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"Alkohol in Maßen genossen schadet auch in größeren Mengen nicht."
+++Pro
Von Ronald Pohl
Von der alten Zeit heißt es für gewöhnlich, dass sie gut gewesen sei. Ein Burgenländer mit enorm breiter Nase war Bundeskanzler. Auf Karikaturen hielt dieser melancholische Mann ein Viertelweinglas in der Hand. Der Genuss des holden Rebensaftes richtete sich nach den Bedürfnissen der damaligen Winzerschaft, die ihre Gärprodukte in Kartons verpackte, mit Glykol versetzte oder ihnen klingende Namen wie "Saurüssel" oder "Hosentürl" beilegte.
Heute mögen einen derartige Kulturpraktiken vorsintflutlich dünken. In den Zeiten, von denen hier nostalgisch die Rede ist, kippten übellaunige Wirte Bacchus' berauschenden Saft aus dunkelgrünen Doppelliterflaschen. Der Grad des Genusses bemaß sich an der ausgeschenkten Menge. Und wer hätte es sich getraut, einen Wirt zur Verabfolgung schnöder Achtelliter zu drängen? Es war eine auf vertrackte Weise gute Zeit! Die Kriterien hießen: "Sockenstopfer" oder "Heckenklescher". Man war tapfer und bemühte sich um Fassung. Bisweilen betrachtete man verstohlen den eigenen Mageninhalt.
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Kontra---
Von Sigi Lützow
"Alkohol in Maßen genossen schadet auch in größeren Mengen nicht", stellte einst der legendäre Oberstdorfer Bergsteiger Anderl Heckmair (Eiger! Nordwand!) fest. Heckmair wurde fast hundert Jahre alt. Als Maß-geeichter Bayer aus dem Oberallgäu wusste er nur zu genau, dass einem von einem Seidel Bier schlecht wird. Maßhalten war für ihn aber nicht nur eine fast täglich geübte Praxis, sondern auch eine Lebenseinstellung. Ihn zum Vorbild zu wählen kann sicher nicht schaden.
Warum das hässliche Viertel, das den achten Teil der grauslichen Brut des potthässlichen Dopplers aufnimmt, abzulehnen ist, steht ja eigentlich oben zu lesen, weshalb hier dem zumeist formschönen Achtel ein Lob gesungen werden soll, und zwar nicht nur deshalb, weil es die Flucht ermöglicht oder aber den Heimgang hinauszuschieben im Stande ist. Das Achtel, dem im Gegensatz zum Viertel fast unzählige weitere folgen können, symbolisiert den Sieg des Genusses über die Wirkung, ohne diese auszuschließen. Das ist ganz in Heckmairs Sinn. (Der Standard/rondo/27/01/2012)
Von unserer Zungenfertigkeit sollen auch die anderen etwas haben - Oder: Man und frau waren jung, knackig und ungestüm
Das Viecherl reagiert von Natur aus positiv auf "Lecker- Bissen" - Oder: "Oida, reiß des Blech auf!"
"I love you and your body." Oder: Auch nach Jahren mutet der papierene Staubfänger noch beinahe jungfräulich an
Am Ende eines gemütlichen Kaffeehaustages kann sich die Übersicht leicht eintrüben - Oder: Dies wäre eine Infragestellung der Integrität des sinnierenden Stadtmönchs
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
bier kann ich jede menge trinken, aber wein ist wirklich das grauslichste überhaupt. 1 achterl und ich bin so müde, dass ich schlafen muss, zusätzlich zum grauslichen kotzegeschmack und pelz im mund. nein das kann nix. bier macht fit, munter und wirkt anregend, je mehr man trinkt, aber wein, da gehts dir schlecht. ein wahnsinn, wie man überhaupt ein viertel trinken kann. gut, früher mal in jugendzeiten ging zumindest cola/weiss, das war dann trinkbar, würde ich aber heute auch nicht mehr wollen. nein, wein kann nix, schmeckt bitter, bei jedem schluck ziehts dir die zunge zsamm und es erinnert im geschmack an kotzgelage in teeangerzeiten.
Mir geht es genau umgekehrt. Alles was
Sie über Bier schreiben, trifft für mich auf Wein zu und alles was Sie über Wein schreiben, trifft für mich auf Bier zu. (Womit das alte Rätsel, warum man Bier trinkt, für mich gelöst ist: Scheinbar schmeckts wirklich manchen und es macht auch nicht jeden müde.)
Nein, das Sooßer Weinhaus war nach meiner Erinnerung am außern Währinger Gürtel, ONr. 91. Heute ist's die Pizzeria Casa Piccola. Hier ein Bild vom Haus:
http://www.wien.gv.at/kulturpor... 512001.jpg
Ich schätze da den 12 Apostelkeller, der ist sowas von retro. Da kommt das 1/4 automatisch auf den Tisch. (In der Karte sind die Weine auch 1/4weise angeschrieben.) Zahlst für einen GV gerade mal 3,--(1/4 !!), und zu einer kalten Jause allemal ausreichend gut.
...sehr davon ab; ein Viertel weiss, in idealiter gespritzt, an einem lauen Frühsommerabend beim Heurigen - nur so!
Rot im Viertelglas: wenn man die Pubertät noch nicht überwunden hat, ausreichend Cola dazu gibt und man sich in einer grossen Disko am Rande eines kleinen Ortes befindet - was bleibt einem anderes über...
Ein Viertel Bier: geht's noch?
;-)
Heute haben alle kleine Nasen, ein kleines Hirn und sind sie NUR mehr volkstümlich!
Und die Modedroge ist schneeweiß und nicht rot!
''Herr Wirt, noch ein Viertel bitte!''
bitte ich hätte da eine korrektur. und ich denke, dass es um politiker geht
statt:
"Heute haben alle kleine Nasen, ein kleines Hirn und sind sie NUR mehr volkstümlich!"
sollte es doch wohl "Heute haben alle kleine Nasen, ein kleines Hirn und sind sie NUR mehr volksDümMlich!"
heißen?
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