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Der Schwede Sebastian Dollinger (28) fing vor zehn Jahren bei Eton im Lager an. Nach einer Zwischenstation bei Harrods in London wurde er 2010 Chefdesigner bei Eton in Stockholm. Eton stellt seit 1928 hochwertige Hemden her.
DER STANDARD: Einmal ehrlich: Hemden können sehr langweilig sein.
Sebastian Dollinger: Ganz richtig! Wenn Sie darüber nachdenken, was ein Mann an seinem Oberkörper trägt, kommt höchstens noch ein T-Shirt infrage. Nur können Sie so viel machen, wenn Sie an Hemden denken: mit Mustern, dem Schnitt, dem Kragen, der Farbkombination, den Knöpfen, dem Hemdaufschlag, den Manschetten.
DER STANDARD: Danke, danke, nur: Was davon interessiert Sie?
Dollinger: Die Muster. Einzigartige Drucke für Krawatten oder Hemden zu entwerfen, das finde ich aufregend. Es gibt keinen schöneren Moment als den, wenn ich in eine Stockholmer Bar gehe und sehe, dass 50 Prozent der Männer meine Hemden tragen.
DER STANDARD: Das ist doch übertrieben!
Dollinger: In einigen Bars habe ich das erlebt. Ich fand es auch verstörend. Das kann doch nicht sein, dachte ich. Inzwischen lächle ich innerlich. Auch wenn ich sehe, dass Johnny Depp auf dem roten Teppich ein Eton-Hemd trägt. Und wir haben ihn nicht dafür bezahlt.
DER STANDARD: Welche Farben laufen gut?
Dollinger: Männer kaufen zu 90 Prozent weiß, blau, lila- und lavendelfarben.
DER STANDARD: Lavendel?
Dollinger: Ja, die Farbe passt einfach gut zu grauen, schwarzen oder marineblauen Anzügen. Vor ein paar Jahren lief pinkfarben noch gut, wir können sagen: Lavendel ist das neue Pink.
DER STANDARD: Wie viele Hemden haben Sie im Schrank?
Dollinger: Gar nicht so viele, um die 25. Sie sind entweder weiß oder haben verrückte Prints, zum Beispiel psychedelische Blumenmuster aus den 60er-Jahren. Offensichtlich schwanke ich zwischen zwei Stimmungen: Entweder will ich in den Zirkus oder in die Kirche.
DER STANDARD: Bügeln Sie Hemden?
Dollinger: Nie. Ich lasse sie nach dem Waschen einfach trocknen. Ich lege nicht Wert darauf, wie aus dem Ei gepellt auszusehen.
DER STANDARD: Sie kombinieren die Kleidung mit Bart, Tattoos und Hüten. Offiziell heißt es bei Eton, Sie seien ein wenig verrückt.
Dollinger: Ich liebe meine Arbeit, ich nehme sie nur nicht so ernst, dass ich nichts anderes kenne. Und ich müsste lügen, wenn ich sage, sie langweilt mich nie.
DER STANDARD: Welche Schnitte stehen Ihnen gut?
Dollinger: Mir gefallen die aus den 60er-Jahren, längere Hemden, die nicht in die Hose gesteckt werden, die einen Trompetenärmel haben. Ich plädiere sowieso dafür, dass jeder Angestellte im Büro anziehen sollte, wonach er sich fühlt. Stellen Sie sich vor, ein Investmentbanker in einem Piratenkostüm und daneben einer wie eine Fee aus Alice im Wunderland! Die Welt wäre ein glücklicherer Ort.
DER STANDARD: Sie fingen bei Eton als Lagerarbeiten an. Wie rückten Sie in die Chefetage auf?
Dollinger: Ich mochte ehrliche Produkte, für die Wegwerfmentalität der großen Ketten hatte ich nichts übrig. Als Kind schaute ich mir die Fotos meines Großvaters an, der in den 40er-Jahren immer im Anzug auf die Straße ging. Das fand ich elegant und mochte ich auch an Eton. Nach fünf Monaten im Lager sah ich eine Ausschreibung, den Verkaufsstand bei Harrods in London zu übernehmen. Ich bewarb mich einfach. Die einzigen Sachen, die ich mal verkauft hatte, waren Zeitschriften und Burger. Aber ich bekam den Job.
DER STANDARD: Was haben Sie da gelernt?
Dollinger: Bei Harrods gab es die Regel, Angestellten hätten nur blaue oder weiße Hemden anzuziehen. Also zog ich gelbe mit pinkfarbenen Streifen an. Als Nächstes sagte mir die Merchandising-Abteilung, die Hemden werden stets in der Abfolge von hell zu dunkel ausgelegt. Ich sortierte sie nach Mustern neu, der Umsatz legte am nächsten Tag um 100 Prozent zu. Langsam stieg ich auf.
DER STANDARD: Welche Fehler begehen Männer am häufigsten beim Hemdenkauf?
Dollinger: Junge Männer neigen dazu, zu enge Hemden zu kaufen. Wenn sie sich hinsetzen, gehen die Knöpfe von allein auf - das geht gar nicht. Und denken Sie an den Kragen! Er soll zum Gesicht passen. Wenn Sie ein längliches haben, nehmen Sie einen Cutaway-Kragen, wo die Spitze zu ihrer Schulter zeigt. Für ein rundliches ist ein spitzer Kragen besser. (Ulf Lippitz, DER STANDARD, Rondo, 10.2.2012)
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sooo affig möcht' ich nicht gekleidet sein
http://images.derstandard.at/t/12/2012... 596507.jpg
Mode ist an sich konservativ: Fashion is custom in the guise of departure from custom. (Edward Sapir)
Die Frage, on ein Hemd nun konservativer als das andere wäre, wird dadurch noch irrelevanter, als sie durch den Fakt, dass meist die Pragmatik wichtiger ist, ohnehin schon ist.
Man hat doch viele praktische Stücke, und ein paar aussergewöhnliche?
All die Grauen Anzüge mit weissen /hellblauen Hemden sind praktisch, weil man immer was passendes hat und imemr gut gekleidet ist.
Und dann hat man - nicht gerade für wichtige Geschäftstermine - ein paar besondere Stücke.
Leute die wirklich was hackeln müssen, erfolgreich sind oder erfolgreich sein wollen, werden sich niemals in so ein peinliches Gockelgewand stecken. In der Freizeit, iss natürlich wurscht...
Außerdem; ich will mir nicht täglich Gedanken machen müssen, welche Krawatte nun zum Hemd passt. Deshalb (beim Hackeln) zu 95% weiße Hemden und aus.
so ist es: auf jeden fall einfärbig. weiß oder hellblau. und ebenfalls einfärbige krawatten (so man welche braucht)
für jeden, der viel reisen muss, ist das keine frage der mode sondern der kombinierbarkeit. nimm ein kariertes hemd mit, und spätestens am dritten tag der reise, passen hemd krawa und anzug nicht zusammen....
als der Mist, den er trägt.
Ich bin wegen des sehr geschmackvollen Bildes auf der Hauptseite zu diesem Artikel gelangt, aber was der junge Mann da trägt (das Gilet sieht aus wie Großvatters Strickjacke) ist keine gute Reklame für sein label.
Seine Haartracht übrigens noch weniger.
Alles in allem schaut der mann aus wie der Letztplazierte der bayerischen Fingerhakelweltmeisterschaft, der sich in der Altkleidersammlung ausstaffiert hat...
Der millionste Klon ist auch nur einer der Clowns - ich weiss nicht mehr wie das Buch heisst, das eine Assistentin über die dt. Vorstandsetagen geschrieben hat und M. Suter, der auch nahe an denen dran war beschreibt in seiner Businessclass u. ähnlichen Büchern perfekt diese eitlen Jecken.
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