Schnupfen ade!

6. Dezember 2011, 17:23
  • Ist der Husten immer noch lästig, so hilft der gute Spitzwegerich.
Foto: pixelio.de/Cornerstone 
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    Ist der Husten immer noch lästig, so hilft der gute Spitzwegerich.

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Über die Kraft der Kräuterhexen und ihre Heilmittel aus dem Garten räsoniert Gregor Fauma

Im Buch Balezethem (3. Vers von links) sagt es Hephaistinho ganz klar heraus: Tropft das Gold vom Rüssel, lege Salbei in die Schüssel. Hephaistinho war damit der erste schriftlich festgehaltene Kräuterhex und war mit seinem Wissen über die Wirkung diverser Pflanzen Grundstein für eine damals neue Bewegung, die der Kräuterhexen.

Die Zahl der Kräuterhexen hat trotz intensiver Bemühungen, speziell im Mittelalter, nicht ab-, sondern zugenommen. Heute heißen sie jedoch nicht mehr Hexen, fliegen auch nicht mehr auf Besen durch die Lüfte, sondern radeln auf ihren gebraucht gekauften Klapprädern beseelt lächelnd durch die Stadt und nennen sich Esoteriker, Homöopathen oder Kräuterpfarrer. Und nicht jeder, über den man gerne einmal milde lächelt, hat unrecht.

Es gibt tatsächlich eine Fülle an Pflanzen, die bei Erkältungskrankheiten Linderung bringen können - so zum Bei- spiel gleich die namensgebende Linde. Weit verbreitet, wunderbar duftend und schön anzusehen, schenkt sie uns ihre Blüten, um bei Fieber oder grippalen Infekten den Schwitz zu fördern und den Schweiß zu treiben. Sie macht das in Form von Lindenblütentee, der darüber hi- naus auch noch schleimlösend und leicht entzündungshemmend wirkt.

Salbei

Kratzt der Hals, oder ist er gar leicht entzündet, so setzt der kränkelnde Gartler ein paar Schritte ins Beet und rupft sich einige Blätter Salbeis. Denn Salbei, und das sagt uns bereits sein Name, der vom lateinischen salvare, retten/heilen, kommt, hilft nahezu gegen alles, von zu viel Buh über Rheuma bis zu Wechselbeschwerden und Schweißfuß, warum also auch nicht gegen Halsweh?

Und ganz ehrlich, wenn man Schweißfüße und Halsweh gleichzeitig behandeln kann, so hat das schon sein Gutes. Man trinkt dazu einen Salbeitee, und was davon überbleibt, leert man sich über die Zecherln - und gut ist. Der Klassiker schlechthin unter den Heilpflanzen ist der Sonnenhut Echinacea purpurea. Dabei scheint weniger die humorale Immunstimulation im Vordergrund zu stehen, sondern die unspezifische Infektionsblockade gegenüber Viren und Bakterien sowie eine beschwerdelindernde Modulation von überschießenden Entzündungsreaktionen. Das konnte Stephan Pleschka, Virologe an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, zeigen. Aber selbst wenn der Sonnenhut satt im Garten steht, ist man besser mit in Apotheken erhältlichen Echinacea-Produkten beraten.

Spitzwegerich

Ist der Husten nun immer noch lästig, so hilft der gute Spitzwegerich. An und für sich wächst der eh überall, speziell an Wegrändern oder Beetgrenzen, man braucht ihn in der Regel nicht zu setzen. Seine Blätter lösen als Tee den zähen Schleim im Hals und wirken leicht entzündungshemmend, verdauungsfördernd und Stoffwechsel anregend. Denn eines darf man nie vergessen: Wenn's Orscherl brummt, is' Herzerl g'sund. Mein persönlicher Favorit unter den verkühlungs-bekämpfenden Heilpflanzen ist hingegen der Meerrettich, Cochlearia armoracia, auch Kren genannt. Seine Wirkstoffe helfen gegen Infektionskrankheiten, lindern Schmerzen und stemmen sich gegen Grippeerreger. Als Kur sollte man ihn zwei Wochen lang, täglich in der Früh und am Abend, jeweils einen Teelöffel voll, frisch gerieben zu sich nehmen. Dann wird alles gut. Vielleicht ist das mit ein Grund, warum bei uns zu Hause der Rote-Rüben-Salat eingelegt wurde, und das mit reichlich frisch geriebenem Kren.

Ich selbst bin ein Verfechter von Kling und Klang, achte darauf, den Körper ebenso zu füttern wie die Seele und lebe daher nach dem Mens-sana-in-campari-soda-Prinzip. Um mir den Weg zur Apotheke zu ersparen, gehe ich zum Würschtlinger, ordere Leberkäse vom Pferd mit einem Krokodil dazu und jeder Menge frisch gerissenen Krens darüber - so kommt man auch durch den Winter. (Gregor Fauma/Der Standard/Rondo/02/12/2011)

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Kren ist der europäische Ingwer

Daher kann ich mir vorstellen, dass Kren so ähnlich wirken könnte. Probiert hab ichs noch nie. Ich bleibe
beim Ingwertee: Daumengroßes Stück mit Schale!!
raspeln, 10 min. kalt ansetzen, dann mit kochendem Wasser aufgießen, weitere 10 min ziehen lassen und fertig. Hilft gegen Erkältungen, Frösteln, aber auch gegen Kater....

Kren ist der europäische Inger

Thymian nicht zu vergessen.
Als Tee oder Sirup einmalig.
Oder ein Sirup aus schwarzem Rettich und Kandiszucker.

Auch gut ist ein Senffußbad.
Idealerweise nimmt man einen EL Senfmehl und verrüht ihn mit etwas Wasser, das ganze gibt man in ein heißes Fußbad.
Wer kein Senfmehl hat, nimmt scharfen Senf aus der Tube (vulgo Englischer Senf)
Danach dicke Socken anziehen und ins Bett.

Ein paar "Geheimrezepte" um erst gar nicht krank zu werden

In der dunklen Jahreszeit auf den Vit D Spiegel achten - ist nicht nur für den Calziumstoffwechsel sondern auch fürs Immunsystem wichtig.

Eine tägliche Dosis Chlorella soll das Immunsystem stärken - deutlich günstiger wie die Echinacea Präparate.

Falls alles schiefgeht hilft Lapachotee. Die richtige Zubereitung (die Rinde lange auskochen) ist genauso wichtig wie das man zumindest 1l pro Tag davon trinkt. Gibts in jeden Teeladen und schmeckt ausserdem auch noch gut.

Nichts gegen Naturmedizin, wirklich nicht.
Aber Chlorella ist Voodoo, nicht mehr und nicht weniger.

Lapacho wirkt antibakteriell und ist insofern natürlich bei einer viralen Erkrankung komplett wirkungslos.

zumindest bei mir funktionierts?

Hier steht auch was anderes: http://www.heilkraeuter.de/lexikon/lapacho.htm

Lapacho wurde meines Wissens schon vor langem von den Ureinwohnern gegen viele Krankheiten angewendet. Vielleicht stimmt antiviral ja wirklich nicht, aber zumindest mein Immunsystem hat er regelmässig gepusht.

Die immunsteigernde Wirkung von Chlorella wurde btw bei Mäusen gezeigt. Nun bin ich zwar keine Maus aber irgendwie funktionierts halt. Wenns Einbildung ist dann ist es zumindest eines der billigsten Placebos.

"Wenns Einbildung ist dann ist es zumindest eines der billigsten Placebos."

Das ist eine wunderbare Einstellung. Wirklich! :-)

Ich werde das nie verstehen....

In der einen Zeitung wird das Ergebnis einer Studie zu Echninacea veröffentlicht, das besagt, dass klinisch keine Wirkung nachgewiesen werden konnte.

Dann kommt der nächste Artikel in dem von Echninacea geschwärmt wird, weil unspezifische Blockade und Tralalalala.......

hängt vom Geldgeber des "Druckkostenbeitrages" ab.

Die Zeiten unvoreingenommener Informationen in Zeitungen /Zeitschriften sind leider schon länger vorbei !!!

Echinacea-Studie

Anscheinend ist dem Standard die mittlerweile hinlänglich bekannte US-Studie der Univercity of Virginia die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, und auf die völlige Wrkungslosigeit von Echinacea hinweist, entgangen...

Ahja genau...

Was nicht durch Studien belegt ist, existiert auch nicht.

Eine Studie hat was belegt in diesem Fall - die Unwirksamkeit. Also alles kein Problem.

Die chinesische Medizin

ist noch weit, weit älter - ein paar 1000 Jahre alt - und hat Kräutermedizinen parat, die heute noch Standard sind.

Wären Kräuter unwirksam, dann würden Pflanzen nicht auch einige der stärksten Gifte produzieren.

Klar wirkt nicht alles, aber das ist bekanntlich bei einigen Medikamenten ebenso.
Oder wenn man sich die Diskussion über die Grippeimpfung ansieht.
Intensiv beworben, gutes Geschäft, aber beinahe wirkunsglsos - sagen sogar Impfexperten.
Dito bei Relenza oder Tamiflu.

niemand kann seriös sagen welche medizin älter ist, denken sie ernsthaft "bei uns" hat man vor 5000 jahren kräuter uä. nicht genutzt?

davon abgesehen ist das alter einer medizinischen schule irrelevant, da kein qualitätsmerkmal.

Richtig, vor allem ist die heutige TCM ja auch eine Neuschöpfung der Kommunisten unter Mao gewesen.
Damals zu Propagandazwecken.

Chinesische Medizin ist eben auch absurdes wie Nashorn-Horn ;) oder Tigerpenis um das Chi zu stärken.
Nützliches ist vermischt mit Dummheiten
Und das anatomische Wissen ist ein schlechter Scherz.

bei uns wurden die Heilkundigen von der Kirche umgebracht und verbrannt....unter dem Titel Inquisition.

Das ist eine moderne Legende.
Die Hysterie herrschte eher in der abergläubischen Bevölkerung, und die Hexenverfolgung im großen Stil gab es während der späten Renaissance und im Barock.

Tatsächlich haben gerade auch die Klöster das alte Heilwissen und die Kräuterkunde bewahrt und weiterentwickelt.

Siehe Lorscher Arzneibuch.

erst in den letzten 2000 jahren ;-)

die paar 1000 jahre vorher habens arbeiten dürfen unsere kräuterhexen und -hexer.

dann war das wissen weg....
verbrannt am scheiterhaufen...

Die Kräuter mögen gut sein - aber die Diagnose ist Mumpitz.

Rote Rohnen mit Kren eingelegt - genau so ghörts. Großartig, gerade wieder 15kg in die Gläser gebracht. Mal schauen, wann es heuer wieder losgeht mit der Raunzerei, ich mach immer zuwenig.

Gibt's dazu ein Rezept?

Sicher: Rohnen dämpfen und in gewünschte Stücke schneiden oder hobeln, in ein Glas einen guten Teelöffel frisch gerißenen Kren, Rohnen drauf und mit Einlegeessig auffüllen. Fertig.

Den Essig gibts zb. im Lagerhaus schon fertig in Kanistern, hat den Vorteil daß man den nicht mehr aufkochen muß, vom Essig mit den Gewürzen kochen stinkt sonst das ganze Haus 3 Tage lang.

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