Samthand-Qualität

25. November 2011, 18:30
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Nebel, Wind und Kälte: Warum die Hände leiden und warum Handcremen Frauen wie Männern guttun - Karin Pollack hat es herausgefunden und Tipps für die Handschuhzeit gesammelt

Es ist ein Dilemma. All jene, die Steven Soderberghs "Contagion", seinen aktuellen Film über eine tödlich ansteckende Grippe-Epidemie, gesehen haben, wissen: Jeder von uns greift sich pro Tag bis zu 3000 Mal (!!!) mit den Händen ins Gesicht und bringt so umtriebige Viren und Bakterien ins System. Aus diesem Grund mahnen die Infektiologen gerade im Herbst und Winter zum regelmäßigen Händewaschen. Aber genau das wiederum macht die durch Kälte ohnehin strapazierte Haut an den Händen rau und rissig, die Fingernägel brüchig. Kein schöner Anblick, aber zum Glück keine ausweglose Situation; vorausgesetzt man mag Handcremen.

Die gute Nachricht: Es gibt sie in vielen Konsistenzen - fettend, schnell einziehend, sofort einziehend, straffend, feuchtigkeitsspendend und Altersflecken vermindernd -, in den unterschiedlichsten Duftrichtungen - Kakao, Hibiskus, Orange, Rose, Granatapfel, Lavendel, und in verschiedenen Packungsgrößen - für die Handtasche, den Schreibtisch oder fürs Nachtkastl.

Durchblutung der Extremitäten

Jenen, die Handcremen für überflüssig halten, widersprechen Mediziner. Kälte wirkt sich auf die Durchblutung der Extremitäten aus. Konkret sind es die dauerkalten Hände, in denen die Nährstoffversorgung beeinträchtigt ist. Zusätzlich stellt der Körper ab einer Außentemperatur von acht Grad Celsius die Hautfettproduktion ein, das wirkt sich beim Händewaschen aus. Denn Seife stört ohnehin den Wasser-Lipid-Film der Haut, und es dauert nach jedem Waschen eine Zeit, bis die Balance wiederhergestellt ist. Wichtig, so Dermatologen, seien deshalb generell und besonders im Winter eine ph-neutrale Seife und Handschuhe, sowohl draußen als auch beim Hantieren mit Putz- und Waschmitteln. Unmittelbar nach dem Kontakt mit Wasser nimmt die Haut die Feuchtigkeit aus Handcremen besonders gut auf. Ein Standardtipp ist, sich davor die Hände am Ende des Waschens kurz mit kaltem Wasser abzuspülen und sie dann trockenzurubbeln - wegen der Durchblutung nämlich.

Weil sich das Alter eines Menschen nicht nur im Gesicht, sondern vor allem auch an den Händen ablesen lässt, haben Kosmetikhersteller wie La Mer, SBT, Neutrogena oder Nivea allerhand bleichende Substanzen in ihre Produkte gemischt, Dr. Hauschka hat eigens ein Nagelöl (auch als Stift für die Handtasche) für rissige Nagelhaut im Programm.

Wer seinen Händen aber einmal wirklich ein Verwöhnprogramm gönnen will, sollte sich einen Termin für eine Biosthétique-Handbehandlung unter dem Titel "Samtpfötchen" (Salon Ossig, Stephansplatz 4) gönnen. Nach einem Handpeeling wird duftendes, flüssiges Wachs aus einer Spezialkerze über die Hand geleert, einmassiert und zum Einwirken zehn Minuten in Handtücher gepackt. Das sieht komisch aus, macht die Hände aber tatsächlich streichelweich.

"Richtige" Technik

Wer es billiger will, kann fürs Peeling Olivenöl mit Zucker mischen und die Hände damit abreiben. Die Fingernägel werden schön, wenn man sie kurz in Zitronenwasser badet, und wer dann noch seine Hände in Olivenöl taucht und die Nacht mit Baumwollhandschuhen verbringt, hat auch weiche Hände.

Und übrigens: Sogar fürs Hände-Einschmieren gibt es eine "richtige" Technik. Sie lautet: Mehrmals täglich eine erbsengroße Menge auf den Handrücken (!) geben, mit dem anderen Handrücken verreiben. Anschließend die rechte Handfläche auf den linken Handrücken legen und die rechten Finger zwischen den Fingern der linken Hand, dann umgekehrt, durchziehen, denn vor allem die Fingerzwischenräume leiden im Winter ganz besonders unter der Trockenheit. Erst zum Schluss - so die Empfehlung - sollte man die Handinnenseite mit der Restcreme vom Handrücken einreiben. Warum? Wahrscheinlich um jede Form des feuchten Händedrucks zu vermeiden. (Karin Pollack/Der Standard/rondo/25/11/2011)

Eine kleine Auswahl
Crème sublime bois d'orange von Roger Gallet (9,90 Euro)
Age Care Hand protector von SBT (46 Euro)
Biosthétique Belavance Manicare Peeling (20,90 Euro)
Citromycine Handcreme (17,90 Euro)
Amabilis (16,90 Euro) von annané und ecohands von madara – beides bei natural cosmetics (1., Postg. 1)
Hand treatment von La Mer (92 Euro)
Tiny Hands Handcreme als Wachsbarren in Handform von Lush (9,90 Euro)
Neutrogena Anti-Age (4,99 Euro)
Dr. Hauschka Neem Handcreme und Nagelölstift im Geschenkset (14,50 Euro)
La crème réparatrice pour les mains (11,90 Euro) von Bastidane bei Marionnaud
Handcreme Kakao von L'Occitane im Handtaschenformat (8 Euro)
Vichy Nutriextra Handcreme (5,90 Euro)
Florena Handcreme mit Bio-Kamille (2,49 Euro)
Granatapfel Regenerationshandcreme von Weleda (8,95 Euro)
Reichhaltige Handcreme von Nivea Vital (3,99 Euro)

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