Am 24. ins Restaurant

  • "Tagesteller" versus "Das Leben ist schön"
    foto: dapd

    "Tagesteller" versus "Das Leben ist schön"

Pro: "Den Tagesteller, bitte" von Josef Kirchengast - Kontra: "Daheim ist das Leben schön" von Irene Brickner

+++Pro
Von Josef Kirchengast

Der legendäre Peter Ustinov hat einmal erzählt, wie er dem westlichen Weihnachtswahnsinn zu entkommen trachtete, indem er eine Reise nach Bangkok buchte. Dort begrüßten ihn dann am Hoteleingang zwei charmante Thailänderinnen mit einem unwiderstehlichen "Melly Gissmess".

Damit das also klar ist: Am 24. Dezember geh ich nicht ins Restaurant, um dort eine gastronomische Version des sogenannten Heiligen Abends zu erleben. Auch nicht eine atheistische Gegeninszenierung, was ungefähr das Gleiche ist. Auch Atheisten sind schließlich Gläubige.

Aber auch ich glaube. Zum Beispiel an die inspirierende Kraft des Unspektakulären. Die setzt Energien frei, statt sie zu binden, und regt zum Nachdenken an.

Gewohnheitsmäßig hab ich morgen einen Tisch für sechs bestellt. Dass die Aussicht auf Erdäpfelgulasch, Blunzengröstl oder Krautfleckerln mir Tischgenossen beschert, ist aber eher unwahrscheinlich. Auch gut. Dann wird's eine echte stille Nacht.

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Kontra---
Von Irene Brickner

Natürlich ist's im Restaurant bequemer: Einfach hinsetzen und abwarten, was da an Weihnachtsgänsen, -karpfen - oder, wenn man wie Ustinov fluchtbedingt in Thailand weilt, Festtagscurry - aus der Küche kommt.

Doch was versäumt man nicht alles am Heiligen Abend, fern vom häuslichen Herd! Etwa das Abenteuer der Wahl des Weihnachtsmahls, samt aller damit verbundenen emotionalen Hochs und Tiefs: Wie dem Durchkämmen von Rezepten für "Viergängemenus in drei Stunden" die reuige Rückkehr zu Mutters bewährter Paprikahendl-Kochanleitung folgt. Sowie, wenn's ganz blöd läuft, ein Last-Minute-Umschwenken zu belegten Brötchen, gefüllten Oliven und Sekt.

Und dann erst die Sache mit der geistigen Nahrung, die moderne Menschen auch des Weihnachts meist via Patschenkino erreicht. Der Magen gefüllt, die Geschenke ausgepackt, ist daheim wirklich Zeit für Besinnlichkeit. Oder zeigen Sie mir das Restaurant, in dem, alle Jahre wieder, ein Film wie Ist das Leben nicht schön? läuft. (Der Standard/rondo/23/12/2011)

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Wir haben heuer erstmals nach vielen vielen Jahren Weihnachten wieder zu Hause gefeiert. Fazit: Es war ein Alptraum.

Nächstes Jahre lassen wir uns wieder in bewährter Weise von unserem Lieblingsweihnachtswirt bekochen.

Wieso? Könnt's net kochen?

Selbstverständlich können wir kochen. Von 6 Personen konnten 4 sogar sehr gut kochen.

Dennoch will sich diese Arbeit niemand mehr antun.

Was gab's denn gutes, was soviel alptraumverursachende Arbeit machte, obwohl 4 Personen daran beteiligt waren? Ich hab alles für 8 leutln alleine gemacht und das ging sehr easy, von Alptraum keine Spur.

"Am 24. ins Restaurant
Pro: von Josef Kirchengast"

Der gute Mann macht seinem Namen keine Ehre, wenn er Weihnachten im Restaurant statt in der Kirche verbringt ;o)

8 gänge

lecker wars, stressfrei und inmitten chinesischer gastronomen, die auch nur zu dieser zeit des jahres die gegenseite auskosten

melli gissmess

Lecker schinesisch, wa?

whiskey flasche kaufen, alles runterleeren und fertig ist.

Durchaus vertretbarer Zugang zum Thema.

Mich wundert, dass die Frau Brickner zuhause Weihnachten feiert!

Atheisten sind Gläubige? Pro&Kontra ist wie immer unterirdisch. Die Kolumne gehört endlic hgestrichten.

Sie glauben,

dass es keinen Gott gibt.

Atheisten sind Gläubige?

natürlich, gehören sogar zu den fanatischsten. die ungläubigen sind die agnostiker.

lol. ja genau. agnosteriker wissen dass sie genau garnix wissen... das ist genauso gut wie glauben. atheisten wissen dass es keine schwachsinnige allmacht gibt

sag ich doch,

alles fanatiker, diese atheisten;-)

Kombination

Selbstverständich gehen wir zu Weihnachten in ein gutes Resti. Vorher aber sicher in unsere Kirche. Da schmeckt dann der Karpfen viel besser.

öhm

in welchem "resti" kriegens um 1 in der nacht einen karpfen?

...um einen euro?

(wo's das gibt - dort gingat ich auch hin)

ich besuche am vierundzwanzigsten in alter tradition zahlreiche restaurants

...servil lächelnd und untertänigst buckelnd schreite ich dort von tisch zu tisch und wünsche mit leiser stimme recht, recht frohe festtage sowie alles gute im neuen jahr, vor allem gesundheit, zufriedenheit und überhaupt alles erdenkliche glück dieser erde - "küssdiehand-gnädigste!", "habedieehre-herrdirektor!", "aufwiedersehen und alles, alles gute!"

(fazit: mit dem hut in der hand
geh' ich gern ins restaurant)

Ausgezeichnete Idee

Ich nehme an, den Hut in der Hand, nach oben offen

Nein, nur der Hosenschlitz.

hm

völlig schwachsinnige kommentare... am ärmsten sicher die passage, wo atheisten gläubige sind. ja sicher und ein ei ist ein auto, eine taschenlampe ist ein marillenknödel und eine nudelsuppe ist ein kontinent. der herr weiß sicher die völlig eklatanten unterschiede, oder er ist einfach nur strohdumm, schreibt und hat sich dabei nichts überlegt, anders kann man es nicht bewerten. religionen stützen sich auf absurde behauptungen und setzen dogmen. sie gehen sogar so weit, dass sie behaupten, den vermeintlichen schöpfer eines universums zu kennen, von dem sie keine ahnung haben und deren größe sie überhaupt nicht erfassen können. soviel dreistigkeit ist schier erstaunlich. aber auch der andere kommentar ist schwach.

Leise rieselt der Schnee....

anders kann ich mir diesen literarischen Ausdruck mentaler Diarröh nur schwer erklären.

Da fühlt sich jemand

in seinen religiösen Gefühlen verletzt, oder?

...dürft' gut gewesen sein, ihr punsch.

(bloß zu viel)

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