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Schwarz, damit es besser strahlt.

Im durch und durch wunderbaren Mochi in der Wiener Praterstraße wird auf neue Art japanisch gekocht.
Das Restaurant ist winzig, es befindet sich im kaum befahrenen, romantischen ersten Teil der Praterstraße und verfügt nicht einmal über ein Geschäftsschild. Innen ist es derart schummrig, dass von draußen nur wenig zu erkennen ist und man schon wissen muss, wo das neue Mochi liegt, um es überhaupt zu finden.
Dennoch ist das Lokal seit dem Aufsperren am Montag vergangener Woche gesteckt voll. Ohne Reservierung kann man am Nachmittag versuchen, einen Platz zu ergattern - abends geht gar nichts. Auf Facebook raunen sich die Schicken, Schönen und (nicht mehr immer ganz so) Jungen schon seit Tagen zu, was sie da für ein Juwel entdeckt hätten, das aber so etwas von wunderbar sei, dass Adresse oder Name leider, leider nicht verraten werden dürfen, weil es doch zumindest die Illusion einer Chance auf den spontan freien Tisch zu erhalten gelte.
Japanische Küche
Das geht natürlich gar nicht. Denn das von den jungen KLK-Architekten ganz in Schwarz (aber mit Naturholz-Theke und -Tischen) ausgestattete Restaurant ist zu außergewöhnlich, als dass man es nur den Trendsettern überlassen dürfte. Dabei ist das Design wie auch die kalifornisch angehauchte Japanküche keineswegs so unerhört, dass sie allein den Charme erklären können. Speziell die Art der Küche mögen informierte Esser schon seit längerem und aus geografisch besser an guten Fisch angebundenen Locations kennen. Aber die Stimmung, die Hingabe an das Projekt und der Wille, jedem, echt jedem Gast eine möglichst sehr gute Zeit zu bereiten - dieses Gefühl kennt man hier noch nicht.
Edi Dimant stammt aus Tel Aviv, er hat in Paris bei Pierre Gagnaire und dem neuen Star Jean-François Piège gekocht. Seine Liebe aber gehört der japanischen Küche - weshalb er in Berlin etwa beim vietnamesischen Szenejapaner Kuchi von Duc Ngo kochte. Da lernte er Servicechef Tobi Müller kennen, der im Hospiz St. Christoph zur Welt kam, was sich eventuell als prägend für ein Leben in der Gastronomie ausgewirkt hat.
Mochi special rolls
Das Essen orientiert sich deutlich am Kuchi-Stil, was insofern erfreulich ist, als es in Wien bislang noch niemandem gelungen ist, die japanische Küche auf die kalifornische Art durchzumixen, ohne dabei gröberen Geschmacksverwirrungen zu erliegen. Das passiert hier nicht, allein der große Salat mit fruchtigem Sakura-Dressing und einem Berg knusprig umamiwürziger Bonitoflocken macht Appetit, ihn jeden Tag aufs Neue mittels großer Stäbchenladungen zu einem Teil seiner selbst zu machen.
Es gibt einen Robata-Feuergrill, auf dem allerhand Spießchen (siehe Bild), aber auch erwachsene Steaks zu knuspriger Perfektion gegrillt werden. Es gibt Sushi, die im Spitzenfeld des lokalen Angebots liegen - und es gibt die "Mochi special rolls", wo die Kunst des Fantasy-Maki und der Inside-out-Roll in seltener Perfektion gezeigt werden. Ganz toll: "My best friends" mit Gemüse-Tempura innen und mariniertem Lachs außen und "Spider" mit knusprig frittierter Soft-shell-Krabbe. Aber, wie gesagt: Noch viel besser als das alles ist: die Stimmung! (Severin Corti/Der Standard/rondo/27/01/2012)
Mochi
Praterstr. 15
1020 Wien
Tel.: 01/925 13 80
Mo-Sa 11.30-22 Uhr
VS € 3,50-9, HS € 12-21
Fotos: Gerhard Wasserbauer
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also ich möchte auch kurz meinen senf dazu beitragen.
mir hat nur die suppe mit den gyoza gut geschmeckt. die spieße waren nicht gut und die sauße viel zu süß.
die kellnerInnen sind sehr freundlich und ansonsten kann ich nicht meckern.. wir waren um 14:00 Uhr dort und es war bummvoll... die leute stehen schlange für einen tisch.
Ein "japanisches" Restaurant... geführt von einem Israeli Chef (nichts gegen Israeli Chefs), der aus "Liebe...[zur] japanischen Küche... in Berlin ...beim vietnamesischen [!] Szenejapaner [sic!]" in diese eingeweiht wurde. Hmmm. Ich bin ein Purist. Japanische Küche? Nur mit japanischen Chefs. Was würde ein Wiener dazu sagen, wenn ein amerikanischer Chef, der von einem italienischen in Spanien in die Wiener Küche eingeführt wurde, daraufhin in London ein "echtes Wiener Beisl" eröffnete? Nicht viel Authentizität. Der Hinweis auf "japanische Küche auf kalifornische Art" sollte einen schon bedenklich stimmen. Aber solange die blasé Community sowas unbedenklich runterschluckt, meinetwegen. Übrigens, sind auch Mochi auf dem Menu?
herzlich willkommen im 21. jahrhundert.
;)
wos wurscht ist von wo wer ist und wo er kocht, weils drum geht obs gut und spannend ist!
die spannendste österreichische küche auf topniveau hab ich übrigens, jetzt halt dich fest, bei einem deutschen gegessen! huch!
in mir breitet sich immer ermattung und ennui aus, wenn mir vom ultimativ neuesten tollen lokal berichtet wird, in dem man bestens isst und sitzt wie sonst nirgends und dass man un-be-dingt schauen müsste, dort schnellstens einen tisch zu ergattern.
ich esse gerne gut und vor allem auch gerne mit freunden an schönen orten - aber ich finde nur wenig uninteressanter als der neuesten neueröffnung nachzujagen und definitiv nichts uninteressanter als sich mit den dort genossenen speisen zu brüsten.
einfach abwarten - wenn es solche empfehlungen nach einem halben jahr oder noch besser einem jahr weiter gibt, ist wirklich was dran. dann ist auch das chice xxxx-publikum der anfangszeit wieder weg!
die sitzen schon längst in einer neuen empfehlung...
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