön. Wirklich schlimm wird es dann, wenn man nicht selbst mit dem Rauchen aufhört, sondern gerade wieder einmal jemand anderer im Haushalt. (Christian Schachinger, Rondo, DER STANDARD, 17.02.2012)

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    Halt. Einfach. Deinen. Mund.

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