Pro & Kontra

Am 24. ins Restaurant

22. Dezember 2011, 17:21
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    foto: dapd

    "Tagesteller" versus "Das Leben ist schön"

Pro: "Den Tagesteller, bitte" von Josef Kirchengast - Kontra: "Daheim ist das Leben schön" von Irene Brickner

+++Pro
Von Josef Kirchengast

Der legendäre Peter Ustinov hat einmal erzählt, wie er dem westlichen Weihnachtswahnsinn zu entkommen trachtete, indem er eine Reise nach Bangkok buchte. Dort begrüßten ihn dann am Hoteleingang zwei charmante Thailänderinnen mit einem unwiderstehlichen "Melly Gissmess".

Damit das also klar ist: Am 24. Dezember geh ich nicht ins Restaurant, um dort eine gastronomische Version des sogenannten Heiligen Abends zu erleben. Auch nicht eine atheistische Gegeninszenierung, was ungefähr das Gleiche ist. Auch Atheisten sind schließlich Gläubige.

Aber auch ich glaube. Zum Beispiel an die inspirierende Kraft des Unspektakulären. Die setzt Energien frei, statt sie zu binden, und regt zum Nachdenken an.

Gewohnheitsmäßig hab ich morgen einen Tisch für sechs bestellt. Dass die Aussicht auf Erdäpfelgulasch, Blunzengröstl oder Krautfleckerln mir Tischgenossen beschert, ist aber eher unwahrscheinlich. Auch gut. Dann wird's eine echte stille Nacht.

******

Kontra---
Von Irene Brickner

Natürlich ist's im Restaurant bequemer: Einfach hinsetzen und abwarten, was da an Weihnachtsgänsen, -karpfen - oder, wenn man wie Ustinov fluchtbedingt in Thailand weilt, Festtagscurry - aus der Küche kommt.

Doch was versäumt man nicht alles am Heiligen Abend, fern vom häuslichen Herd! Etwa das Abenteuer der Wahl des Weihnachtsmahls, samt aller damit verbundenen emotionalen Hochs und Tiefs: Wie dem Durchkämmen von Rezepten für "Viergängemenus in drei Stunden" die reuige Rückkehr zu Mutters bewährter Paprikahendl-Kochanleitung folgt. Sowie, wenn's ganz blöd läuft, ein Last-Minute-Umschwenken zu belegten Brötchen, gefüllten Oliven und Sekt.

Und dann erst die Sache mit der geistigen Nahrung, die moderne Menschen auch des Weihnachts meist via Patschenkino erreicht. Der Magen gefüllt, die Geschenke ausgepackt, ist daheim wirklich Zeit für Besinnlichkeit. Oder zeigen Sie mir das Restaurant, in dem, alle Jahre wieder, ein Film wie Ist das Leben nicht schön? läuft. (Der Standard/rondo/23/12/2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 71
1 2
Angelika70
00
27.12.2011, 09:46

Wir haben heuer erstmals nach vielen vielen Jahren Weihnachten wieder zu Hause gefeiert. Fazit: Es war ein Alptraum.

Nächstes Jahre lassen wir uns wieder in bewährter Weise von unserem Lieblingsweihnachtswirt bekochen.

cucina
10
27.12.2011, 15:19

Wieso? Könnt's net kochen?

Angelika70
00
28.12.2011, 10:51

Selbstverständlich können wir kochen. Von 6 Personen konnten 4 sogar sehr gut kochen.

Dennoch will sich diese Arbeit niemand mehr antun.

cucina
00
28.12.2011, 11:10

Was gab's denn gutes, was soviel alptraumverursachende Arbeit machte, obwohl 4 Personen daran beteiligt waren? Ich hab alles für 8 leutln alleine gemacht und das ging sehr easy, von Alptraum keine Spur.

werwolfi
00
25.12.2011, 15:17

"Am 24. ins Restaurant
Pro: von Josef Kirchengast"

Der gute Mann macht seinem Namen keine Ehre, wenn er Weihnachten im Restaurant statt in der Kirche verbringt ;o)

review
00
25.12.2011, 02:23
8 gänge

lecker wars, stressfrei und inmitten chinesischer gastronomen, die auch nur zu dieser zeit des jahres die gegenseite auskosten

melli gissmess

cucina
10
27.12.2011, 15:20

Lecker schinesisch, wa?

untouchable
00
24.12.2011, 23:04

whiskey flasche kaufen, alles runterleeren und fertig ist.

cucina
01
27.12.2011, 15:21

Durchaus vertretbarer Zugang zum Thema.

Piefke in Tirol
11
24.12.2011, 13:37
Mich wundert, dass die Frau Brickner zuhause Weihnachten feiert!

LuFi
05
23.12.2011, 19:22

Atheisten sind Gläubige? Pro&Kontra ist wie immer unterirdisch. Die Kolumne gehört endlic hgestrichten.

Max. Power
00
24.12.2011, 21:10
Sie glauben,

dass es keinen Gott gibt.

susi strolcher
11
24.12.2011, 12:13
Atheisten sind Gläubige?

natürlich, gehören sogar zu den fanatischsten. die ungläubigen sind die agnostiker.

LuFi
02
24.12.2011, 12:16

lol. ja genau. agnosteriker wissen dass sie genau garnix wissen... das ist genauso gut wie glauben. atheisten wissen dass es keine schwachsinnige allmacht gibt

susi strolcher
04
24.12.2011, 12:37
sag ich doch,

alles fanatiker, diese atheisten;-)

Rosemarie Brandstötter
 
00
23.12.2011, 16:38
Kombination

Selbstverständich gehen wir zu Weihnachten in ein gutes Resti. Vorher aber sicher in unsere Kirche. Da schmeckt dann der Karpfen viel besser.

Wolfgang Ullram
00
24.12.2011, 07:44
öhm

in welchem "resti" kriegens um 1 in der nacht einen karpfen?

Emil Sacklinger
 
00
27.12.2011, 08:18

...um einen euro?

(wo's das gibt - dort gingat ich auch hin)

Emil Sacklinger
 
02
23.12.2011, 12:49
ich besuche am vierundzwanzigsten in alter tradition zahlreiche restaurants

...servil lächelnd und untertänigst buckelnd schreite ich dort von tisch zu tisch und wünsche mit leiser stimme recht, recht frohe festtage sowie alles gute im neuen jahr, vor allem gesundheit, zufriedenheit und überhaupt alles erdenkliche glück dieser erde - "küssdiehand-gnädigste!", "habedieehre-herrdirektor!", "aufwiedersehen und alles, alles gute!"

(fazit: mit dem hut in der hand
geh' ich gern ins restaurant)

Gemütlichkeit ist Menschenrecht
03
23.12.2011, 13:02
Ausgezeichnete Idee

Ich nehme an, den Hut in der Hand, nach oben offen

gastrosoph
00
24.12.2011, 07:49
Nein, nur der Hosenschlitz.

Mark Syl
116
23.12.2011, 12:18
hm

völlig schwachsinnige kommentare... am ärmsten sicher die passage, wo atheisten gläubige sind. ja sicher und ein ei ist ein auto, eine taschenlampe ist ein marillenknödel und eine nudelsuppe ist ein kontinent. der herr weiß sicher die völlig eklatanten unterschiede, oder er ist einfach nur strohdumm, schreibt und hat sich dabei nichts überlegt, anders kann man es nicht bewerten. religionen stützen sich auf absurde behauptungen und setzen dogmen. sie gehen sogar so weit, dass sie behaupten, den vermeintlichen schöpfer eines universums zu kennen, von dem sie keine ahnung haben und deren größe sie überhaupt nicht erfassen können. soviel dreistigkeit ist schier erstaunlich. aber auch der andere kommentar ist schwach.

der_Mann_von_der_Straße
 
01
25.12.2011, 22:10
Leise rieselt der Schnee....

anders kann ich mir diesen literarischen Ausdruck mentaler Diarröh nur schwer erklären.

thomasthomasthomas
13
23.12.2011, 15:03
Da fühlt sich jemand

in seinen religiösen Gefühlen verletzt, oder?

Emil Sacklinger
 
14
23.12.2011, 12:54

...dürft' gut gewesen sein, ihr punsch.

(bloß zu viel)

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