Der Garten gibt keine Ruh

29. November 2011, 17:11
  • Selbst eine sterbende Hosta gehört mit zum Schönsten, was ein Garten farblich bieten kann.
    foto: fauma

    Selbst eine sterbende Hosta gehört mit zum Schönsten, was ein Garten farblich bieten kann.

Die dräuende Vergänglichkeit so deutlich zu spüren gehört zu den Höhepunkten im Gartenjahr

Das Vorhaben, im Spätherbst den Garten komplett umzugraben, um das Erdreich zu erneuern, war längst definiert und auf der Task-List mit einem "urgent" versehen. Seither gilt es zu warten. Zu warten, dass die Pflanzen zu blühen aufhören. Zu warten, dass der Rasen braun wird. Zu warten, dass die Sträucher ihr Laub verlieren. Aber selbst die Paradeiser sind noch üppig bestückt, röten rasend langsam dem Einsiedeglas entgegen und stehen dem Vorhaben Tabula rasa im Weg. Und auch die Melanzani tragen noch schwer an fruchtiger Last und stehen lässig grau-grün-bläulich im Beet, umtänzelt von hocharomatischen Majoran- und Estragonblättern.

Der Salbei fühlt sich wohl wie nie, und die Engelstrompeten lassen ob ihres Blühwahnsinns Hochsommer vermuten. Der Garten will einfach nicht aufhören, der will keine Ruhe geben. Schlafenszeit! Niederlegen! Es ist ein Jammer, wenn auch ein schön anzusehender Jammer. Wie soll man Pflanzen in ihrer vollen Pracht so einfach aus der Scholle reißen? Das ist doch keine Art. Aber dieses zaudernde Siechentum seitens des Gartlers wird bestraft, wie jedes Jahr. Denn die bissigen, bösartigen Minusgrade kommen, und sie kommen plötzlich und über Nacht, begleitet von einem mordenden Eiswind, der in wenigen Stunden die bis dahin noch prahlerisch prächtigen Blüher zu laschem Kompost mutiert.

Armageddon von Schöpfung und Vernichtung

Aber bis zum Armageddon von Schöpfung und Vernichtung ist noch Zeit, und diese gilt es zu genießen. Es ist einfach eine Freude zu sehen, wie manche Pflanzen, quasi unter Torschlusspanik, noch einmal alles geben, sich in fetteste Farben hüllen, um die Wette duften und dankbar das weiche, aber nicht mehr wärmende Licht der Sonne reflekt- und absorbieren.

Auf Kosten des Höhenwachstums wird noch einmal die gesamte Energie ins Blühen investiert, manchmal sogar auf Kosten des Laubs. Man sieht dann laubfreie Stängel wie zum Beispiel bei der entzückenden Rose "Schneewittchen", deren nackte Triebe sich unter der Last der sanft-weißen Blüten krümmen. Und wer seinen Lavendel zu früh zurückgeschnitten hat, versäumt die zartvioletten, viel kleineren Blütentriebe des späten Novembers oder gar Dezembers.

Der Rollrasen, hüstel, ist grüner denn je, nervt nicht mehr durch viel zu schnelles Wachstum und fühlt sich in der jahreszeitbedingten Dauerfeuchten spürbar wohler als in der trockenen Sommerhitze. Gut so. Und auch kleine Wunder geschehen im Spätherbst: Die für verschollen, abgepascht oder verstorben geglaubte Krötenlilie Tricyrtis hirta zeigt auf einmal, so mir nichts, dir nichts, ihre kleinblättrigen, aber umso spannender gezeichneten Blüten im Schatten des ebenso fröhlich gedeihenden Chinaschilfs. Und selbst eine sterbende Hosta gehört mit zum Schönsten, was ein Garten farblich bieten kann. Von rötlichem Orange zu einem sandigen Gelb bietet eine langsam verfallende Hosta ein makaber schönes, radiär-symmetrisches Schauspiel, das seinesgleichen sucht. Im Spätherbst in der Dämmerung eine letzte Runde durch den Garten ziehen, eine Pitsche heißen Rum mit Tee in der Hand, und die dräuende Vergänglichkeit so deutlich spüren, das gehört zu den absoluten Höhepunkten des Gärtnerjahrs. Und trotzdem, es gäbe so unglaublich viel zu tun. Wenn die Pflanzen doch endlich aufgeben würden! (Gregor Fauma/Der Standard/rondo/25/11/2011)

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8 Postings
Meines Wissens - habe das von einem Professor

der Bodenkultur, soll man NICHT den Boden komplett umgraben. Gewisse Bakterien und Lebewesen sind in den verschiedenen Erdschichten gut integriert und wenn man jetzt alles umgräbt, wird alles zerstört. Ausserdem verliert der Boden CO2 ! Also wir geben Kompost und Pferdeäpfel mit Stroh auf die Beete !

ich frag mich auch was das bringen soll - einziger grund den boden auszutauschen wär eine kontamination mit giftstoffen - ansonsten baut sich das eh langsam auf, man kann ein bissl dünger, kompost ect. oben dazugeben - während die bodenorganismen, die würme usw. von unten mithelfen.

bilde mir ein, sie suchen Wanderschuhe :)

http://derstandard.at/plink/157... id23925208

was ist eine fauma?

Grobe Arbeiten - Fauma & Flora - derStandard.at › Lifestyle
derstandard.at/1577837117343/Fauma--Flora-Grobe-Arbeiten

Fauma & Flora
Der Garten gibt keine Ruh

es ist nur ein...

...Redakteur, die könnens nicht besser!

Nur ein kleiner kurzer Tipp: Schauen Sie mal auf die letzte Zeile des Artikels (ja, die in der Klammer).

es war der schnelle finger.

ich habs zu spät bemerkt.

versuche mich zu bessern, erst lesen dann posten.

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