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Zwischen zu- und abnehmendem Mond steht der Vollmond prächtig am Himmel, und das bereitet dem Mondgärtner Sorgen.
Nun ist es früh dunkel und nicht lange hell. Das Schöne am Dunklen ist aber das Helle, und wir konnten uns am Wochenende am Vollmond erfreuen. Vollmond bedeutet nicht nur, dass die Haare hinter den Ohren dichter und krauser werden und die Nägel rasant zu Krallen anwachsen, nein, Vollmond hat auch für lunar angehauchte Garten-Esoteriker wesentliche Bedeutung. Denn Mondgartler sind der Überzeugung, dass nicht nur die Meere vom Mond beeinflusst würden, was auch ausgeschlafene Wissenschafter bestätigen können, sondern dass sämtliche Flüssigkeiten auf Vater Erde seiner Anziehungskraft erlägen.
Da könnte schon etwas dran sein. Schließlich zieht nicht nur das Wasser in Form der Flut seine mondgesteuerten Bahnen, auch die pure Scholle rollt wie eine vierzig Zentimeter hohe Teppichfalte über den Planeten. Das kann sie, die Mond (wie die Italiener sagen). Dafür verantwortlich ist des Mondes Position am Himmel. Der Mondzyklus dauert nicht ganz dreißig Tage und ist für alles am Licht Lebende ein wichtiger Zeitgeber.
Einlagerungsmethoden
Die Mondgartler sehen in der Zunahme und Abnahme der fahlen Scheibe jeweils einen ganz klaren Auftrag. Bei zunehmendem Mond drängten die Pflanzensäfte hin zur überirdischen Peripherie, hinein in die Blüten und Früchte. Zu diesem Zeitpunkt böte sich die Ernte an, sagt der Mondkalender. Bei abnehmendem Mond würden die Säfte der Pflanzen hingegen Richtung Erdmitte drängen, weg von den Spitzen der Triebe, hin zu den Spitzen der Wurzeln und hin zu den unterirdischen Speicherorganen. In dieser Mondphase soll man jene Pflanzen ernten, die zum dauerhaften Einlagern geeignet sind.
Wobei hier an eher mittelalterliche Einlagerungsmethoden gedacht werden muss, denn moderne Eiskästen mit ihren Null-Grad-Zonen konservieren selbst die schnellst verwelkenden Gemüse für viele Wochen, als ob sie tagfrisch geerntet worden seien. Aber sei es drum, lagern wir halt Rüben und Knollen zu abnehmenden Mond ein. Wird schon nichts passieren. Zwischen zu- und abnehmendem Mond steht der Vollmond prächtig am Himmel, und das bereitet dem Mondgärtner Sorgen. Denn zu diesem Zeitpunkt gleichen einander die Kräfte des Mondes aus, es steht unentschieden, und den Pflanzen zugefügte Wunden würden schlecht heilen. Also Finger weg von der Gartenschere und Säge, wenn die Nacht auch noch so helle ist. Dieses Licht kann man nützen und sich ans Düngen machen, denn dies würde durch den Vollmond begünstigt funktionieren, die Nährstoffe würden besonders gut aufgenommen werden.
Pflege, Wundheilung, Rückschnitt
Ist es nächtens zappenduster, so kann man auf Neumond schließen und bräuchte gar nicht erst an das Säen des Samens zu denken. Jetzt dürfen die Mondgartler endlich ihre Pflanzen hätscherln und pflegen, denn Neumond bedeutete Beginn, Pflege, Wundheilung, Rückschnitt und Schädlingsbekämpfung. Ob Mondgarteln nun esoterischer Humbug, wissenschaftlich firm oder interplanetar anerkannt ist, spielt wenig Rolle. Es scheint einfach Menschen zu geben, die klare Richtlinien brauchen, die nicht allein durch die Tür finden und froh sind, dass es immer jemanden am Firmament gibt, der ihnen sagt, was zu tun ist. Und sich in diese Sicherheit zu betten ist auch kein Fehler. (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/09/12/2011)
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Wenn schon Esoterik zitieren, dann richtig:
So wie beschrieben, erinnert das eher an den Mondkalender von Maria Thun. Diese behauptet aber nicht einen Einfluss der Mondphasen, sondern des steigenden und fallenden Mondes (siderisch?).
Der rein praktische Vorteil eines Mondkalenders für den Hobbygärtner liegt darin, dass man regelmäßig an alle Pflanzentypen im Garten erinnert wird und - falls man dem Kalender folgt - ihnen eine gebührliche Pflege zuteil werden lässt - also eine Art "to-do-list".
Was allerdings am Vergraben von Kuhhörnern bedenklich sein soll, versteh ich nicht. Die Menschen machen im Allgemeinen dümmere Sachen.
scheint im Text verloren gegangen zu sein, warum auf diewahrheit.at verlinkt wird?
Dort wird im allgemeinen jedenfalls deutlicher zu Esoterik Stellung bezogen, zum Mond findet sich aktuell das hier: http://diewahrheit.at/video/wah... sch-teil-2 (Audio)
Wie meinte schon der Physiker Niels Bohr auf die Frage, warum gerade er, der es besser wissen müsse, ein Hufeisen als Glücksbringer an seinem Haus befestigt habe und ob er daran glauben würde:
"Natürlich nicht! Aber man hat mir gesagt, dass es funktioniert, auch wenn man nicht daran glaubt."
;-)
"Es scheint einfach Menschen zu geben, die klare Richtlinien brauchen, die nicht allein durch die Tür finden und froh sind, dass es immer jemanden am Firmament gibt, der ihnen sagt, was zu tun ist...."
also übersetzt einfach: zurückgebliebene volldolme die führerfiguren brauchen
PS: ob vollmond ist oder nicht ändert kaum was an der anziehungskraft des mondes auf die erde, denn dafür spielt allein die achse sonne-erde-mond eine rolle... aber das ist für esoteriker schon zu komplex
weil Erde, Sonne und Mond fast in einer Linie stehen (Springflut). Bei Halbmond ist der Tidenhub am geringsten, weil die drei Himmelskörper ein rechtwinkeliges Dreieck bilden (Nipptide). Geringfügig überlagert werden diese Unterschiede durch die variierenden Abstände (Aphel/Perihel und Apogäum/Perigäum).
Die Mondphasen haben also eine Auswirkung auf die Gezeiten, aber sie sind nicht der primäre Verursacher.
Die Gezeiten werden vom Mond beeinflußt.
Die Gezeiten sind Natur.
Pflanzen sind Natur.
Schlußfolgerung: der Mond beeinflußt das Pflanzenwachstum.
Finden Sie den logischen Fehler selbst, oder soll ich es Ihnen erklären?
Kleine Starthilfe:
Kevin leidet an Asthma.
Kevin ist Wiener.
Hakan ist Wiener.
Schlußfolgerung: Hakan hat Asthma.
Fakt! Wo ist der Fehler?
Die Wahrscheinlichkeit, dass Hakan eine Atemwegserkrankung hat, ist aufgrund seines Wohnortes Wien vergleichsweise hoch. Auf Basis der statistischen Verteilung ergibt sich aus dem Vornamen eine recht wahrscheinliche Einschränkung des Wohngebietes, und in diesem eingeschränkten Wohngebiet ist die Schadstoffbelastung der Luft recht hoch. Wodurch eine Erkrankung der Atemwege alles andere als auszuschließen ist.
Und der behauptete Einfluß der Mondphasen ist eben kein Faktum.
Um Wahrscheinlichkeiten ging es in meinem Beispiel nicht, sondern darum, den Fehlschluß:
X gilt für A
A gehört der Gruppe G an
B gehört der Gruppe G an
Daher muß X auch für B gelten
zu illustrieren. Sie können eben *nicht* schließen, daß Hakan Asthma hat, nur weil er in Wien wohnt. Ebensowenig können Sie aus den Gezeiten auf Pflanzen schließen, nur weil beide in die mehr als nur schwammige Kategorie "Natur" fallen.
...hat nichts mit den Mondphasen zu tun (die Masse des Mondes ändert sich ja nicht).
Der Mond hat ein paar Funktionen als Taktgeber in der Natur, aber quasi alle behaupteten Einflüsse auf den Menschen sind, wie gesagt, widerlegt. Was die Gravitation betrifft: das funktioniert, weil Meere eine gewaltige Masse haben; Sie haben die nicht und jeder vorbeifahrende LKW, jede Person, die knapp an Ihnen vorbei geht, übt eine stärkere Gravitationskraft auf Sie aus als der Mond.
Die Schwerkraft des Mondes hat mit den Mondphasen nicht zu tun. Mein Fehler. Sorry.
Aber die Widerlegung der behaupteten Einflüsse auf den Menschen sind lediglich theoretischer Natur. Einige verneinen sie, einige bejahen sie. Ich persönlich habe in den letzten 20 Jahren ungefähr 600 Personen beobachten können. Um die Zeit des Vollmondes herum hat sich das Verhalten eines überwiegenden Teiles verändert. An Zufälle glaube ich nicht, ...
Jemand hat persönlich x Frauen mit roten Haaren und Kenntnissen von Heilkräutern beobachtet, und immer ist daneben das Vieh verreckt. An Zufälle hat niemand geglaubt, also hat man die vom Teufel Besessenen eben verbrannt.
Die Widerlegung der behaupteten Einflüsse ist nicht theoretischer Natur, sondern das Ergebnis einer gegen Einbildung und verzerrte Wahrnehmung doppelt und dreifach abgesicherten, von jedem nachvollziehbaren Methode. Ihre Behauptungen sind dagegen - im besten Fall - das Produkt methodisch fragwürdiger Analyse. Im schlechtesten Fall sind sie genauso viel wert wie nächtliche Traumbilder.
...Ihre Beobachtungen verblindet und methodisch durchgeführt? Haben Sie Erfahrung mit psychologischer oder verhaltensbiologischer Datenaufnahme? Wie gehen Sie sicher, dass Sie nicht von selektiver Wahrnehmung, selektiver Erinnerung, Versuchsleitereffekt, etc. in die Irre geführt wurden? Wie haben Sie die erhalten Daten analysiert? Einfach nur zuschauen, war eigentlich schon zu Zeiten von Konrad Lorenz zu wenig (deshalb ist auch nicht sehr viel von seinen Erkenntnissen übrig geblieben)
... vorwiegend ältere Menschen, teilweise in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt (vornehmlich schwachsichtig bis blind), teilweise dement. Meine Beobachtungen resultieren aus der Zusammenarbeit, nicht aus einem Studienauftrag. Auffällig war, dass sich das Verhalten periodisch veränderte. Aus dieser Auffälligkeit ergab sich das Interesse an der Beobachtung, dem Interesse folgten Aufzeichnungen, aus den Aufzeichnungen über einen längeren Zeitraum erkannte ich das immer wiederkehrende Muster, nämlich dass die Verhaltensänderung mit den Mondphasen zusammenfiel und dass die Verhaltensänderungen bei jeder Person über Jahre die gleichen waren.
Dieser Effekt ist aus der Sozialforschung bekannt. Verläßliche Studien bedienen sich Methoden, die das ausschließen. Ihre "Studie" erfüllt diesen Anspruch nicht und ist daher nicht aussagekräftig.
...methodisches Studiendesign, Verhaltensbeobachtung und Datenanalyse gelernt hat, passieren trotzdem Fehler. Ein Beobachtungsbias führt schneller zu einem "Wunschergebnis" als Sie "peer review" sagen können ;-).
Beobachtungen ohne System können höchstens als Ideengeber für Studien fungieren, ansonsten sind sie völlig ungeeignet, gesicherte Erkenntnisse zu liefern. Zum Mond gibt es hunderte sehr gute und fundierte Studien, die zu sehr eindeutigen Ergebnissen kommen.
dann sind die Gravitationskräfte des Mondes doch noch deutlich stärker!
Die Masse des Mondes ist nämlich 7,3 X 10hoch18 bzw. 7,3 x 10hoch20 mal größer. Hingegen macht der Unterschied, der sich aus der Differenz der Entfernung gibt (400.000.000²) nur 1,6 mal 10hoch17 aus.
...ist grundsätzlich im Vorteil, ich prüf das jetzt nicht genau nach, ev. hab ich das Beispiel nicht korrekt in Erinnerung. Ich bringe feigerweise ein Neues, dieses Mal mit Quelle: "Und der Unterschied in der Anziehungskraft des Mondes der durch den Verlust einer Hautschuppe entsteht ist viel größer als die Gezeitenkraft, die der Mond auf den Mensch ausübt!" Der ganze, sehr lesenswerte Artikel: http://www.scienceblogs.de/astrodict... n-mond.php
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