Zum Gackerl-Sackerl auffordern

  • "So Schatzili, jetzt tun wir das Gacki in das Sacki, damit der Herr zufrieden ist ..."
    foto: der standard

    "So Schatzili, jetzt tun wir das Gacki in das Sacki, damit der Herr zufrieden ist ..."

Pro: "Man muss gar nichts sagen" von Hans Rauscher - Kontra: "Beim Namen nennen" von Gudrun Springer

+++Pro
Von Hans Rauscher

Man muss gar nichts sagen. Man muss nicht verbal zum Gackerl-Sackerl-Benutzen auffordern. Man muss nur schauen. Einfach hinschauen, während das Hundi sein Geschäft verrichtet. Mitten auf dem Gehsteig. Oder in der Wiese, wo die Kinder spielen. Die Reaktion der Hundebesitzer ist natürlich unterschiedlich. Die Dame mit der kleinen Kläffmaschine wählt dann die Methode, mit dem Hund zu sprechen: "So Schatzili, jetzt tun wir das Gacki in das Sacki, damit der Herr zufrieden ist ..." Der Mann mit dem Rottweiler greift hingegen zur direkten Ansprache: "Wos schaust so deppert?" Aber grundsätzlich ist es okay, auf Regeln des zivilisierten Zusammenlebens aufmerksam zu machen. Und seit der Sackerl-Gackerl-Kampagne (die durch eine Mütterinitiative mit 170.000 Internetunterschriften erzwungen wurde), ist es ja auch besser geworden. Es gäbe da übrigens noch ein neues Projekt, das allerdings noch mehr Zivilcourage erfordert: Etwas gegen die Männer (es sind nur Männer) tun, die auf den Gehsteig schlatzen.

******

Kontra---
Von Gudrun Springer

"Bitte, jetzt nehmen S' aber schnell ein Gackerl-Sackerl." Nein. Das geht nicht über die Lippen. Okay, wenn der Gassigeher ein fünfjähriges Kind ohne Begleitung - außer der vierbeinigen - ist, dann vielleicht: "Hast eh ein Gackerl-Sackerl dabei, gell?" Aber in der Regel ist der Hundeausführer ein halbwegs ausgewachsener Mensch: Warum in Babysprache verfallen und die Dinge nicht beim Namen nennen? Ein ehrliches: "Räumen S' den Dreck doch bitte weg", trifft die Sachlage deutlich besser. Warum schönreden, was stinkt und - mit Verlaub - nun mal Scheiße ist? Bei "Gackerl", wer denkt da an die Dimension von Hundehaufen eines Berner Sennenhunds? Keiner. Eben. Aber auch derlei Ungetüme türmen sich zuweilen auf dem Gehsteig, und auch die müssen weg. Ob mithilfe eines Sackerls osder ohne, ist da übrigens völlig egal. Welche Rolle spielt es, ob der Hundehalter mittels Plastikbehelf, Haarfärbehandschuh, Schaufel, Kärcher oder auch gar nichts dergleichen die Hinterlassenschaft seines Lieblings entfernt? Hauptsache der Mist ist weg. (Der Standard/rondo/09/12/2011)

Share if you care