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Wer nur ab und zu Tiere streicheln will, der soll in den Streichelzoo gehen.
+++Pro
Von Gudrun Springer
Es gibt Haustierbesitzer und Haustierverweigerer. Und es gibt Zwischenwesen. Diese Spezies Mensch mag Viecher, legt sich aber doch nie eines zu. Gewährt sie Tierasyl, genießt sie als interimistischer Herrscher über das Futter Schwanzgewedel oder Schnurrkonzerte in vollen Zügen, fühlt sich beim Hinterm-Ohr-Kraulen eines flauschigen Knäuels von Güte erfüllt und erkennt sich beim Beobachten des hetzenden Kleinviehs im Hamsterrad wieder.
Doch nach wenigen Stunden oder Tagen kippt die Stimmung. Ein strenger Geruch, Haare, Federn, Katzenstreubrösel machen sich breit. Der Gast verwandelt Schuhe in Pissoirs, trainiert nachts die Fiepskünste seiner Stimmbänder oder schärft seine Krallen an der Schlafzimmertür, um damit später die Vorhänge zu filetieren. Welche Erleichterung, wenn Schnuffi, Kasimir oder Rex dann abgeholt wird. Dieses Hochgefühl ist unschätzbar wertvoll. In einer brenzligen Situationen der Sorte "Kollegin vergibt Katzenbabys" wird es dabei helfen, ohne zu zögern, die richtige Entscheidung zu treffen.
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Kontra---
Von Birgit Baumann
Schön wär's schon, wenn man ab und zu Ersatzmama für den Vierbeiner der Freunde spielen könnte. Aber es ist zu gefährlich. Sprechen wir zuerst über die harmlosere Variante: Die Bodenvase der Nachbarin der ehemaligen Hofdame von Kaiserin Sisi. Die hat einem die Oma mal geschenkt, die steht seit Jahren im Ehreneck des Wohnzimmers.
Und dann kommt der Leih-Burli und wirft sie beim Toben um. Da geht mehr kaputt als nur die Vase, nämlich auch die Freundschaft, auch wenn wir uns noch so sehr einreden, dass das doch nur schnöder materieller Kram ist.
Noch viel schlimmer: Die Freunde liefern den Burli ab, inklusive zweier Kubikmeter Fein-Fressi, Vitaminpillen und Spielzeug. Kaum sind sie zur dreiwöchigen Andenüberquerung aufgebrochen, kriegt das Tier, vor Kummer trübsinnig, Magenbeschwerden und schließlich ... Nein, daran wollen wir gar nicht denken, das würde eine Freundschaft noch weniger aushalten als eine kaputte Bodenvase. Wer nur ab und zu Tiere streicheln will, der soll in den Streichelzoo gehen. (Der Standard/rondo/03/02/2012)
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Meine größte Sorge neben der Freude beim Tiersitten ist tatsächlich, dass das jeweilige Vieh gerade in der Zeit den Geist aufgibt, in der es in meiner Obhut ist (egal ob es bei mir ist oder ich es in "seinem" Zuhause besuche).
Vor allem, wenn das Tier schon alt und der Sommer - wie auch die Wohnung - sehr heiß ist ...
Also eigentlich geht ja beides am Thema vorbei... Hunde nimmt man mit auf Urlaub und Katzen oder Hamster oder ähnliches versorgt man in der Wohnung des Wohnungsbesitzers. Von daher ist es ja wurscht, wo die Viecher reinpinkeln, oder? :)
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