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Wickie, Heidi, Pinocchio, Tom und Jerry empfehlen jedenfalls ihren Fans.
+++Pro
Von Doris Priesching
Unter besserwisserischen Bildungsbürgerintelligenzlern gehört Schimpfen aufs Fernsehen von jeher zum guten Ton. War es einst Gezeter über Couchkinderhelden wie Bud Spencer, Adriano Celentano sowie Tom und Jerry, werden inzwischen beim Bobobrunch eifrig televisionäre Feindbilder entworfen und in lustvollem Grauen schreckliche Folgewirkungen ausgemalt: Schlafstörungen! Um Gottes Willen!
Die besorgten Eltern betreiben nichts anderes als egogetriebene Angstbewältigung. Der Porzellansturz hat noch niemanden gerettet, schon gar nicht, da im digitalen Zeitalter Fernsehen längst nicht mehr die größte Verlockung, Pardon: Bedrohung, darstellt. Neben Facebook, Twitter und weiß der Kuckuck was werfen die Kleinen einander bis zu 10.000 SMS pro Monat zu. Seit dem Medienpädagogen Jan-Uwe Rogge wissen wir: Kinder können fernsehen, nämlich wenn sie nicht von dauerentnervten Eltern vor die Glotze zum Stillhalten abgeschoben werden. Wickie, Heidi, Pinocchio, Tom und Jerry empfehlen jedenfalls ihren Fans: Empört euch!
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Kontra---
Von Colette M. Schmidt
Wer Kinder beim Fernsehen beobachtet, erkennt schnell: Da läuft was schief. Diese Wesen, die sonst voller Neugierde und Tatendrang sind, ständig am Entdecken, Fragen und Herumspringen, sehen aus wie hypnotisierte Fische. Stumm und starr. Fragt man sie etwas, reagieren sie nicht. Und nicht nur bei "Hast du schon Zähne geputzt?", sondern sogar bei "Magst du heut den ganzen Tag Schokolade essen, in den Zoo gehen und dann ins Kasperltheater?"
Der Flimmerkasten scheint ihre Seelen verschluckt zu haben. Was so unheimlich wirkt, ist auch wissenschaftlich erwiesen: Der Bildschirm hemmt die Hirnentwicklung. Egal, ob sie japanischen Zeichentrickkämpfern zusehen (ganz schlecht!) oder Sendungen, welche die Anomalie des Wassers kindgerecht erklären (echt lehrreich!).
Ein totales Verbot durchzuhalten ist aber schwer, etwa wenn man der besten Freundin dringend etwas erzählen muss, etwas, das noch weniger geeignet für Kinder ist als japanische Cartoons. "Spatz, magst nicht kurz schauen, was im Fernsehen läuft?" (Der Standard/rondo/20/01/2012)
derStandard.at/SMS: Nachrichten in Echtzeit auf Ihr Handy!
Die Suche in Taschentiefen oder Zimmerfluchten ersparen oder Understatement mit einem einzigen Klingelton
So ein charakterstarker Sattelschutz gibt uns den allerschönsten Schliff im Meer des seriösen Gleichklangs - Oder: der Schoner steht dem Wesen des Radfahrens entgegen
Die dumme Augustine trug sie und wurde umjubelt, aber der Modetrend gilt als Gegenteil von Freiheit
Maunchmoi is scho vü gscheida, ma bleibt bei dem wos ma dalernt hot oder Hochsprache ist Facebook-Sprache
Die gedruckte Zeitung darf nicht sterben - oder: Wenn gedruckte Gedanken zu Wischdiensten abkommandiert werden, sterben sie einen feuchten Tod
Einen Goldfisch damit nach Hause transportieren oder Liebe geht durch den Magen
Ein Zeichen einer erwarteten Gemütlichkeit oder so graziös wie Bambi auf dem zugefrorenen Teich
Ein gerade unübertreffliches Glücksrezept oder logistischer Stress durch neumodisches Brauchtum?
Weshalb das viel gepriesene "Runner's High" in der Stadt mitunter auf sich warten lässt und das duch-die-Stadt-joggen eine Sightseeing-Tour ersparen kann
"Damit sich nicht wieder irgendein Armleuchter in den Luster hängt" oder "Fröhlichkeit ganz ohne Alkohol ist immer etwas gezwungen"
Seine Entscheidung - "eine oda auße?" - jederzeit staufrei revidieren oder es ist nicht der Mensch, der den Rhythmus vorgibt
Her mit der heißen Ware, oder sind erotische Geschenke einfach nur peinlich?
"Welcher Superstar wird dich heiraten?" oder Danke, wir wollten es echt nicht so genau wissen
Wer die Lure aus dem Stockwerksautomaten am Platz genießt, versäumt nichts Spannendes - oder die Sitten im Büro sind immer nur so rau wie das Leben auf der Straße
"Das WC ist nicht Rückzugsraum, sondern reine Bedürfnisanstalt" oder: "Undenkbar, dieses Elend den Blicken einer weiblichen Laufkundschaft preiszugeben"
Heißer Tee, Suppe oder auch Punsch oder die Eismischerzunft soll endlich auf den Klimawandel reagieren
Rockgott versus Gott der Allmächtige - zumindest wenn es um die Frage nach hell oder dunkel geht
"Mindestens haltbar bis ..." - "Best before" ist schlicht irreführend übersetzt oder ein farbenprächtiger Abdruck einer Fontäne an der Toilettenwand
Weshalb der Alltag der KollegInnen schon interessant ist und portionierte Grußbekanntschaften einem weißen Wal das Leben schwer machen
In der Leichtigkeit muss man das Üppige wählen oder der Schaum, ein Traum
Gluck, gluck, und runter damit oder rot steht für Wärme, Leidenschaft und große Gefühle
Wer nicht mit Kanonen auf Brösel schießt, greift zum Bartwisch und dessen Zwilling, dem Schauferl oder ihr Traditionsritter von der traurigen Gestalt
"Du, in meinem Zelt ist eh Platz für zwei!" oder eine Mischung aus Schweiß und Uringeruch
Man kann sich, muss sich aber nicht festlich kleiden oder das Wohnzimmer ist und bleibt eine pinguinfreie Zone!
Beim Fernsehen, Video schauen UND am Computer/Spielekonsole.
Einziges Problem - liebe Eltern, da müsst's ihr euch auch WIRKLICH die Zeit dazu nehmen UND mit den Kindern über das reden, was sie da so konsumieren.
Nach meiner Erfahrung sind die Kinder, die wie im zweiten Text beschrieben vom Fernsehen total hypnotisiert sind, genau die, deren Eltern das Fernsehen total überbewerten aka dämonisieren und den Fernsehkonsum beschränken. Deshalb bleibt für diese Kinder das TV-Gerät was ganz Besonderes, wo man jede Minute auskosten muss, weils die Eltern sicher jeden Moment abdrehen.
Mein Kind und ihre FreundInnen leben fast alle in Haushalten, in denen der Fernseher die Rolle des Radios unserer Eltern übernommen hat. Da wird mal hingeschaut, manche Sendungen mag man sehr gern, aber meistens ist was anderes viel spannender, spielen oder basteln oder rausgehen oder Freunde treffen zum Beispiel schlägt Fernsehen zu jeder Zeit.
Diejenigen Kinder, die hypnotisiert vorm Fernseher sitzen, weil sie nur wenig schauen dürfen, schauen aber insgesamt sicher weniger als die, die nicht immer, wenn der Fernseher rennt, hinschauen. Ist somit kein Argument dafür Kinder Fernsehen zu lassen "damits nicht so interessant ist".
Das ganze Für und Wider ist doch nur reine Polarisierung.
Wenn fernsehen, dann sinnvolle und kindgerechte Serien vorab aussuchen (noch besser DVD) und mit den Kindern gemeinsam ansehen.
Abhängig vom Alter liegt die Dauer zwischen 15 und 60 Minuten (aber auch nicht täglich).
Dann ist auch noch genug Zeit für Bewegung und frische Luft.
Man sollte das Fernsehen nicht verteufeln, dann wird es erst recht interessant für die Kinder.
<<wenn man der besten Freundin dringend etwas erzählen muss, etwas, das noch weniger geeignet für Kinder ist als japanische Cartoons>>
Grad das würd die Kinder besonders interessieren und wäre für für ihre Entwicklung. Oder hamma Angst, dass die Kleinen was ausplaudern?
Frau Priesching, auf kosten der kinder cool wirken wollen ist sicher nicht der richtige ansatz! Fernsehen schadet enorm.
Probieren sie es mal aus. Ersetzen sie ein paar monate lang fernsehen durch sinnvollere und anregendere tätigkeiten und sie werdern mit staunen erleben, wie sehr sich die kreativität und schulische leistung ihrer kinder (falls sie welche haben, was ich nicht glauben kann) verbessert.
Beleg durch Behauptung hat noch nie funktioniert.
Meine durften auch fernsehen, haben das auch getan. Wir hatten auch Videokassetten mit Märchen, DVDs, etc. Aber sie waren auch verrückt nach den TeleTubbies.
Mittlerweile sind sie Teenager, schauen immer noch ab und zu fern, lesen viel, sind gut in der Schule, der Sohn maturiert heuer, sind interessiert, sportlich, haben einen großen Freundeskreis, etc.
Wüsste nicht, wo oder wie ihnen "Fernsehen" geschadet hätte.
Sperrt man alles weg, was man meint, schlecht zu sein, können die Kinder nie selbst ein gesundes Verhältnis zu den "verbotenen" Dingen aufbauen, weil "verbotenes" Kinder magisch anzieht.
Es gibt etliche Studien, die die negativen Auswirkungen des Fernsehens auf das Gehirn behandeln, ebenso auf das Verhalten/die Psyche. Zudem gibt es Vergleichsstudien, die verschiedene Aspekte zwischen Kindern mit unterschiedlicher Fernsehdauer vergleichen, und die kommen alle auf dasselbe Ergebnis: Je länger die Kinder fernsehen, desto schlechter, und je früher sie damit anfangen, desto schlechter. Leider ist mir noch keine Studie untergekommen, die nicht-fernsehende Kinder mit moderat-fernsehenden Kindern vergleicht. Vermutlich weil es zu wenig nicht-fernsehende gibt.
Zu Ihren Kindern: Sie wissen ja nicht, wie sie wären, wenn sie gar nicht ferngesehen hätten, oder?
Das waren Sie damals auch und die Ängste waren sicher berechtigt, denn sie veränderten das Denken der Menschen sehr.
Was wir heute erleben mit TV und weltweiter Vernetzung per Internet, welche Folgen das auf weitere Entwicklungen hat, können wir noch gar nicht abschätzen, da wir erst am Beginn dieses Umbruchs stehen.
Ziemlich sicher nicht auszuhalten, weil bereits Nobelpreisträger, Papst und Nachfolger von Stephen Hawkings in einer Person.
Aber Spaß beiseite: Dass intensives Fernsehen schadet, habe ich ja nie bestritten. Dass der Einsatz des Fernsehers als Babysitter eine ganz schlechte Idee ist, ebensowenig.
Dass Fernsehen per se schon schädlich ist und hier eine Zero-Tolerance gelten sollte, halte ich aber absolut für Unsinn.
Fernsehen mit Maß und Ziel und vor allem nicht als "Ersatzbeschäftigung", wie sie ja offenbar auch von Fr. Schmidt praktiziert wird. Fernsehen sollte keinesfalls dann stattfinden, wenn man grad' selber keine Zeit hat, sich mit dem Kind zu beschäftigen.
Etwas das ich außerdem sehr interessant fand/finde in Bezug auf Dauer/Inhalt/Alter: In Österreich hatte ich den Eindruck, dass es da hauptsächlich auf den Bildungsstand der Eltern ankommt. Als ich aber nach Schweden gekommen bin, habe ich gemerkt, dass hier höher gebildete (Akademiker) sich dem Fernseher gegenüber eher so verhalten, wie "bildungsferne Schichten" in Ö. Kinder werden schon sehr früh (1 Jahr, oder gar vorher?) vor den Fernseher gesetzt, schauen sich mit 2 Jahren locker 2stündige Filme an (und das nicht als Ausnahme zu Weihnachten oder so) und sehen Filme, die für das Alter garantiert nicht geeignet sind - kaum ein 6jähriges das nicht alle Harry Potter Filme, Star Wars, Spiderman, usw. gesehen hat.
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