Bier zum Fisch

9. Dezember 2011, 12:43
  • Der Karpfen und das Bockbier - eine gelungene Kombination.
    foto: apa/ robert jaeger

    Der Karpfen und das Bockbier - eine gelungene Kombination.

Conrad Seidl kostete sich durch ein Fischbuffet - Die Biere brachte er selbst mit

Fisch, das war vor einem halben Jahrhundert das traditionelle Freitagessen: Gebackener Kabeljau, Kartoffelsalat, dazu ein Seidel Märzenbier. Und zu Weihnachten der Karpfen, gebacken oder als Fischgulasch. Dazu darf's dann auch ein Bockbier sein.

Passt das? Ja, das passt. Das mit dem Karpfen und dem Bock sowieso. Aber die Sache mit dem Kabeljau ist schwieriger geworden. Sagt Timon Jakli von Fisch Gruber - und stellt einen Teller mit verschiedenen frittierten Fischen hin: Kabeljau sei im Lauf der Jahrzehnte seltener und teurer geworden, längst nicht mehr das Armeleuteessen von einst. Tröstlich: Auch andere Fische in goldgelb gebackener Panier harmonieren mit Märzen- und Spezialbieren, der Rotbarsch ebenso wie der Heilbutt.

Nächster Teller: Argentinische Gamberones. Man weiß, dass spätestens jetzt die Empfehlung "Ein Pils dazu?!?" käme. Nicht von Herrn Jakli, der aus (im wahrsten Sinn: bitterer) Erfahrung weiß, dass Gerbstoffe aus dem Pilsbier mit einigen Fischfetten nicht zusammenpassen. Dann schon lieber ein Weißbier - da kann kein noch so gutes Pils mithalten.

Allzweckwaffe Weizenbier

Das mag hingehen zum Matjes, der auf dem nächsten Teller liegt, auch zu den geräucherten Sprotten. Aber mit dem Räucherlachs und dem Tunfisch in der Sesamkruste geht die Hopfenbittere gar nicht. Da schon lieber etwas Saures, möglichst kräftig Saures: "Iris" heißt das Lambic-Bier aus der Brasserie Cantillon in Brüssel, Brettanomyces und Milchsäurebakterien sorgen für den niedrigen pH-Wert, der dem Fisch sein eigenes Aroma belässt und seinen Geschmack unterstreicht. Ja, natürlich: Die Allzweckwaffe Weizenbier funktioniert auch hier, aber das Lambic ist einfach trockener und anregender.

Das saure belgische Bier bewährt sich auch mit dem nächsten Teller, auf dem Sashimi (von der Jakobsmuschel, dem vietnamesischen Tunfisch, dem norwegischen Rotbarsch und dem grönländischen Schwarzen Heilbutt) gehäuft sind. Bitte sehr: Es muss nicht immer stark gehopftes Bier sein - und schon gar nicht das Pils, das hier oft fälschlicherweise empfohlen würde.

Und dann die Austern. Hier dürfte die Hopfenbittere nicht schaden, die geht ja mit salzigem Geschmack gut zusammen, mit Süße auch. Aber da ist es wieder nicht das Pils, das harmoniert. Die wahre Freude ist hier ein Guinness.(Der Standard/rondo/09/12/2011)

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piscator in aere

Schlossgold passt immer.

ich weiß, ich weiß, geschmachssache, aber ichm uss es dennoch loswerden: weißbier iggitt und pfui teufel ... aber echt ....

sry aber wirklich nicht meins mit meiner barbarischen, unterentwickeltn genussstruktur ...
... lieber kein fisch und keine muscheln .. :)

dekadenter kannibalismus

mehr fällt mir dazu nicht ein

Sternzeichen Fisch?

Plural

pisces

die semantik des begriffs "kannibalismus" ist ihnen bewusst?

was kannibalismus ist, muessten sie mal nachschlagen

http://lmgtfy.com/?q=kannibalismus

in südfrankreich tunkt man

gegrillte sardinen mit lust in einen kalten rotwein aus der gegend wo man grade ist, bevor man ihn sich zwischen die sabbernden lefzen schiebt, ein gedicht!!!
und in portugal, dem land mit der besten fisch- und meeresfrüchteküche überhaupt (keine angst, nicht international gesehen, sondern nur für mich persönlich, der guide michelin möge mir verzeihen..) spült man den bacalhau, den gesalzenen trockenkabeljau, den man zwei tage lang immer wieder mit frischem wasser rehydriert und gereinigt hat, mit kräftigem rotwein aus dem douorotal hinunter: und es passt völlig.

mein lieblingsbier zum panierten karpfen? man mische sich aus einem hellen gösser und einem dunklen gösser eine halbe zusammen und lasse es einfach die gurgel hinablaufen. prost!

Austern bitte meiden!

Wenn ich Bier trinke muss ich nicht zwangsweise etwas dazu essen...

essen sie einfach bier. flämische karbonade mit leffe kann ich empfehlen.

Gebackene Scholle und Erdapferlsalat passen zu Bier.

Bier geht zu allem, immer:

- vor dem Essen (1-2 Kochbier dürfen schon sein),
- beim Essen sowieso (auch 2)
- als Dessert (1-2)
- nach dem Essen (kommt auf den Fahrplan an, Fernsehen (2-3) oder schmusen (1 vorher 1 nachher, dann fernsehen).

lg mensch

die arme Frau, die mit Bierfahne von 10 Bier beglückt wird..

Leutschacher Ginsengdrachen (Bier) versuchen!

Nachher vielleicht no was trinken gehen.

Puntigamer Winterbier, das gibt aus!

Wein geht gar nicht!

Diese saure, vergorene Trauben-Zeug ist einfach grässlich! Würg!

Schilcher und Uhudler passen zu allen Fischen,

Thunfisch verträgt auch St. Laurent und Blaufränkischen, - Blauen Portugieser und Blauburgunder sowieso.

"Gamberones" gibt es gar nicht...

da oben wird von "argentinischen Gamberones" geschrieben. Dieses imaginäre Produkt kann nur einer schlechten Übersetzung und wieder Rück-Übersetzung entstammen.
In Spanisch gibt es "Gambas" (Crevetten/Garnelen). Auf Italienisch gibt es "gamberi" (Krabben), und in kleinerer Form "gamberoni". Und daraus dürfte hier ein Lustiger die argentinischen "Gamberones" erfunden haben. Wenn schon, dann bitte "Camarones", so würden die Argentinier (so wie ich einer bin) sagen, oder zumindest "gambas" in der iberisch-Spanischen Version.

Und zum sonstigen Artikel: außer vielleicht beim Karpfengulasch würde ich zu all den anderen Fischen eher Weißwein trinken...

ja, und zwar - eine guten trockenen "BRÜNNERSTRASSLER"

leider gibt`s den sehr, sehr selten...früher war der nur im "DOPPLER" zu bekommen - in wien wird der als "gmischter satz" bezeichnet....

der LANDSTREICHER

klein: gambererlli, gamberetti

gamberini und gamberoni können größer oder kleiner sein.

corr: gamberelli

gamberoni

sind große, nicht kleine Krabben!

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