Schuhe am Popsch

  • Im Internet wird diskutiert, ob American Apparel diesmal zu weit gegangen ist, juristisch regt sich derweil noch nicht viel.
    foto: american apparel

    Im Internet wird diskutiert, ob American Apparel diesmal zu weit gegangen ist, juristisch regt sich derweil noch nicht viel.

Küssende Würdenträger, Blumen im Schoß: Warum die Modewerbungen in Österreich international mithalten können - Kolumne von Stephan Hilpold

Vergangene Woche begab es sich, dass gleich mehrere Werbekampagnen von Modefirmen in die Schlagzeilen gerieten. Da war zum einen die Parfumkampagne von Marc Jacobs, der für sein "Oh Lola!"-Parfum mit dem 17-jährigen Teenie-Star Dakota Fanning wirbt. Sie hält auf dem Werbesujet einen überdimensionalen Flakon auf ihrem Schoß, aus dessen Hals eine riesige Blume sprießt. Die Werberichter in Großbritannien sahen darin eine "Sexualisierung von Kindern" und verboten das Bild.

Dann gab es da die neue Kampagne von Benetton, in der Merkel Sarkozy und Obama Chávez küsst. Auf einem Bild ist auch der Papst zu sehen, dessen Lippen gerade jene des ägyptischen Imams Ahmed el Tajjeb berühren.

Schuhkampagne

Es kam zu einem öffentlichen Aufschrei, der Vatikan protestierte, und schließlich zog Benetton zumindest das Bild des Papstes und des Imams zurück. In Umlauf kamen vergangene Woche auch die ersten Bilder der neuen Schuhkampagne der amerikanischen Modekette American Apparel.

Auf einem ist ein kopfloser Mann zwischen den gespreizten Schenkeln einer Frau zu sehen, auf einem anderen entblößt der Schuh eines anonymen Mannes einen Damenpopsch unter einem feuerroten Minikleid. Im Internet wird diskutiert, ob American Apparel diesmal zu weit gegangen ist, juristisch regt sich derweil noch nicht viel. In Österreich wird dagegen gegen das "völlig verdrehte Bild" von Blinden protestiert, das in der neuen Palmers-Kampagne gezeichnet wird. Darin räkelt sich ein Model in der Rolle einer blinden Frau in Dessous. Der internationale Blick lehrt uns: Österreichische Modewerbungen können international durchaus mithalten. (Stephan Hilpold/Der Standard/rondo/25/11/2011)

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