Generation 2.0

15. Jänner 2012, 17:24
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    foto: apa/caroline blumberg

    Möge uns das neue Jahr viele gute Trinkerlebnisse bescheren!

Ein hoffnungsvoller Ausblick auf 2012 von Luzia Schrampf

Zunächst einmal steht mit 2011 ein Jahrgang ohne Fehl oder Tadel ins Haus. Im Gegensatz zu letzten Wunderjahrgang 2009, dessen Spitzenkreszenzen gerade in den Verkauf kommen, fehlt es nicht an Menge. Und zu tadeln gibt es ebenso wenig: Die Trauben waren sehr gesund, und ausgereift. Proben von bereits vergorenen 2011ern schmecken durchwegs verheißungsvoll. Bleibt vor allem zu hoffen, dass dieser heranreifenden Pracht auch die Zeit gegönnt wird, um fertig zu werden. Die p. t. Weinfans fordern immer noch viel zu früh aktuelle Weine ein und tun sich damit selbst keinen Gefallen. Doch zum Glück gibt es mehr und mehr Winzer, die uns ihre Weine erst in die Hand geben, wenn diese so weit sind.

Dass man sich der Herkunft eines Weines immer stärker bewusst wird, ist einer der erfreulichsten Trends dieser Zeit und wird sich hoffentlich verfestigen. Dazu braucht es einerseits Winzer, die Herkunft in ihren Weinen herausarbeiten, und andererseits Weinkonsumenten, für die "Somewhereness", das Von-wo-her-Sein, einen Wert darstellt. Dieser Begriff aus der englischsprachigen Weinwelt beschreibt sehr schön, dass ein Wein einfach nach dem schmecken soll, wo er gewachsen ist. Uns Weintrinkern bringt das klarer unterscheidbare Weine und eine erfreuliche geschmackliche Vielfalt.

Stark getragen wird dieses Bewusstsein für die Herkunft von der neuen Generation der österreichischen Winzer. Dazu gehören die Youngsters, die Nachfolger und Neueinsteiger, aber unabhängig vom Lebensalter auch alle jene, die in den vergangenen zehn Jahren begonnen haben, ihr Ding zu machen, durchaus basierend auf früheren Erfahrungen. Sie alle kennen die Standards großer internationaler Weine, sind offen und halten nicht stur an den "Schulweisheiten" des Weinmachens fest oder an scheinbar allgemein gültigen Vorstellungen, wie etwas zu schmecken hat. Und sie wählen ihre Methoden mit Bedacht, die oft genug in Richtung umweltbewusster, nachhaltiger Bewirtschaftung der Weingärten und sanfterer Vinifikation gehen.

In Prämierungen und Wein-Guides schlägt sich diese Kraft der Jugend leider nicht immer nieder. Zu sehr sind diese auf Etabliertes und Bewährtes fixiert. Doch Verkostungsveranstaltungen gibt es genug, um Neues zu entdecken. In diesem Sinne: Möge uns das neue Jahr viele gute Trinkerlebnisse bescheren! (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/13/01/2012)

meresi
00
16.1.2012, 18:55
Sunter
01
16.1.2012, 14:54
Die p. t. Weinfans fordern immer noch viel zu früh aktuelle Weine

Vielleicht die Pseudo- aber sicher nicht die Weinfans.
Und "somewhereness"? WTF.
Aber über Terroir habens letztes Jahr noch alle gemosert - bedeutet aber eben genau das!

@cho: probierens bei Gelegenheit beim Winzer Ihres Vertrauens mal einen in der Zeit abgefüllten Wein und wenn möglich den selben Wein 1-2 Jahre später in die Flasche gebracht - bei entsprechendem Traubenmatieral werdens schön schaun.

meresi
00
16.1.2012, 18:57
didi ??

cho
20
15.1.2012, 21:27
Zu früh / zu spät...

Gerade bei der Menge an Wein aus dem Jg. 2011 (und der geringen Menge des Jg. 2010) ist es verständlich, wenn die Weine früh am Markt sind. Den Produzenten kann man da wohl keinen Vorwurf machen.

Die Entscheidung wann eine Flasche Wein geöffnet wird (zu früh, zu spät,..) trifft aber immer noch der Konsument. Es wird ja niemand daran gehindert, Wein selber zu lagern und dann zu öffnen wenn er/sie es für richtig hält.

TT1
14
16.1.2012, 12:06
es macht aber schon

einen gewaltigen Unterschied, ob dieser im Faß lagert und weiter in der Flasche reift.......

Bertha von Suttner verabschiedet sich
01
16.1.2012, 15:34
Natürlich....

aber: praktisch alle Weissweine, und um die geht es ja in einer österreich-zentrischen Betrachtung in erster Linie, lagern ja nur mehr im Stahltank.

Das Problem beim Abfüllen ist unter Anderem der Druck beim Pumpen, es kann sich praktisch kein Winzer leisten, den Wein nur per Gefälle schonend in die Flaschen rinnen zu lassen. Der in die Flaschen mit Druck gepumpte Wein bräuchte zumindest ein paar Wochen, um sich "zu beruhigen". Passiert aus finanziellen Gründen meist nicht...

Die 2010er waren zumeist aber ganz einfach zu jung abgefüllt, und sind oft erst nach dem Sommer 2011 in ihre volle Form gekommen (dank Verbleib in der Flasche!), und der 2011 wird wohl ein ähnliches Bild liefern.

Tipp: Winzer füllen nicht alles auf einmal ab!

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